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Augsburg

17.04.2016

Trend-Food-Messe zieht Tausende an - doch viele sind enttäuscht

Die Trend-Food-Messe in Augsburg zog Tausende Menschen an.
Bild: Silvio Wyszengrad

5000 Besucher stürmen auf der Augsburger Trend-Food-Messe an die Töpfe und nehmen dafür lange Wartezeiten in Kauf. Neben Zustimmung gibt es auch zahlreiche kritische Stimmen.

Genuss erfordert Zeit, oft schon, bevor es richtig los geht. Rund 45 Minuten warten die Gourmet-Besucher am Freitagabend vor der Kongresshalle, bis es losgehen sollte mit „Probieren und Genießen“, das Versprechen der Messe. In der Schlange stehen vor allem Menschen in ihren 20ern und 30ern, gekommen, um sich überraschen zu lassen, was Lebensmittel möglich machen. 41 Aussteller warten auf sie, angetreten, um dieses Bedürfnis zu befriedigen und viele weitere zu wecken. Es ist ein bunter Reigen aus Feinkost, Confiserie, veganer Küche, Streetfood, Craft-Bieren, Spirituosen; überwiegend aus Stadt und Region angereist.

Wie Susanne Rössling. Ihren „Gourmet-Apfel“ gibt es in der Altstadt zu kaufen, aber da laufe ja kein Augsburger mehr durch. „Ich will zeigen, dass mein Apfel mehr als ein herkömmlicher Schokoapfel ist und deshalb 8 Euro wert ist.“ „Gourmet“ heißt ein Granny Smith, darüber hausgemachtes Karamell, Schokolade, plus Spezial-Topping, wie Cornflakes oder Kokosflocken. Zehn Minuten Zeit braucht Rössling für die Kreation eines Apfels. Das wird belohnt, mit „Wahnsinns-Ansturm“.

Ähnlich begeistert über die Besucherzahl sind auch Stefanie und Stephan Karasz aus Markt Schwaben, privat und beruflich ein Paar. Sie verkaufen Gummibärchen mit Schwips. Diplom-Ingenieur Stefan erzählt gern, wie er auf „seine Schnapsidee“ kam: Sommer, 30 Grad, mal wieder ein Konstruktionsproblem, er hat Lust auf Alkohol, aber im Büro gibt’s keine Bar, dafür Gummibärchen, auf jedem Schreibtisch, als Motivations-Hupferl. „Warum also nicht das eine mit dem anderen verbinden?“ 50000 Kochversuche und ein Jahr später hat es der 32-Jährige geschafft: winzige Cocktails zum Kauen, gefüllt mit Vodka Bull, Caipirinha, Cuba Libre klebten im Topf. „Bedizzy“-Drops gibt’s auf der Messe in Döschen, 15 Stück für 4 Euro. Wer alle schluckt, spürt ein Glas Wein, ohne aufzufallen.

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Trend-Food-Messe bekommt Zustimmung - aber auch viel Kritik

Von der Messe enttäuscht sind Sonja und Daniela Güttner, Mutter und Tochter aus Königsbrunn. Sie hatten sich mehr versprochen, „mehr vegan, gesünder, bewusster – Superfood eben“, sagt die 23-jährige Maschinenbauerin. Mutter Güttner, Weight Watchers-Gruppenleiterin, hat ihren 30 Schützlingen angekündigt, „echte Neuigkeiten“ zum Punktezählen mitzubringen, aber bei Pizza, Burger und Maultaschen müssten sie das Rechnen nicht anfangen.

Gut an kommen die blanchierten Gemüse- und Rettichspaghetti mit Senf- oder Currysoße von Feinkost Kahn. Frauen warten geduldig auf die kleinen Schalen, gefüllt mit Eiweiß, ein bisschen Fett, frei von Kohlenhydraten. „Mehr solches Mädchen-Essen wäre toll“ – zwitschert eine Dame aus der Schlange, und die Männer stehen an, weil das „perfekt für die Diät“ und der „Schummel-Tag“ erst morgen sei. 3,50 Euro macht der Happen, von denen sich viele Besucher mehr gewünscht hätten, wie Stefan Reichenbach. 9 Euro hat sein „Pulled Beef Burger“ vom Streetfood-Truck gekostet; das ist gerupftes Rindfleisch in einer Rosmarinkartoffel-Semmel mit Rotkraut. Der hat den 28-jährigen Marketing-Leiter satt für den Abend gemacht.

Trend Food Messe
57 Bilder
So sieht es auf der Trend Food Messe aus
Bild: Silvio Wyszengrad

Mehr Kostproben zu günstigeren Preisen wäre für ihn das interessantere Konzept gewesen, „um sich vielfältig durchzufuttern“. So sehen das auch viele andere und machen ihrem Ärger auf Facebook Luft. Sie dachten, sie bekämen mehr für ihr Geld. 10 Euro Eintritt, davon 8 Mal 1 Euro Verzehrgutschein, einzulösen bei acht verschiedenen Ausstellern, so die Rechnung. Das Problem: An vielen Ständen konnte der Gutschein gar nicht nicht eingelöst werden, und die wenigsten Aussteller verkauften Häppchen. Heißt, nach einer Portion geht nix mehr, der Trendsetter wandert nach Hause, mit sieben unverwerteten Bons in der Tasche – im unglücklichsten Fall.

Veranstalter gibt für 2017 ein Versprechen

Veranstalter Markus Mayer will das 2017 besser machen, die Trend Food soll in die zweite Runde gehen. Rund 5000 Besucher waren von Freitag bis Sonntag da, gerechnet hatte Mayer mit 2000. Der Erfolg zeige, dass die Idee den Geschmack der Augsburger trifft: die Präsentation vieler unterschiedlicher Produkte an einem Ort – von neuen Trends – „Essen, das gut vermarktet wird“, über hippe Bewegungen wie Smoothies und Cupcakes bis zu neuen Whiskey- und Gin-Brennweisen; regional, ressourcenschonend und hochwertig erzeugt. Das kostet, aber „ich kenne niemanden, der nicht bereit ist mehr Geld für richtig gutes Essen und Trinken auszugeben.“ Das Gefühl etwas Besonderes zu tun, gibt’s inklusive.

Aussteller Roman Kowalew wünscht sich von den Deutschen nicht nur Lust auf Qualität, sondern auch Mut zur Einfachheit. Eine gute Spirituose müsse pur getrunken zu werden. Der 29-jährige Russe verkauft „Beluga-Wodka“, die beliebteste Marke in seiner Heimat, die Flasche ab 35 Euro. Und weil Wodka ein ehrliches Getränk sei, dürfe der einzige Mix eine salzige Nebensächlichkeit sein, wie ein Pfannkuchen-Bliny mit Crème Fraiche und Lachskaviar im Silberlöffel für 4 Euro.

Das sind die nächsten Termine für Feinschmecker: Das Street Food Festival bei Segmüller in Friedberg gibt es am Freitag, 22. April, und Samstag, 23. April, von jeweils 11 bis 19 Uhr. Der nächste Street Food Markt in Augsburg findet von Donnerstag 5. Mai, bis Sonntag 8. Mai, auf dem Gögginger Festplatz, Pfarrer-Bogner-Straße statt, jeweils von 12 bis 24 Uhr.

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Die Diskussion ist geschlossen.

18.04.2016

Wenn man die Bons nicht einlösen kann und die Preise völlig normal sind, wieso soll ich dann Eintritt zahlen? Beim StreetFood Market im Oktober war kein Eintritt fällig, und das hat doch auch super funktioniert. Ich kam mir verarscht vor, wie ein Fodd (=odd fool) und keiner redet hier davon, dass er sich für 10,- den Bauch vollschlagen will, Herr Wöhrle!

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18.04.2016

Sorry Wolfgang H.,

ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten, ich wollte lediglich zum Ausdruck bringen, dass wer glaubt bei solchen Veranstaltungen für sein Geld eine angemessene Gegenleistung zu bekommen,leider Entteuscht wird.

Daher auch mein IRONIE Hinweis.

Ich persönlich meide solche Messen, dann bleibt mir auch dieser Ärger erspart.

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18.04.2016

Wer glaubt, dass er für 10 € Eintrittsgeld mit Verzehrbon, sich an allen Ständen den Bauch voll schlagen zu können, war auf der falschen Veranstaltung.

Diese Veranstaltung hieß TrendFodd und da genießt man mit den Augen, nicht mit dem Magen.

IRONIE aus.

Ich habe mit den entteuschten Besuchern dieser Messe kein Mitleid.

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17.04.2016

Wenn für einen Probeschluck Whisky (zum überzogenen Preis, auf eine Flasche umgerechnet) kein Bon angenommen wird (sondern nur für eine Flasche), wenn es zwei Miniportiönchen Gemüsespaghetti (nicht zum Minipreis) sein müssen, damit ein Bon angeommen wird, wenn ein Bon nur für einen Beutel Weinbeeren (wegen denen ich ja nicht zur trendfood gehe), nicht jedoch für das andere, interessantere Angebot gilt, wenn ich also - mit vielem Wenn und Aber, wenn überhaupt etwas probieren kann - dann mit 5 Bons nach Hause gehe - dann kann ich nur sagen: trendfood - nicht empfehlenswert!

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17.04.2016

Hängt so eine Veranstaltung von den Bons, also quasi von Freigutscheinen ab? Egal. Ich esse und trike eh bodenständig und brauche kein Trendfood.[url=http://www.smilies.4-user.de][img]http://www.smilies.4-user.de/include/Essen/smilie_essen_069.gif[/img][/url]

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17.04.2016

Die "Bons" waren eine von mir vorausbezahlte Zwangsabgabe eim Kauf der Eintrittskarte, die nun der Veranstalter kassiert hat!

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18.04.2016

Das grenzt ja schon fast an Betrug wenn man Bons kaufen muß und sie nicht einlösen kann und zwar in der Art wie man sich das normalweise vorstellen kann.

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