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13.07.2007

Tod durch zehn Zentimeter langen Nagel

Budapest/Augsburg. Die 43-Jährige aus Langweid, die bei der Schießerei auf einer Ferienranch am Plattensee schwer verletzt worden war, ist wieder in der Heimat.

Sie konnte mittlerweile das Klinikum Augsburg verlassen, muss aber wohl noch einmal operiert werden. Zudem gibt es mehr Informationen zu dem Eifersuchtsdrama in Balatonöszöd, bei dem der neue Freund der Frau - ein 42 Jahre alter Kroate aus Mertingen (Kreis Donau-Ries) - getötet wurde: Ein zehn Zentimeter langer Nagel soll die Schulter des Kroaten durchdrungen und dann auch die Frau aus Langweid im Bauchraum schwer verletzt haben.

Angaben ungarischer Medien zufolge hat der bisherige Lebensgefährte der Langweiderin einen Bolzenschussapparat oder eine Hochleistungs-Nagelpistole an die Autoscheibe des Paares gehalten und aus nächster Nähe abgedrückt.

Wie berichtet, hatte die 43-jährige Frau aus Langweid in der Urlaubsregion am Plattensee vor etwa vier Jahren nach ihrer Scheidung ein neues Leben anfangen wollen und mit ihrem neuen Lebensgefährten - einem 52-Jährigen aus dem Rhein-Main-Gebiet - einen Ferienbauernhof mit zahlreichen Tieren betrieben. Im Frühjahr war die Beziehung in die Brüche gegangen. Ende Juni wollte die Frau mit ihrem neuen Partner - dem Kroaten aus Mertingen, der nach AZ-Informationen im diplomatischen Dienst stand - noch finanzielle Angelegenheiten klären und ihre persönlichen Sachen sowie zwei Pferde abholen.

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Racheakt oder war es Notwehr?

Nach Berichten der "Balaton-Zeitung" war ein Termin beim Notar vereinbart. Als der 52-Jährige dort nicht erschien, waren die Frau und der Kroate zur Ranch gefahren, wo es zu einer Rangelei zwischen den Männern kam. Nachdem das Paar sich ins Auto gesetzt hatte und offenbar davonfahren wollte, griff sie der Deutsche mit einer Nagelpistole an. Nach Informationen von Gábor Biró, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Somogy, wurde durch die geschlossene Scheibe geschossen. Beide Personen wurden schwer verletzt. Das Paar konnte mit dem Auto flüchten und ins Nachbardorf fahren, wo ein Rathausmitarbeiter die Rettungsdienste alarmierte.

Für den Kroaten kam jede Hilfe zu spät, die Frau wurde ins St.-George-Hospital nach Szekesfehervar gebracht. Auch der mutmaßliche Schütze war verletzt worden. Nach AZ-Informationen gibt es zwei Versionen des Tathergangs: Die eine beschreibt einen eiskalten Racheakt aus Eifersucht, die andere ein Notwehrszenario. Welche stimmt, müssen die Ermittler klären.

Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat parallel ein eigenes Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Totschlag eingeleitet, da zwei deutsche Staatsbürger beteiligt sind, bestätigte gestern Behördensprecher Matthias Nickolai. Der Rechtsanwalt Ralf Schönauer hat inzwischen die Vertretung des Schießerei-Opfers aus Langweid übernommen. Er hat nach eigenen Angaben bereits Kontakte zu Anwälten und zum Weißen Ring in Budapest geknüpft.

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