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Prozess in Augsburg

27.11.2019

Überfall: Gold-Räuber verletzten Verkäuferin mit Pfefferspray

Der Raubüberfall in der Hermanstraße ereignete sich Anfang Februar.
Foto: Bernd Hohlen (Archiv)

Ein junges Paar hat Geldsorgen wegen des teuren Lebens in London. Deshalb gehen sie unter anderem in Augsburg auf Beutezug. Beiden droht nun eine längere Haftstrafe.

Sie hatten sich in London kennengelernt und verliebt. Das Leben in der britischen Metropole ist bekanntlich sehr teuer. Doch mit monatlich 3500 Euro, die er als Fahrer bei Amazon verdiente, kam das Paar so gerade über die Runden – bis er seinen Job verlor. Seit dieser Woche sitzen ein Mann und eine Frau, beide 24 Jahre alt, in Augsburg vor der 3. Strafkammer des Landgerichts auf der Anklagebank. Die jungen Leute sollen laut Anklage ein Augsburger Juweliergeschäft diesen Februar überfallen und Goldketten im Wert von 10.500 Euro gestohlen haben. Ein Überfall, der Aufsehen erregt hatte, zumal die Täter, als sie über den Königsplatz wegrannten, Teile ihrer Beute verloren.

Prozess in Augsburg: Räuber legen Geständnis ab

Beide Angeklagten legten zum Prozessauftakt ein umfassendes Geständnis ab. Und noch mehr. Wie zur Sprache kam, hatten sie schon drei Wochen zuvor in Heilbronn ein Schmuckgeschäft beraubt. Vor dem Augsburger Landgericht ist das, da noch ermittelt wird, allerdings nicht angeklagt. Die Täter hatten am Tattag in Augsburg gegen 12.30 Uhr das Geschäft in der Hermannstraße betreten. Während die Verkäuferin wunschgemäß auf einem Präsentationstablett 48 Goldketten ausbreitete, war die Kundin, unter dem Vorwand, telefonieren zu müssen, zur Eingangstür gegangen und hatte sie geöffnet. In dem Moment bekam die Verkäuferin eine Dosis Reizgas ins Gesicht.

Der Vorwurf: Besonders schwerer Raub mit gefährlicher Körperverletzung

Der Zeugin war bei ihrer Aussage vor Gericht anzumerken, wie sehr sie das Erlebte bis heute mitnimmt. Die 68-Jährige hilft nur gelegentlich als Verkäuferin aus. Während sie nach Atem rang und einen Schock erlitt, griff der vermeintliche Kunde nach dem Schmuck und rannte aus dem Laden. Auf der Straße sahen mehrere Fußgänger die jungen Leute davonrennen und beobachteten wie sie bei ihrer Flucht nach und nach 18 Goldketten verloren. Passanten sammelten sie auf, gaben sie dem Geschäftsinhaber zurück oder brachten sie zur Polizei. Bis auf eine Kette, die wohl keinen ehrlichen Finder fand und verschollen geblieben ist.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die beiden Angeklagten des besonderen schweren Raubs mit gefährlicher Körperverletzung. Ihnen drohen wegen des Überfalls mit einer Waffe – dem Reizgas – Haftstrafen nicht unter fünf Jahren. Sobald sie für den Überfall in Heilbronn vor Gericht kommen können sie mit einer deutlich milderen Strafe rechnen. Denn diese Tat dürfte juristisch wohl nur als Trickdiebstahl verurteilt werden.

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27.11.2019

Schlimm, schlimm was alles passiert, auch in Augsburg und man erfährt nur die Hälfte. Bei der Gas-Sprengung des Geldautomaten der Commerzbank in Haunstetten hatten die Täter vorsorglich das Tor der Polizeizentrale in Göggingen mit einem Stahlseil verschlossen, damit die Polizei behindert ist und dies erfolgreich. Nichts davon in der Presse. Kurze Zeit später ein zweiter Überfall in Göggingen bei der gleichen Bank. Ja geht’s noch?

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