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25.06.2009

Ulrichschule zieht nicht um

Ob sie sich freuen soll, weiß Burgit Geissler nicht. Zumindest hat die Leiterin der Ulrichschule jetzt Gewissheit: Die Gespräche mit einem Investor, der das Schulhaus in ein First-Class-Hotel umfunktionieren wollte, sind vom Tisch. "Es ist davon auszugehen, dass die Schule am Ort bleibt. Es gibt keine andere Planung", erklärte nun auch Schulreferent Hermann Köhler.

Für die Schule heißt das, dass sie ihren zentralen Standort in der Hallstraße behält. Das sei wegen des großen Sprengels wichtig, betont Köhler. Es heißt aber auch, dass die Förderschule weiter in dem Gebäude residiert, das Geissler freiweg einen "Schandfleck" nennt. Die Hoffnungen auf einen adäquaten Neubau neben der Agnes-Bernauer-Realschule sind dahin.

Nicht nur die Fassade des Baus sei marode - wie berichtet, frisst deren Sanierung knapp eine halbe Million Euro - auch im Inneren herrschten unzumutbare Zustände: "Bei uns sieht es so aus, wie es früher im Ostblock gewesen ist", beschreibt Geissler den Zustand ihrer Schule. Die Toiletten seien nicht besser als an jedem Bahnhof, die Klassenzimmer verdreckt, der Putz blättere von den Wänden.

Herbert Schuhknecht, Leiter des Holbein-Gymnasiums, stimmt zu: "Das Gebäude an sich wäre wunderschön, aber es müsste dringend saniert werden." Das benachbarte Holbein hat 300 seiner Schüler in dem Jugendstilbau untergebracht. "Ohne die Räume würde es nicht gehen." Seit 30 Jahren dient die Ulrichschule dem Holbein als Provisorium. Inzwischen nimmt es zwölf Räume in Beschlag, weil der Platz in Augsburgs größtem Gymnasium nicht reicht. Jetzt geht nichts mehr.

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Man arbeite gut zusammen, erklärt Burgit Geissler. Auch die Unterstützung des Elternbeirats ist ihr sicher. Dennoch ist sie überzeugt, dass solche Zustände an anderen Schulen nicht geduldet würden: "Wir haben einfach nicht die gleiche Lobby. Die Förderschulen sind immer die vergessenen Schulen."

Eine Aussage, die Köhler nicht stehen lassen will: "So kann man das nicht sagen." Er kennt die Not der Schule, führt regelmäßig Gespräche. Jedoch habe man nicht absehen können, dass der Zustand der Fassade derart desolat ist. Da nicht nur der Oberputz bröckelt, sondern auch die darunter liegenden Schichten absanden, muss der komplette Putz abgetragen werden. Inzwischen ist nicht mehr das Schulreferat zuständig, sondern das Hochbauamt.

Köhler hofft, dass die Mittel für die Sanierung zur Verfügung gestellt werden können. Ein erster Teil (230 000 Euro) soll in den Entwurf des Nachtragshaushalt aufgenommen werden. Bekanntlich hat die Stadt Augsburg eine Haushaltssperre verhängt. "Uns wäre es wichtig, dass ein Zeichen gesetzt wird", sagt Geissler.

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