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Theater Augsburg

28.05.2016

Theater Augsburg schließt: Gibt es Ausweichspielstätten im Umland?

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In der Gersthofer Stadthalle waren die Philharmoniker schon zu Gast.
Bild: Marcus Merk

Die Suche nach Ausweichspielstätten für das Große Haus läuft auf Hochtouren. Auch im Umland: Warum die Manager der Hallen gerne helfen wollen, aber nicht können.

Das Theater Augsburg hat ein großes Problem: Das Große Haus als Hauptspielstätte steht ab Herbst 2016 nicht mehr zur Verfügung. Die Schließung kam kurzfristig, das Aus kommt ein Jahr früher als gedacht. Die Suche nach anderen Spielstätten gestaltet sich schwierig, zumal die Kongresshalle in Augsburg wegen bereits vertraglich fixierten Veranstaltungen wenig Ausweichpotenzial in den nächsten Monaten bietet. Der Blick der Theaterverantwortlichen geht deshalb auch ins Umland. Mit beteiligt an den Abstimmungsgesprächen ist Götz Beck, der Geschäftsführer der Regio Tourismus GmbH. Beck managt mit seinem Team den Kongress am Park. „Wir suchen jetzt gemeinsam nach Lösungen“, sagte Beck am Freitag gegenüber unserer Redaktion.

Wobei der Tourismuschef betont, dass er nicht im Auftrag des Theaters nach Spielstätten sucht. „Mein Anliegen ist es, in Absprache mit den Nachbarkommunen Veranstaltungen und Kongresse in der Region zu halten.“ Wenn die Kongresshalle nicht als Veranstaltungsort zur Verfügung stehe, werde interessierten Veranstaltern eine Alternative genannt. So hat es auch bei der „Traumfabrik“ geklappt. Ein Termin im Januar 2017 in der Kongresshalle Augsburg klappte nicht, Gersthofen kommt jetzt zum Zug. Wie passend: Ist doch das Theater auch so etwas wie eine Traumfabrik.

Die Irrungen und Wirrungen bei der Schließung des Großen Hauses erlebte die Kongresshalle in indirekter Form mit. Bis vor einiger Zeit hieß es, dass die Schließung im Januar 2017 erfolge, dann galt der Juni 2017 als Termin. Wegen des Brandschutzes überschlugen sich die Ereignisse. Jetzt ist im Juni 2016 Schluss. „Aus Sicht der Kongresshalle sieht aber so aus, dass wir bis Sommer 2017 gut belegt sind“, sagt Beck, „daher ist es für das Theater schwierig, freie Termine zu erhalten.“ Ab dem Sommer 2017 sieht es dann anders aus: Die Kongresshalle hat in Absprache mit der Stadt Augsburg einige große Veranstaltungen langfristig gebucht. Ansonsten ist der Terminplan frei gehalten für das Theater – so wie es ausgemacht gewesen sei.

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Die Suche nach Ausweichspielstätten im Umland

Theater Augsburg
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Das Theater in Augsburg: Ein Blick hinter die Kulissen
Bild: Silvio Wyszengrad

Gersthofen Als eine mögliche Ausweichspielstätte für das Augsburger Theater bietet sich die Stadthalle Gersthofen an. Mit 913 Plätzen bietet die Halle ähnlich vielen Besuchern Platz wie das Theater. Dennoch sieht die Theorie rosiger aus als die Praxis, wie Helmut Gieber, Leiter des Kultur- und Sportamts in Gersthofen weiß: „Wir waren sehr überrascht über die vorgezogene Schließung des Theaters. Natürlich sind wir gerne bereit, zu helfen. Doch unsere Möglichkeiten sind begrenzt, da wir mit mehr als 200 Veranstaltungen pro Jahr schon ziemlich ausgelastet sind.“ Für die Spielzeit 2016/2017 gebe es im Oktober noch einige „weiße Flecken im Terminkalender“. Ansonsten sei die Halle bis April 2017 fast vollständig ausgebucht. Doch auch danach ist fraglich, inwiefern der Theaterbetrieb aus Augsburg integriert werden kann: „Wir sind der größte Veranstalter im eigenen Haus und werden unsere Programmhoheit nicht aufgeben“, erklärt Gieber. Ganze Veranstaltungsreihen könne man nicht aufnehmen: „Damit würden wir uns unflexibel machen.“ Weiter ist fraglich, ob die Stadthalle überhaupt ausreichende technische Möglichkeiten bietet. Zwar gibt es einen Orchestergraben – die Augsburger Philharmoniker haben daher hier auch schon konzertiert – und auch der Zuschauerraum kann mit seinen Hubpodien stufenförmig angeordnet werden. „Wir haben jedoch keinen Bühnenturm und somit keine Möglichkeit, Bühnenbilder schnell auszutauschen“, so Gieber. Einen solchen gebe es auch in keiner anderen Halle in der Region.

Stadtbergen Der Bürgersaal in Stadtbergen verfügt über keinen Orchestergraben – und ist noch dazu verhältnismäßig klein. Es gibt knapp 350 Plätze im Foyer und im Saal, weiß Christoph Schmid vom Kulturamt. Wie ein Blick in den Kalender zeigt, kommt noch ein weiteres Problem hinzu: „Bis Mai 2017 sind wir – zumindest an den Wochenenden – so gut wie ausgebucht. Es wird nicht leicht, Veranstaltungen des Augsburger Theaters mit unseren laufenden Belegungen zu verbinden“, sagt Schmid.

Neusäß In Neusäß sieht es ähnlich aus: Anneli Bronner, Leiterin des Kulturbüros, bezweifelt, dass sich die Neusässer Stadthalle mit ihren 633 Plätzen als Ausweichspielort anbietet: „Wir haben weder einen Orchestergraben noch ansteigende Sitzreihen. Es handelt sich hier um eine ganz einfache Halle.“ Die Bereitschaft zu helfen ist aber auch dort gegeben. „Wir helfen natürlich, wo wir können“, sagt sie. Doch auch in Neusäß kam die unerwartet frühe Schließung des Augsburger Theaters überraschend. „Angedacht war eigentlich 2017. Unser Belegungsplan für die aktuelle Spielzeit ist so gut wie ausgebucht“, erklärt Bronner. Wochenendtermine und Veranstaltungsreihen des Augsburger Theaters seien in Neusäß heuer nicht mehr zu realisieren. Bronners Fazit: „Für das Theater Augsburg wird es jetzt sehr, sehr eng.“

Bobingen Bei einem Treffen der Hallenbetreiber in der Region hat Bobingens Kulturamtsleiterin Elisabeth Morhard grundsätzliche Bereitschaft bekundet, die örtliche Singoldhalle für geeignete Augsburger Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen. Allerdings werde dies erst nach 2017 leichter möglich sein. Denn die über 500 Personen fassende Singoldhalle ist stets auf ein Jahr nahezu ausgebucht.

Das Theater Augsburg soll für 235 Millionen Euro saniert werden. Jetzt geht das Theater in die Offensive: Die Augsburger sollen mit eigenen Augen sehen, wie schlecht es um das Große Haus bestellt ist. Daher gibt es jetzt regelmäßig Führungen.

Schwabmünchen Die Stadthalle mit bis zu 630 Sitzplätzen wird zur Zeit für 2,3 Millionen Euro technisch modernisiert, der Eingangsbereich wird zu einem 162 Quadratmeter großen Foyer erweitert. Wie in Neusäß gibt es auch hier weder einen Orchestergraben noch ansteigende Sitzreihen – dafür hat Schwabmünchen einen großen Vorteil: Wegen der Sanierung hat man für die Zeit nach November 2016, wenn sie abgeschlossen sein soll, nur wenige Buchungen angenommen. Die Singoldstadt liegt zwar nicht im Speckgürtel der Fuggerstadt, doch vom Hauptbahnhof braucht die Bahn nur 18 Minuten. Das ist nicht länger, als die Straßenbahn aus den Stadtteilen braucht.

Friedberg Dort war das Augsburger Stadttheater schon bei zwei Gastspielen im Schlosshof, was in dem besonderen Ambiente gut ankam. Allerdings wird das Wittelsbacher Schloss noch bis Mitte 2018 saniert. Viel Platz für etwa 800 Besucher hat die Stadthalle zu bieten. Dort gastiert unter anderem auch das Landestheater Schwaben mit Kindervorstellungen. Allerdings hat die Stadthalle das Ambiente einer Sporthalle. Schulsporthallen stehen nur in sehr eingeschränktem Maße für Veranstaltungen zur Verfügung. Auch in Friedberg ist der Raum für Kultur knapp. Die dadurch eingeschränkten Möglichkeiten hatten Friedberger Kulturschaffende erst vor Kurzem beim Auftakt zu einem Kulturentwicklungskonzept beklagt.

Königsbrunn Seit die Königstherme ihren Betrieb eingestellt hat, wird dort gelegentlich darüber spekuliert, die große Thermenhalle zu einem Veranstaltungssaal umzubauen. Konkrete Pläne dafür gibt es nicht – falls man sie doch noch anstellen sollte, dann käme eine Stadthalle Königsbrunn sicher zu spät, um Augsburg zu entlasten. möh, sli, pit, hsd, scha

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