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Augsburg

20.05.2020

Testzentrum für Corona verlässt Wertstoffhof in Haunstetten 

So sah es am Dienstagvormittag am Wertstoffhof im Unteren Talweg in Haunstetten aus: Noch ist hier das Testzentrum für Personen, die womöglich mit dem Coronavirus infiziert sind.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Weil der Wertstoffhof in Haunstetten bald in Betrieb gehen soll, werden Abstriche möglicher Corona-Patienten nun auf dem Messegelände genommen.

Es musste Anfang März schnell gehen: Das Coronavirus breitete sich zum damaligen Zeitpunkt in der Region immer stärker aus, auch wenn die Zahl der Infizierten bis heute niedrig ist. Doch die Stadt wollte vorbeugen: Personen, die womöglich infiziert waren, sollten in einem abgesperrten Bereich untersucht worden. Der gerade fertiggestellte Wertstoffhof am Unteren Talweg in Haunstetten bot sich an. Die Stadt Augsburg richtete in Zusammenarbeit mit den beiden Nachbarlandkreisen eine Art Vorsorgezentrum ein. Der Betrieb läuft bis jetzt, doch nun steht ein Ortswechsel an. Das Testzentrum zieht auf das Messegelände, Start ist dort am Montag.

Umzug soll am Samstag sein, sagt Umweltreferent Reiner Erben auf Anfrage gegenüber unserer Redaktion. Bis Freitag läuft somit noch der Betrieb in Haunstetten. Das Testzentrum werde auch weiterhin stark genutzt, betont Erben. Einlass auf das Gelände erhalten aber nur zugangsberechtigte Personen. Sie kommen in der Regel mit dem Auto. Wie Erben informiert, werden momentan am Tag zwischen 40 und 60 Personen in Haunstetten getestet, es ließen sich, sofern nötig, aber weitere Tests ermöglichen.

Die Abläufe am Corona-Testzentrum sind eingespielt

Die Abläufe am Unteren Talweg sind eingespielt: Vormittags testet das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen 1, am Nachmittag werden in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) Patienten geprüft, die über die telefonische Sondernummer 116117 sowie von Hausärzten und Fachärzten überwiesen werden. Zur Erläuterung: Kontaktperson 1 bedeutet, dass diese Person in direktem Kontakt mit einem Corona-Patienten steht oder stand. Beim Rest handelt es sich um Personen, die über Symptome klagen, die auf eine mögliche Infizierung hinweisen.

Referent Erben betont, dass keine Personen getestet würden, die unangemeldet kommen: „Wir streichen ausschließlich in Augsburg gemeldete Bürger nur nach vorheriger Terminvergabe durch die Terminkoordinierungsstelle des Gesundheitsamtes ab.“ Dazu wird aus dem Rachenraum ein Abstrich genommen. Danach wird geprüft, ob der Patient mit dem Coronavirus infiziert ist. Das Ergebnis kann einige Tage dauern. Gegenwärtig läuft der Betrieb in Haunstetten planmäßig unter der Woche. „Bei Bedarf wird auch am Wochenende oder an Feiertagen abgestrichen“, sagt Erben.

Das Corona-Testzentrum zieht an die Messe

So soll es auch an der Messe weiterlaufen. Sie eignet sich als neuer Standort für ein Testzentrum, weil auf dem Messegelände der Betrieb nahezu ruht. Großveranstaltungen sind bis 31. August bayernweit verboten, die Hallen stehen somit großteils leer. Das Testzentrum kommt in die Halle 3a. Sie liegt nahe der Firnhaberstraße mit Blickrichtung zum Bahnpark. Wer ab Montag das Testzentrum ansteuert, muss das Nordtor in der Firnhaberstraße nutzen. Die Zufahrt über das Haupttor, also den Bereich an der Schwabenhalle, ist nicht möglich.

Das Testzentrum in einer Messehalle ist nicht die erste Nutzung auf dem Gelände, die mit dem Coronavirus im Zusammenhang steht. Bereits seit einigen Wochen dient eine andere Messehalle als Anlaufstation für die Augsburger Tafel. Hier werden Lebensmittelpakete verpackt, die dann an Hilfsbedürftige ausgegeben werden. Von der Messe aus werden die bekannten Ausgabestationen der Tafel beliefert.

Das ist der neue Wertstoffhof in Haunstetten

Der neue Wertstoffhof in Haunstetten wird jetzt wieder für seinen eigentlichen Zweck benötigt, also die Entsorgung von Wertstoffen in großem Stil. Umweltreferent Erben sagt: „Wann wir den Wertstoffhof am Unteren Talweg öffnen, ist gerade in der Endabstimmung.“ Das kurzfristig unterzubringende Testzentrum hat den Fahrplan der Stadt, wie die Abläufe im Wertstoffhof organisiert werden, nicht groß durcheinandergebracht. Zwar wurde die Fertigstellung des 13,4-Millionen- Euro-Komplexes bereits Anfang März gefeiert, doch zu diesem Zeitpunkt wurde ein Eröffnungstermin im Juni genannt.

In den neuen Gebäuden arbeiten einmal 50 Mitarbeiter der Abfallwirtschaft, 15 Mitarbeiter des Amtes für Grünordnung, stationiert sind 35 Fahrzeuge – von der Kehrmaschine bis hin zum Räumfahrzeug für den Winterdienst. Mit diesen Fahrzeugen werden die Reinigungstrupps künftig vom Unteren Talweg ausrücken, um die südlichen Stadtteile sauber zu halten – Göggingen, Bergheim, Inningen, Haunstetten, Universitätsviertel und Hochfeld. Die Entscheidung, das Testzentrum zu verlegen, hat die Stadtspitze in Abstimmung mit dem Stab für Katastrophenschutz getroffen. Auf eine Feinheit legt Erben im Übrigen Wert: Anfangs war das Testzentrum immer als Corona-Drive-in-Station bezeichnet worden. Von diesem Titel habe man Abstand genommen. Der Name lautet nun: Lokales Testzentrum Corona/Covid-19 der Stadt Augsburg.

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