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Augsburg

24.11.2017

Tierpuppen als Therapie – und zum Flirten

Die Tierpuppen von Friedrich und Maria Barleben haben ihren Preis. Verwendet werden dafür Mohair, Baumwolle, Filz und Leder. Zum Einsatz kommen die textilen Viecher bei Therapeuten, Lehrer und Schauspielern. Sie eigenen sich aber nach Auskunft ihrer Hersteller auch zum Anbandeln.
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Die Tierpuppen von Friedrich und Maria Barleben haben ihren Preis. Verwendet werden dafür Mohair, Baumwolle, Filz und Leder. Zum Einsatz kommen die textilen Viecher bei Therapeuten, Lehrer und Schauspielern. Sie eigenen sich aber nach Auskunft ihrer Hersteller auch zum Anbandeln.
Bild: Bernd Hohlen

Wie der Textilmarkt mit vielen besonderen, auch internationalen Neuigkeiten überrascht.

Ganz vorne im Eingang des Textil- und Industriemuseums (tim) steht Friedrich Barleben, vor und hinter sich eine Kompanie aus Hunden, Ratten, Füchsen und Wölfen. Handspielpuppen aus der Manufaktur seiner Frau Maria. Was vor 20 Jahren am Nähtisch im heimischen Wohnzimmer seinen Anfang nahm, ist heute eine gut gehende Manufaktur, die in Freiburg naturnah gestaltete Tierpuppen für Therapeuten, Lehrer, Schauspieler herstellt. „Es sind die besonderen Gesichtszüge der Figuren, die brechen jedes Eis. Die Puppen sind nicht nur für die Therapie bei Kindern, sondern auch hervorragend zum Flirten geeignet“, erklärt Barleben. Einen Hütehund hat er heute schon verkauft. 300 Euro das gute Stück. „Wir verwenden ja nur Mohair, Baumwolle, Filz und Leder. Und alle unsere Puppen sind in der Weberei von Steiff in Dortmund hergestellt. Das kostet, macht aber jedes Exemplar auch einzigartig“, betont der Mann, der früher mal Programmierer war.

Jeder Stand eine Überraschung

Zum fünften Mal präsentieren Kunsthandwerker ihre Waren auf dem Markt im tim. An den 63 farbenfrohen Ständen sind Kleidung, Heimtextilien, Hüte, Leder, Schmuck, sogar Stickereien aus fairer Produktion in Afghanistan zu erwerben. Jeder Stand ist eine Überraschung.

Wie die Täschchen aus waschbarem, zerknitterten Papier aus der Werkstatt von Johannes Lerch in Wien, die Produkte des Lederhandschuhmachers Nils Berauer und die Schinkenkissen aus der Textilfleischerei von Silvia Wald. Neu im Ausstellersortiment sind die Textilketten von Doris Berner aus Bern. Neben ihr lassen sich comicartige Taschen von Sascha Wendt aus Holland und die knallig gewebten Schals und Bilder von Franziska Kurth aus Dänemark bewundern und kaufen. Im ersten Stock hat das Friedberger Startup Lou-i von Manuel Hornung seinen Stand aufgebaut. Die Manufaktur gestaltet und produziert Käppies mit einem feinen Schirm aus Holz sowie Mützen aus Baumwolle. Seit 2016 ist der gelernte Betriebswirtschaftler, der auch selbst näht, in exklusiven Augsburger Geschäften und auf zahlreichen Messen präsent. Läuft, sagt er. Spannend wird es zwei Stände weiter bei Benjamin Müller.

Schmuck aus Carbon

Er ist gelernter Schreiner, arbeitete bei einem Holzkunsthandwerker und eröffnete schließlich in Windach das Atelier cube crafts für Schmuck aus Carbon. Puristische anthrazitfarbene Ringe, Ketten, Haarnadeln, Armreifen -alles aus dem dunklen Wunderstoff, kombiniert mit Silber, Titan oder Gold.

Existenzielleres hat Sarah Käsmayr von der Galeriebuchreihe des Augsburger Maro Verlags im Programm, der in diesem Jahr den Kleinverlagspreis des bayerischen Kultusministeriums gewann. Neben den Verlagsbüchern bietet sie auch kleine Stickereien aus Afghanistan an. Käsmayr selbst fuhr bereits vier Mal in die Shomali-Ebene, um dort für die Deutsch-Afghanische Initiative „Guldusi“ die Handteller großen bunten Stoffwerke anzukaufen. Etwa vier bis acht Stunden Arbeit stecken in jedem dieser Quadrate. 200 afghanische Frauen sind an dem Projekt beteiligt.

Die Initiative trägt das finanzielle Risiko, und bietet die Quadrate auch Künstlern und Handwerkerinnen an, die sie in ihre eigenen textilen Kompositionen und Arbeiten einbeziehen können.

Monika Fergg von der Filzwerkstatt und Barbara Bode aus Eching, die Organisatorinnen des Textilmarkts, sind selbst Künstlerinnen und wissen, worauf es bei ihren Teilnehmern ankommt. Entwurf und Ausführung der Produkte müssen aus der Hand der Künstlerinnen und Handwerker selbst stammen. „Wir sehen uns die Aussteller sehr genau an und wechseln jedes Jahr ein Drittel aus, so dass immer Neues dabei ist“, erläutert Bode.

Öffnungszeiten Der Markt kann noch am Samstag von 9 bis 18 Uhr besucht werden.

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