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03.11.2010

Tauziehen um Kraftwerk

Das Tauziehen ums neue Wasserkraftwerk am Lech zieht sich in die Länge: Das umstrittene Projekt der Firma Eon Wasserkraft ist mitten im Naturschutzgebiet Stadtwald und direkt neben der Augsburger Trinkwasserschutzzone beantragt. Deshalb fordert die Wasserrechtsbehörde der Stadt jetzt eine umfassende Umweltverträglichkeitsstudie von Eon.

Gestern fand ein Treffen mit Behörden und Naturschutzverbänden (Scoping-Termin) statt. Dort konnten die Naturschützer noch Wünsche zum Genehmigungsverfahren fürs Kraftwerk anmelden. "Wir wollen grundlegende Untersuchungen, welche Veränderungen sich durch den Bau ergeben würden", sagt Eberhard Pfeuffer von der Lechallianz. Schon minimale Veränderungen der Wassertemperatur oder beim Sauerstoffgehalt des Wassers könnten gefährdeten Arten wie dem Huchen "den Garaus machen", fürchten Pfeuffer und seine Mitstreiter.

Die Firma Eon hält am Bau des Wasserkraftwerks fest. Beim Stromerzeuger zeigt man sich aber weiter gesprächsbereit. Eon stimmte gestern zu, dass die Naturschützer vier Wochen Zeit für weitere Vorschläge zu Untersuchungen bekommen sollen. Das sei bei Scoping-Terminen zwar nicht üblich, so Pressesprecher Christian Orschler. "Wir haben dem Wunsch aber entsprochen." Das Unternehmen wolle Kritikern weiterhin den Dialog anbieten.

Und wie geht es jetzt im Genehmigungsverfahren für das Kraftwerk weiter? In den kommenden Wochen bis zum Jahreswechsel will die Wasserrechtsbehörde der Stadt den Rahmen festlegen, welche Untersuchungen Eon vorlegen muss. "Dabei gilt das Prinzip der Verhältnismäßigkeit", sagt Birgit Drechsel, Juristin im Umweltreferat.

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Aus Sicht von Fachleuten ist weiter offen, ob das Kraftwerk von Eon kommt. Zwar sind der Augsburger Stadtrat und ein breites Bündnis von Bürgern strikt gegen die neue Anlage mitten in Augsburgs wertvollstem Naturschutzgebiet. Über das Projekt kann aber nicht politisch entschieden werden. Entscheidend ist, ob es rechtlich genehmigt werden muss.

Mit Spannung warten Kritiker und Befürworter nun auf ein Gutachten des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth. Dort lässt man von der Technischen Universität München eine Studie zur Renaturierung des Lechs erstellen. Als entscheidende Frage gilt, ob eine vorhandene Schwelle im Lech bei Kissing erhalten bleiben soll. Wenn nicht, wäre das neue Kraftwerk von Eon dort wohl kaum mehr rentabel. Laut Amtsleiter Wolfgang Schilling wurde die Studie zum Lech ausgeweitet. Mit Aussagen zur Strecke im Stadtwald rechnet er frühestens Mitte 2011. Damit dürfte sich das Genehmigungsverfahren fürs Kraftwerk weiter hinziehen. "Bayern Seite 4

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