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20.03.2009

Teure Fußball-Leidenschaft

Es gibt bessere Tage für einen Fußball-Fan als diese. Erst verlor seine Mannschaft - der 1. FC Kaiserslautern - bei der TUS Koblenz mit 0:5. Wochen später, bei einem der nächsten Auswärtsspiele, setzte es beim FCA im Rosenaustadion mit 0:1 eine weitere Niederlage für die "Roten Teufel vom Betzenberg". Doch damit nicht genug für einen 24 Jahre alten Anhänger der Pfälzer: Seine Ausflüge auf gegnerischem Platz brachten ihm auch noch zwei saftige Geldstrafen über insgesamt 3600 Euro ein.

Der junge Mann, der sich jetzt vor Richterin Ulrike Ebel-Scheufele wegen Hausfriedensbruch verantworten musste, sieht nicht gerade wie ein "Hooligan" aus, obwohl er Anfang Oktober 2008 vom Deutschen Fußball-Bund auf eine "schwarze Liste" gesetzt wurde. In Koblenz war er - weil er sich vermummt hatte - in eine gewaltsame Auseinandersetzung mit der Polizei geraten. Die Folge war eine Geldstrafe von 1200 Euro wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt sowie ein bundesweites Stadionverbot für alle Spiele der drei ersten Fußball-Ligen. Dies hielt den Fan der "Roten Teufel" aber nicht davon ab, Wochen später zum Auswärtsspiel nach Augsburg ins Rosenaustadion zu reisen. Die Niederlage seiner Elf bekam er allerdings nicht mehr mit. Denn schon eine halbe Stunde vor Spielbeginn wurde er von einem szenekundigen Zivilbeamten der Kaiserslauterer Polizei im Block der Pfälzer Zuschauer erkannt und festgenommen.

Offenbar hatte ihn doch der Teufel geritten. "Das war wirklich blöd", räumte er jetzt vor dem Augsburger Amtsgericht ein. "Erst wollte ich gar nicht ins Stadion, aber dann bin ich doch rein."

Eine "gewisse Dreistigkeit" attestierte Richterin Ebel-Scheufele dem jungen Pfälzer und verurteilte ihn wegen Hausfriedensbruchs zu einer Geldstrafe von 2400 Euro (60 Tagessätze zu je 40 Euro). Auch wenn das Feuer in seinem Fußballherzen noch so heiß brennt, wird er bis Ende Juni dieses Jahres auf sämtliche Spiele seiner geliebten Lautrer Elf verzichten müssen. So lange dauert nämlich noch das Stadionverbot. (peri)

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