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Augsburg

21.10.2020

Trickbetrüger legen drei Opfer mit fiesen Maschen herein

Auch wer glaubt, nicht auf einen Telefonbetrüger hereinzufallen, kann überrumpelt werden.
Bild: Peter Kleist

Einer versprach einen großen Gewinn, ein anderer die große Liebe: Die Polizei warnt in Augsburg vor Trickbetrügern.

Trickbetrüger haben in Augsburg zwei neue Opfer mit fiesen Maschen hereingelegt. Wie die Polizei mitteilt, ereignete sich ein Fall am vergangenen Montag im Stadtteil Spickel. Dort fiel eine Seniorin auf eine vermeintliche Gewinnmitteilung herein. Ihr wurde zunächst telefonisch mitgeteilt, dass sie 97.000 Euro gewonnen habe. Bei weiteren Anrufen des männlichen, Hochdeutsch sprechenden Täters wurde die über 80-jährige Frau dann überredet, zwei Überweisungen zu tätigen und dabei knapp 4000 Euro in den Kosovo zu transferieren, so die Polizei. Vermutlich können die Transaktionen nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Angeblicher US-Soldat sprach von einem neuen Leben

Der zweite Trickbetrug traf ein Opfer im Stadtteil Haunstetten. Eine Frau fiel auf einen sogenannten Love-Scamming-Betrüger herein. Am Dienstag schilderte sie ihre Erlebnisse der Polizei. Danach lernte die Geschädigte Ende August über eine Chat-Plattform einen Mann kennen. Dieser gab an, er sei als US-Soldat in Kabul stationiert. Die beiden schrieben sich mehrere Wochen lang über verschiedene Messenger-Dienste. Laut Polizei täuschte der vermeintliche US-Soldat vor, dass er mit der Augsburgerin in Deutschland ein neues Leben beginnen wolle. Dabei scheute er auch nicht vor haarsträubenden Geschichten zurück: Er habe in Afghanistan von einem König 15 Kilo Gold geschenkt bekommen, da er dessen Mutter vor Entführern gerettet habe. Nun sei er in Gambia vom dortigen Zoll mit dem Gold angehalten worden. Er müsse nun rund 10.000 Euro an Zollgebühren zahlen, sonst könne er nicht weiterfliegen. Die gutgläubige Verliebte überwies ihm darauf insgesamt 2000 Euro, so die Polizei. Die Überweisung des restlichen Geldes sei mangels Kontodeckung gescheitert und konnte deshalb nicht ausgeführt werden.

Falsche Polizeibeamte überrumpeln Seniorin

Ein dritter Fall ereignete sich in der Innenstadt. Eine 85-Jährige wurde am Dienstagnachmittag gegen 14 Uhr im Treppenhaus ihrer Wohnung eines Mehrfamilienhauses in der Reischlestraße von zwei Männern angesprochen, die sich als Polizeibeamte ausgaben, so die Polizei. Die Männer erzählten der Seniorin, dass in unmittelbarer Nähe nach einem Einbrecher gefahndet werde, der auf der Flucht sei. Die Rentnerin schenkte dem keinen Glauben und wollte ihnen den Zutritt in ihre Wohnung verweigern. Einer der Männer verwickelte die Frau jedoch in ein Gespräch, während der andere mehrere Gegenstände in der Wohnung in Unordnung brachte, zum "Beweis", dass sich der angebliche Einbrecher schon in der Wohnung befand und diese durchsucht hatte. Im Anschluss ließen sich die beiden falschen Polizeibeamten noch in der Wohnung herumführen und wollten Wertgegenstände sehen, was die Seniorin beharrlich verweigerte. Kurze Zeit später stellte die Geschädigte jedoch fest, dass ein mittlerer dreistelliger Bargeldbetrag und diverse Schmuckgegenstände fehlten.

Beide Täter waren laut Beschreibung rund 35 Jahre alt, beide etwa 1,75 Meter groß, einer von ihnen mit einer graugrünen Winterjacke und mit einer dunklen Hose bekleidet, der andere generell dunkel gekleidet. Einer der Männer sprach Hochdeutsch mit bayerischem Akzent. Sachdienliche Hinweise erbittet die Kripo Augsburg unter der Telefonnummer 0821/323-3810. (eva)



(eva)

Hinweise und Tipps zum Schutz vor derartigen Betrugsmaschen finden sich auch unter: www.polizei-beratung.de

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