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Ballonfabrik

10.07.2014

Tanzen mit dem „Teufelsbalg“

Die 10-Mann-Band Esne Beltza mit einem furiosen Stilmix

„Schwarze Milch“ lautet die Übersetzung des baskischen Bandnamens Esne Beltza, was so viel heißen soll wie: Weiße Musiker machen Musik mit Wurzeln aus aller Welt, auch Mestizo-Musik genannt. Was der Name der zehnköpfigen Truppe aus dem Baskenland bereits vermuten lässt, bewahrheitete sich beim Konzert: ein energetischer Mix aus Ska, Reggae, Dub, Hip-Hop, traditionellen baskischen Elementen, Punk und Rock.

Neben Trompete und Posaune sorgten ungewöhnliche, virtuos gespielte Instrumente wie die „Trikitixa“, das baskische Akkordeon, für eine authentische Stimmung. Die katholische Kirche war ursprünglich strikt gegen das Instrument und nannte es den „Teufelsbalg“, da es für Tanzveranstaltungen genutzt wurde. Als Einladung zum Tanzen wirkte es definitiv.

Ein bisschen Exotismus ist sicherlich dabei bei einer Band, deren aktuelles Tour- und CD-Coverdesign einen vorwärtsstürmenden Demonstranten zeigt – Bilder an die ETA drängen sich automatisch in den Kopf. Umso erfreulicher zu hören, dass Esne Beltza zwar für ihre außergewöhnliche Kultur und Unabhängigkeit einstehen, dies jedoch nur im Rahmen einer friedlichen Bewegung. Gesungen wird zwar hauptsächlich Baskisch (neben Tri-kitixa-Spieler Xabier Solano singen Gorka Suaia sowie Keyboarder Pello Gorrotxategi), doch auf den fünf Alben finden sich auch Songs auf Englisch, Spanisch, Französisch oder sogar Japanisch – lauter Hommagen an bisherige Ländertouren.

Neben kolumbianischen Cumbia-Rhythmen wie im aktuellen „Sonidero“ findet sich „schwarzer“ Soul, jamaikanischer Reggae, Dub und Ska, alle Facetten des baskischen Alltags werden transportiert. Große politische Themen verschmelzen mit einem ausgelassenen Partygefühl. Beim vorletzten Spiel tauscht Solano Akkordeon gegen akustische Gitarre und liefert mit seinen Mitvokalisten eine gefühlvolle spanische Ballade mit mehrstimmigem Gesang. Nach einem furiosen Ska-Punk-Song geht’s dann kurz zu wie beim Fußball: Die Spieler steigen aufs Tanzfeld, hüpfen und freuen sich mit dem Publikum, und manch einer wirbelt sein schweißgetränktes Shirt umher.

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