Newsticker

Tschechien, Luxemburg und Tirol zu Corona-Risikogebieten erklärt
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Umweltminister will Lampen von Osram verteilen

02.06.2009

Umweltminister will Lampen von Osram verteilen

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) setzt auf Symbolik. Im Wahlkampf will er 10 000 Energiesparlampen der Firma Osram verteilen. Über die Qualität dieser Lampen müsse die Bevölkerung noch besser informiert werden, sagte er gestern bei einem Besuch des Osram-Werkes in Augsburg. "Mit guten Produkten aus Deutschland kann man die Umwelt schützen und den eigenen Geldbeutel schonen."

Die Marktlage für den Lampenhersteller gilt als schwierig. Die Konkurrenz von asiatischen Billig-anbietern ist groß. In Augsburg und Schwabmünchen sorgen sich Osram-Beschäftigte um die dauerhafte Sicherheit ihrer Arbeitsplätze und um die Zukunft des Standortes. Zwar ist der geplante Abbau von rund 500 Arbeitsplätzen ausgesetzt. Rund 200 Mitarbeiter scheiden heuer aber freiwillig aus. Die Zusage der Geschäftsleitung, keine Kündigungen auszusprechen, gelte bis 2010, sagt Jürgen Kerner von der Gewerkschaft IG Metall.

Der Besuch des Ministers soll helfen, Perspektiven für die Zukunft auszuloten. Die Visite kam auf Initiative von SPD-Abgeordneten und der Gewerkschaft IG Metall zustande. Gabriel sprach an, wie der Bund Osram unterstützen könne. Geplant sei, die Anforderungen an die Energieeffizienz von Produkten weiter zu verschärfen. Davon würden Lampen von Osram profitieren, die als besonders umweltschonend gelten. Weiter stellte er Fördermittel für innovative Produkte in Aussicht. Auch das könnte dem Augsburger Werk nützen. Dort werden neue Technologien entwickelt, um Arbeitsplätze zu sichern. Osram-Chef Martin Goetzeler ließ den Minister einen Blick in den streng gehüteten Entwicklungsraum werfen. Laut Goetzeler soll vor der Sommerpause die Entscheidung fallen, welche Ideen für Augsburg umgesetzt werden können.

Im kleinen Kreis kam zur Sprache, dass Osram bei Auslandsprojekten wie in Indien bürokratische Hürden der UNO Probleme machen. Danach kann es Monate und Jahre dauern, diese Vorgaben zu erfüllen. Gabriel schlug vor, den Chef der zuständigen UNO-Behörde nach Augsburg einzuladen.

Umweltminister will Lampen von Osram verteilen

"Ein Signal an Siemens"

Bundestagsabgeordneter Heinz Paula sieht in dem Ministerbesuch in Augsburg ein wichtiges Signal an den Osram-Eigentümer Siemens, das Werk ohne Stellenabbau zu erhalten. "Gabriel hat klar gemacht, dass Osram als einziger westeuropäischer Energiesparlampen-Hersteller in Forschung und Produktion investieren muss." Die IG Metall fordert, Geld für Investitionen bereitzustellen. Falls es nicht zu einer positiven Entscheidung kommen sollte, ist der Betriebsrat kampfbereit: "Wir werden den Konflikt nicht scheuen." Das sollte eine Resolution an den Minister unterstreichen. Sie fordert den Erhalt der Standorte Augsburg und Schwabmünchen mit 2200 Arbeitsplätzen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren