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Bis zu acht Millionen Euro teuer

23.05.2011

Trams: Stadtwerke planen Wendeschleife unter dem Bahnhof

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Die Stadtwerke planen in Augsburg eine bis zu acht Millionen teure Schleife unter dem Hauptbahnhof.

Die Stadtwerke planen in Augsburg eine bis zu acht Millionen teure Schleife unter dem Hauptbahnhof. Der Steuerzahlerbund kritisiert das Vorhaben.

Unter dem Hauptbahnhof wird es künftig rund gehen: Die Stadtwerke planen neben dem Straßenbahntunnel eine unterirdische Wendeschleife. „Das ist bislang die einzige mir bekannte Wendestelle, die machbar ist“, sagt Stadtwerkechef Norbert Walter. Der Tunnel soll nach ersten Schätzungen weniger als acht Millionen Euro kosten, der Bahnhofsumbau insgesamt rund 100 Millionen. Die Wendeschleife soll dafür sorgen, dass die Straßenbahnen auch weiterfahren können, wenn es im Tunnel zu einem Defekt kommt.

Die Frage der Wendeschleife ist nicht neu. Seit klar ist, dass die Straßenbahnen der Linien 3, 4 und 5 künftig in einem Tunnel unter dem Hauptbahnhof halten sollen, läuft die Suche nach einer Wendemöglichkeit. Weil oberirdische Lösungen im Westen des Bahnhofs scheiterten, blickten die Stadtwerke unter die Erde. Gefunden haben sie den Plan für eine unterirdische Wendeschleife, für die eine Machbarkeitsstudie vorliegt, die sagt: Das ist möglich.

Wenn der Bahnhof ab 2012 für 100 Millionen Euro umgebaut wird, entsteht für die Tram ein Tunnel unter den Gleisen in den Westen der Stadt. Nördlich der Trasse soll die unterirdische Wendeschleife entstehen. Sie könnte laut Walter nur zeitgleich erreichtet werden. Er rechnet ihr zwei Hauptaufgaben zu:

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Störung Falls an der unterirdischen Haltestelle eine Tram liegen bleibt, brauchen die Linie 3 und die neue Linie 5 eine Wendemöglichkeit im Westen. Andernfalls käme der Tramverkehr dort laut Walter zum Erliegen. Im Osten bleibt die Schleife am Salewa-Haus erhalten.

Normalbetrieb Die Linie 4 (Oberhausen-Nord) könnte die unterirdische Bahnhofshaltestelle nutzen und wenden. Das könnte auch für die Linie 6 (Friedberg) gelten – falls ihre Fortsetzung in den Westen (Linie 5) nicht rechtzeitig fertig wird. Die Alternative wäre eine Schleife über die Rosenaustraße, Pferseer Unterführung und Viktoriastraße. „Das würde zu einer hohen Zahl an Leerkilometern führen“, sagt Walter. Er will langfristig die Gleise in der Pferseer Unterführung lieber entfernen.

Der Stadtwerkechef hat seine Pläne vor Kurzem im Aufsichtsrat und in der Projektgesellschaft vorgestellt. Der Oberbürgermeister ist nach seinen Worten informiert, Baureferent Gerd Merkle stellte die Pläne schon einmal vor. Laut Walter soll nun der Bauausschuss informiert werden. Nach der Machbarkeit müssten Kosten, Zuschüsse sowie Vor- und Nachteile geprüft werden. In der Politik lösten die Pläne positive Überraschung aus. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Stefan Kiefer war erstaunt, dass die unterirdische Schleife zu diesen Kosten möglich sein soll. Er signalisiert Zustimmung, wenn der Bau zu „vertretbaren Kosten möglich wäre“.

Die Linke bemängelte, dass der Bauausschuss bislang nicht informiert war. Kritik kam auch vom Steuerzahlerbund. Präsident Rolf von Hohenhau fühlt sich in seiner Vorhersage von Kostensteigerungen bestätigt: „Es ist ein blanker Wahnsinn, was die machen.“

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