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Augsburg

15.11.2018

Tochter jahrelang missbraucht: Neun Jahre Haft für Vater

Eine Vater ist vor dem Augsburger Landgericht zu sechs Jahren Haft verurteilt worden - er hat jahrelang seine Tochter missbraucht.
Bild: Kaya (Symbolfoto)

Er missbrauchte fast wöchentlich seine Tochter. Jetzt ist ein 35-jährige Mann deshalb in Augsburg verurteilt worden.

Der Vater, der seine eigene Tochter sechs Jahre lang missbraucht hat, ist am Donnerstag von der Jugendkammer des Landgerichts Augsburg zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Er wurde nach mehrtägigem Prozess des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes und Schutzbefohlenen in nahezu 100 Fällen, der Körperverletzung sowie der Nötigung schuldig gesprochen.

Die Übergriffe begannen, als das Kind sechs Jahre alt war bei einem Urlaub in einer Pension. Der Missbrauch steigerte sich bis zum Geschlechtsverkehr. Nach Suizidgedanken offenbarte sich das Mädchen im April seiner Mutter. Noch am selben Tag wurde der Ehemann an seiner Arbeitsstelle festgenommen und inhaftiert.

Die Tochter missbraucht: Er war wie ein Ritual

Der Vorsitzende der Jugendkammer Lenart Hoesch sagte, persönliche Machtbedürfnisse des Angeklagten hätten bei den Taten eine prägende Rolle gespielt. Wie eine Art Ritual hätte sich der Missbrauch abgespielt, später habe der Angeklagte sich nahezu wöchentlich an seiner Tochter vergangen. Ausdrücklich würdigte der Vorsitzende die „verantwortungsvolle Rolle“ von Verteidiger Stefan Mittelbach.

Das Geständnis des Angeklagten habe nicht nur dem Opfer eine Vernehmung vor Gericht erspart, sondern auch ihm selbst geholfen, seine eigene Schuld einzugestehen. „Der Angeklagte hat nach bestem Kräften zur Aufklärung beigetragen und glaubhaft Reue und Betroffenheit gezeigt, ohne in Selbstmitleid zu verfallen“, sagte Hoesch.

Wegen des Missbrauchs: Er zahlt 40.000 Euro an seine Tochter

Der Richter erwähnte auch einen zwischen der Anwältin des Kindes, Marion Zech, und der Verteidigung ausgehandelten Täter-Opfer-Ausgleich. Danach verpflichtet sich der Angeklagte, seiner Tochter 40.000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Das Kind sei erheblich seelisch beeinträchtigt und zeitweise suizidgefährdet, so das Gericht. Der 35-Jährige nahm das Urteil ruhig entgegen, schlug zeitweise seine Hände vor das Gesicht.

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