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Ledvance

07.06.2018

Teile des Maschinenbaus laufen zunächst weiter

Das Ledvance-Werk Augsburg an der  Berliner Allee schließt noch 2018. Die Logistik und der Maschinenbau folgen 2019.
Bild: Silvio Wyszengrad

Exklusiv Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter haben sich auf einen Sozialplan bei Ledvance geeinigt. Für Mitarbeiter der Sparte Maschinenbau gibt es positive Neuigkeiten.

Das Aus des Augsburger Ledvance-Werks steht schon länger fest. Auch die positive Expertise eines unabhängigen Gutachters hat an dieser Entscheidung nichts geändert. Der Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze ist gescheitert. Dafür konnten die Arbeitnehmervertreter von IG Metall und Betriebsrat bei den Sozialplanverhandlungen Erfolge verbuchen.

So wird ein Teil der Sparte Maschinenbau zunächst weiter geführt. „Ledvance hat sich mit den Arbeitnehmervertretern auf eine Fortführung eines Teils des Maschinenbaus am Standort Augsburg für weitere neun Monate bis Ende September 2020 geeinigt. Etwas mehr als die Hälfte des Maschinenbaus wird zum 31. Dezember 2019 geschlossen, der verbleibende Teil wird auslastungsabhängig mindestens um zweieinhalb Jahre bis zum 30. September 2020 fortgeführt“, erklärt Unternehmenssprecher Lars Stühlen. Das Unternehmen plant zudem in den kommenden Monaten die Entwicklung eines Vermarktungskonzepts, um zusätzliches Geschäft im Bereich Maschinenbau anzusiedeln. Von diesem Verhandlungsergebnis profitieren nach Angaben der IG Metall rund 50 der 650 betroffenen Beschäftigten. Das Werk selbst schließt noch Ende diesen Jahres, das Logistikzentrum soll Ende 2019 seine Arbeit einstellen.

Alle Azubis können ihre Ausbildung in Augsburg abschließen

Den Verhandlungen waren intensive und teils deutlich kontroverse Gespräche samt Gutachten externer Berater vorausgegangen, die von den Arbeiternehmervertretern beauftragt wurden. Nachdem die betrieblichen Verhandlungen zunächst gescheitert waren und der Arbeitgeber die Einigungsstelle angerufen hatte, hatte die IG Metall Ledvance zu Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag aufgefordert, dessen Eckpunkte nun feststehen. So erhalten die Angestellten eine Abfindung, die über das zunächst als final bezeichnete Angebot des Arbeitgebers hinausgehen. Für Gewerkschaftsmitglieder gibt es zusätzliche Abfindungsleistungen. Zudem werden alle vereinbarten Altersteilzeitverträge durch- beziehungsweise fortgeführt, sofern sie 2018 starten. Alle Auszubildenden können ihre Ausbildung in Augsburg abschließen. Der Betriebsrat ist mit dem Ergebnis zufrieden „Wir haben alles ausgereizt was geht“, sagt der Vorsitzende Andreas Jakob.

Die Unternehmensbeauftragte der IG Metall, Angela Steinecker geht sogar noch einen Schritt weiter: „Insgesamt haben wir als IG Metall eine deutlich bessere Lösung für die Beschäftigten erreichen können als sie betrieblich hätte erreicht werden können.“ Insider erzählen, dass das Angebot deutlich über dem Budget der Arbeitgeberseite liegt und der chinesische Eigentümer MLS Geld zugeschossen hat, um den Sozialplan in seiner jetzigen Form zu ermöglichen. Offiziell bestätigen will das aber keiner.

Nach sieben Monaten harter Verhandlungen herrscht nun Klarheit über die Zukunft der Ledvance-Mitarbeiter. Seitens des Unternehmens gibt es zudem eine Vorlage, die die Schrittweise Abwicklung der einzelnen Abteilungen regelt. Wie die Pläne für die weitere Nutzung des 90.000 Quadratmeter großen Geländes an der Berliner Allee aussehen, will Ledvance derzeit nicht erläutern. „Die Zukunft der Produktionsanlagen und der Betriebsstätten wird aktuell geprüft“, heißt es lediglich.

Seitens der Arbeitnehmervertreter ist zu hören, dass es durchaus Interessenten für die Gebäude und Anlagen gäbe. Auch das Logistikzentrum in der Steinernen Furt sei im Visier von Maklern. Hier hoffen IG Metall und Betriebsrat, noch eine Zukunftsperspektive zu finden. Möglicherweise gibt es einen Kaufinteressenten. Verschiedene Namen kursieren bereits.

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