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Flugzeugbau

03.11.2016

Tschüss Eurofighter, Hallo 3-D-Druck

Thomas Ehm, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Premium Aerotec (links), übergab das Element aus dem 3-D-Drucker an Dirk Hoke (rechts), Geschaftsführer von Airbus Defence and Space.
Bild: Premium Aerotec

Premium Aerotec stellt seine Produktion der Rumpfmittelteile vorübergehend ein und präsentiert fast zeitgleich sein erstes flugtaugliches Bauteil aus dem Drucker

Sich von Altbewährtem vorübergehend trennen und in eine neue Zeit eintauchen, damit waren in den letzten Tagen die Mitarbeiter bei Premium Aerotec beschäftigt. Los ging es vergangene Woche mit dem Abschied vom Eurofighter-Projekt: Mit der Übergabe des 575sten Rumpfmittelteil für das Mehrzweckkampfflugzeug an den Kunden endete nach 16 Jahren eine Ära – aber nur vorübergehend. Denn der Produktionsstopp ist kein Abschied für immer, sondern mehr eine Verschnaufpause. Schließlich läuft Anfang 2018 die Herstellung für das Herzstück des Kampfflugzeugs wieder an, um ab Herbst des gleichen Jahres mit der Lieferung für den Eurofighter-Exportauftrag aus Kuwait beginnen zu können.

Für die Mitarbeiter hat der zeitlich begrenzte Produktionsstopp damit keine schwerwiegenden Konsequenzen. „Sie wechseln während dieser Zeit in andere Projekte. Dort unterstützen sie beispielsweise den Produktionshochlauf beim A350 XWB und dem A400M“, erklärt ein Unternehmenssprecher. Läuft die Produktion für den Eurofighter wieder an, werden die Mitarbeiter zurückgeholt. „Sie verfügen über großes Fachwissen rund um Verbundwerkstoffe und auf diese Erfahrung baut das Unternehmen“, so der Sprecher weiter. Bis dahin soll die Eurofighter-Montage optimiert werden, sodass sie beim Wiederanlauf mit weniger Platz auskommt. Der dafür nötige Umbau von Maschinen und Montagestationen sowie Wartungsarbeiten folgen in den kommenden Monaten, teilt das Unternehmen mit.

Während man beim Eurofighter-Projekt einen Gang zurückschaltet, drückt man bei der Produktion von Bauteilen aus dem 3-D-Drucker, dagegen aufs Gaspedal. Erstmals hat Premium Aerotec in dieser Woche einen solchen Teilesatz für das Luftbetankungssystem der A400M an den Kunden übergeben. Dazu gab es das entsprechende Dokument, das die Flugtüchtigkeit der Bauteile bestätigt. „Unsere Entwicklungsingenieure haben gemeinsam mit ihren Kollegen bei Airbus Defence and Space die Grundlage geschaffen, um in Varel Einzelteile im 3-D-Druckverfahren herzustellen. In Augsburg entstand daraus und zusammen mit weiteren konventionell gefertigten Teilen die vollständige Baugruppe“, so Thomas Ehm, Vorsitzender der Geschäftsführung von Premium Aerotec.

Der Einsatz von Elementen aus dem 3-D-Drucker spare Zeit und Geld. Im Falle des aktuell übergebenen Bauteils würden bisher nötige Guss- und Schweißverfahren entfallen. Auf die symbolische Übergabe des ersten Bauteils an Dirk Hoke, Geschäftsführer von Airbus Defence and Space, folgt Anfang Dezember die Auslieferung der kompletten Serie, teilt das Unternehmen weiter mit. (nist)

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