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Augsburg

25.01.2019

Theatersanierung: Was in diesem Jahr alles passiert

Der Blick auf das Theaterareal am Kennedyplatz: Das Große Haus wird saniert, die Arbeiten im Innenbereich starten in diesem Jahr.
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Der Blick auf das Theaterareal am Kennedyplatz: Das Große Haus wird saniert, die Arbeiten im Innenbereich starten in diesem Jahr.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus 2019 fällt der Startschuss für umfangreiche Arbeiten zur Theatersanierung. Dazu gehört der Abriss von Gebäuden. Auch im Großen Haus wird einiges zerstört.

Wer über das Theater Augsburg spricht, denkt gegenwärtig in erster Linie an die neue Spielstätte am Gaswerk in Oberhausen, die vor wenigen Tagen in Betrieb genommen wurde. Theatergänger kennen natürlich schon länger den Weg in den Martinipark. Hier im Textilviertel ist die zweite Spielstätte untergebracht.

Das Große Haus am Kennedyplatz, das in der öffentlichen Wahrnehmung vorrangig für den Theaterbetrieb steht, ist seit Sommer 2016 geschlossen. Es wird in den nächsten Jahren umfangreich saniert. Bis zum Jahr 2025 sollen die Arbeiten dauern. Knapp 190 Millionen Euro werden investiert. Zwei Bauabschnitte sind vorgesehen.

Wo das Geld verbaut wird, davon ist nach wie vor nicht sehr viel zu sehen. Wahrgenommen wird die große Baugrube entlang der Volkhartstraße. Dieses Areal, das mit einem Bauzaun gesichert ist, machte im Vorjahr Schlagzeilen. Bei Ausgrabungen wurden Reste einer alten Stadtmauer gefunden. Nach längeren Debatten beschloss der Stadtrat, die Mauer zu erhalten. Dazu muss umgeplant werden. Die Mauer soll in den Gebäudekomplex des Orchesterprobengebäudes eingebunden werden. Das ist die aktuelle Bestandsaufnahme rund ums Theater in der Innenstadt. In den nächsten Monaten werden die Augsburger deutlich mehr von der Großbaustelle mitbekommen.

Wir klären an dieser Stelle wichtige Fragen.

Was passiert als Nächstes rund um das Große Haus?

Im Außenbereich entsteht eine Baustelleneinrichtung. Sie befindet sich im Bereich des neuen Trafokellers an der Theaterstraße. Besser bekannt ist dieses Areal als ehemaliger Intendanten-Parkplatz. Zeitgleich beginnen die Arbeiten für den Trafokeller. Am vorderen Eingang des Theatergebäudes (Kennedyplatz) werden mehrere Baucontainer aufgestellt. Ein Bauzaun versperrt danach den Zugang.

Warum sind diese Vorarbeiten nötig?

Weitreichende Spartenarbeiten stehen an. Es geht um die Strom-, Wasser- und Fernwärmeversorgung sowie die Telekommunikation im Großen Haus und im gesamten Theaterareal. Eine Fernwärmeleitung in der Theaterstraße ist bereits im Jahr 2018 zum Teil verlegt worden. Es beginnt im weiteren Umfeld des Großen Hauses der Rückbau der Interimsspielstätte „Brechtbühne“ und der Probebühne.

Was heißt Rückbau?

Das Haus mit der roten Fassade sticht ins Auge. Innen ist jetzt schon nicht mehr viel zu sehen. Bauteile und Technik sind im Ofenhaus am Gaswerk wieder eingebaut worden, um Kosten zu sparen. Auch die 219 leuchtend roten Besuchersitze sind umgezogen. Das Gebäude an der Theaterstraße wird bald abgerissen.

Was machen die Archäologen in diesem Jahr?

Im Bereich des Technikkellers müssen noch einige Bereiche archäologisch untersucht werden, die bisher aus statischen Gründen nicht erreichbar waren. Es ist jene Baugrube, die bereits vorhanden ist. Mitten drin liegt die alte Stadtmauer. Wie Stadtarchäologe Sebastian Gairhosweiter informiert, werden die Archäologen dann aber weiterwandern. Der neue Grabungsabschnitt liegt im Bereich östlich des Durchgangs bis zur Kreuzung Kasernstraße, Heilig-Kreuz-Straße, Ludwigstraße. Bevor die Archäologen ihrer Arbeit nachgehen, müssen die bestehenden Gebäude abgerissen werden. Es handelt sich um das Verwaltungsgebäude mit Hoffmann-Keller, das Werkstatt- und Magazingebäude, die Probebühne und die Brechtbühne.

Was passiert mit der Mauer?

Die Mauerreste, die erhalten bleiben sollen, sind zum Schutz vor Witterung und anderer Bauarbeiten abgedeckt worden. Sie werden in diesem Zustand bis zum Rohbau des Technikkellers mit dem Orchesterprobengebäude verbleiben.

Die historische Stadtmauer, die erhalten bleibt, ist zwischenzeitlich abgedeckt worden.
Bild: Silvio Wyszengrad

Was ist im Jahr 2019 im Großen Haus vorgesehen?

Aufzüge werden demontiert. Eine Schadstoffsanierung steht unabhängig davon an. Zudem werden Teile der Bühnentechnik ausgebaut. Im Anschluss der Schadstoffsanierung beginnt der nicht-statische Abbruch.

Was wird erhalten?

Es wird nicht alles im Innenbereich zerstört. Die historische, denkmalgeschützte Ausstattung (dazu gehören die Bestuhlung und Wandverkleidung des Zuschauerraumes sowie die Lüster des Foyers) wird ausgebaut, eingelagert und restauriert und wieder an gleicher Stelle in das sanierte Gebäude eingebaut.

Ist anhand der Voruntersuchungen gesichert, dass es im Großen Haus des Theaters zu keinen unliebsamen und womöglich teuren Überraschungen kommt?

Es wurden umfangreiche Voruntersuchungen zur Ermittlung des Sanierungsbedarfs durchgeführt, um in der Planung frühzeitig möglichst umfassend alle Problemstellungen zu erfassen. Da es sich beim Großen Haus um ein denkmalgeschütztes Bestandsgebäude aus verschiedenen Bau-/Wiederaufbau- und Sanierungsphasen handelt, seien auch durch intensivste Bestandsuntersuchungen Überraschungen bei Bauarbeiten im Bestand nicht vollständig auszuschließen, sagt allerdings Norbert Reinfuss, der zuständige Gesamtprojektleiter für die Theatersanierung im Baureferat der Stadt. Zum Thema Kosten fügt er an: „Alle erforderlichen Bauleistungen stehen natürlich immer unter dem Vorbehalt der derzeit stark erhöhten Baupreisentwicklung im gesamten Bausektor.“

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