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Handel

12.11.2018

Trinkt heute noch jemand Bubble-Tee?

Susanne Rössling führt den Laden „Abgebrüht“.
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Susanne Rössling führt den Laden „Abgebrüht“.

Das Geschäft brach nach Meldungen über angebliche Giftstoffe ein. Obwohl die Behörden dafür keine Belege fanden, war das für eine Augsburgerin ein harter Schlag. Sie gab nicht auf

Ich war geschockt“, sagt Susanne Rössling über den Moment im Sommer 2012. Damals saß sie vor ihrem kleinen Café in der Altstadt von Augsburg und hatte gerade die Zeitung aufgeschlagen. Dort las die Besitzerin des Cafés „Abgebrüht“, dass angeblich Giftstoffe in Bubble Tee, der aus Tee oder Milch, Sirup und kleinen essbaren Perlen, den Bubbles (englisch für Blase), festgestellt worden waren.

Im Januar 2012 hatte sie sich mit dem kleinen, eigenen Café zu Hochzeiten des Bubble-Tee-Trends einen Traum erfüllt. Das Geschäft mit dem kunterbunten Getränk lief mehr als gut. „Die Leute standen für den Bubble Tee bis auf die Straße Schlange“, weiß sie zu berichten. Die Meldung, die sie an diesem Sommertag erreichte, wonach angeblich Giftstoffe in dem beliebten, bunten Getränk enthalten sein sollen, bedeutete den endgültigen „Genickstoß“ für das kleine Café am Hunoldsgraben. Da half es auch wenig, dass wenig später das nordrhein-westfälische Verbraucherschutzministerium mit Proben das Gegenteil belegte. „Von heute auf morgen hatte ich fast keine Kunden mehr. Viele wollten mit dem Laden nichts mehr zu tun haben“, sagt die heute 36-Jährige. Hinzu kam die Kritik, dass der Tee zu viele Kalorien enthalte.

An Aufgeben hat Susanne Rössling nicht gedacht. Ergänzungen des Sortiments mit Frozen Yoghurt, Teapresso, der Teevariante des Espresso, Gourmet-Äpfeln und anderen Speisen und Getränken haben dem Café über die schweren Zeiten hinweggeholfen.

Im November 2017 hat sie sogar eine Filiale in der Annastraße eröffnet. Dort bietet sie auch weiterhin Bubble Tee an. Die Umsätze mit diesem Getränk hätten sich in den letzten zwei Jahren sogar wieder erholt, meint sie. „Die krassen Zeiten, in denen die Menschen aber Schlange dafür standen, sind vorbei.“ Dennoch, so schätzt sie, kommt jeder zweite ihrer Kunden nach wie vor wegen des Bubble Tees in ihr Café. Dabei kann Susanne Rössling, wie sie sagt, auf eine treue Stammkundschaft aus Studenten und Schülern bauen, die besonders die Qualität und das außergewöhnliche „Feeling“, das aufkommt, wenn die Bubbles am Gaumen zerplatzen, schätzen. (elke)

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