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Projektschmiede

22.11.2018

Theatergruppe Mänäptehoi provoziert

Die Gruppe besteht bereits seit 24 Jahren und hat sich einen nicht einfach zu artikulierenden Namen gegeben: „Mänäptehoi – Gesellschaft zur Erzielung des schönen Scheins“. In der Projektschmiede in Lechhausens Hanauer Straße präsentierten die Ensemblemitglieder ihr Stück „Der Turm“.
Bild: Annette Zoepf

Geblendet oder verblendet vom schönen Schein, lassen fünf Schauspieler ein irritiertes Publikum nach dem Besuch „Im Turm“ zurück. Fragende Blicke nicht nur bei den Akteuren, die ein Bild gestohlen haben

Wer eine durchgehende Handlung und wohlgesetzte Dialoge erwartete, war hier absolut fehl am Platz. Das lässt schon der schwer zu artikulierende Name der Theatergruppe „Mänäptehoi – Gesellschaft zur Erzielung des schönen Scheins“ vermuten – so exzentrisch wie ihr neuestes Stück „Im Turm“. Der ungewöhnliche Name Mänäptehoi der seit etwa 24 Jahren bestehenden Gruppe ist übrigens einem Kinderreim entnommen, wie Theaterleiter, Regisseur und Schriftsteller Rainer Braune erläuterte.

Worum es ging? Eine Gruppe unterschiedlicher Menschen hat ein Bild gestohlen. Mit einem Käufer wollen sie sich auf einem Turm am Meer treffen. Doch der Käufer kommt nicht. Auf dem Turm mischt sich eine geheimnisvolle Frau (ein Geist?) unter die Gruppe, irgendwann tauchen auch Gespenster auf. Die Bilderdiebe werden verzaubert, in tiefsinnige Dispute verwickelt, irgendwie verändert. Doch ihr Interesse gilt nach wie vor auch dem Bild, das aber plötzlich verschwunden ist. Mit Kreide versuchen sie, es nachzuzeichnen. Schluss.

Die Handlung ist allerdings eher Nebensache, jedenfalls wird sie eher durch Andeutungen greifbar. Das Stück hat die siebenköpfige Gruppe zusammen mit Braune selbst geschrieben. Die mystischen und realen Personen in dem Turm handeln erst merkwürdig, dann immer bizarrer. So entsteht eine Diskussion über Ebbe und Flut mit langen Erörterungen über deren Ursachen und verschiedene Formen – von der gewaltigen „Springtide“ bis zur kaum wahrnehmbaren „Nipptide“. Nun ja, der Turm steht schließlich am Meer. Den Zuschauern verlangt das Stück einiges ab. Vieles bleibt unerklärt und schafft Platz für eigene Assoziationen. Bei manchen Szenen bleibt der Sinn unklar – zumindest, wenn man sie mit dem „gesunden Menschenverstand“ betrachtet. Kein einfach zu konsumierendes Stück also. In der Pause machten sich denn auch einige Zuschauer davon. Die andern setzten sich nach der Aufführung in der Projektschmiede zum Essen und Trinken zusammen. Sie versuchten, im Gespräch mit Schauspielern und Regisseur, die Geheimnisse des Stücks aufzuspüren.

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06.12.2018

P.S.
Gerne Antwort an
heike.ganser@t-online.de

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06.12.2018

Guten Tag Herr Köhler,
Ihr Artikel
"Projektschmiede: Theatergruppe Mänäptehoi provoziert" hat uns nach dem Lesen leider enttäuscht zurückgelassen.
Kann es sein, dass Sie mit schon von Vornherein verhältnismäßig wenig Lust auf das Theaterstück diesem beigewohnt haben? Dieser Eindruck wird zumindest durch Ihren Artikel stark vermittelt.
Da es uns ziemlich verärgert hat, dass Sie sich nicht die Mühe gemacht haben, alle in Ihrem Artikel vorkommenden Fakten zu überprüfen um sie korrekt wiederzugeben, möchten wir dies gerne für Sie übernehmen.
- Wenn Menschen in der Pause eines Theaterstücks zum Rauchen gehen, heißt das nicht, dass sie sich "davon machen", sondern lediglich, dass sie leider mit einer Nikotin Sucht zu leben haben.
- Wer im Mathematik Unterricht aufgepasst hat, der weiß, dass weder fünf Schauspieler noch sieben auf der Bühne standen, sondern die Darsteller Gruppe aus sechs Köpfen besteht.
- Mähen Äbte Heu? Nein, Äbte mähen nie Heu. Äbte beten.
Kein Kinderreim, altes deutsches Sprichwort.
....
Wenn Sie ein "einfach zu konsumierendes Stück" erwartet haben, dann waren Sie hier selbstverständlich klar überfordert. Das rechtfertigt allerdings nicht die vielen abwertenden Formulierungen, die in Ihrem Artikel zu finden sind.
Insgesamt wirkt es so, als gäbe es nicht viel, was eine größere Strafe für Sie gewesen wäre, als dieses Theaterstück zu besuchen und im Anschluss zu rezensieren.
......
Wir sind interessiert an Ihrer Antwort.
.....
Cora Kölbl
Heike Ganser
Lilli M. Kölbl
J. Kölbl

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