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19.05.2010

Umweltminister will Studie zum Lech abwarten

Wie geht es weiter mit dem Umbau des Augsburger Lechs zum frei fließenden Fluss? Und was ist dem Freistaat wichtiger - der Stadtwald als Naturschutzgebiet oder der Ausbau der Wasserkraft? Unser Redaktionsmitglied Eva Maria Knab sprach darüber mit Bayerns Umweltminister Markus Söder.

Sie sagen oft, dass Naturschutz immer wichtiger wird, auch im Hinblick auf den Klimawandel. Wie schützenswert ist der Augsburger Stadtwald?

Söder: Als eines der größten Naturschutzgebiete außerhalb der Alpen hat der Augsburger Stadtwald eine hohe ökologische Bedeutung. Seine Auenwälder und die Flussschotterheiden zählen zu einem bedeutenden Biotopverbund. Der Umgang mit diesem europäisch geschützten FFH-Gebiet erfordert daher hohe Sensibilität.

Beim Streit ums geplante Wasserkraftwerk von Eon im Stadtwald spielen Trinkwasserschutz, Naturschutz und der Ausbau der Wasserkraft eine Rolle. Welches Interesse ist Ihnen am wichtigsten, welches weniger wichtig?

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Söder: Eines unserer obersten Ziele ist die Renaturierung des Lechs, um seine Fließdynamik zu verbessern. Zudem geht es um den Schutz der Trinkwassergewinnung für Augsburg. Wir wollen den Lech als ökologisch wertvolles Gewässer erhalten und aufwerten. Darüber hinaus gibt es den ökologischen Ansatz der Wasserkraft. Sie ist ein CO2-freier Energieträger und damit ein Beitrag zum Klimaschutz.

Die Frage war, wie ist Ihre Rangliste der Interessen?

Söder: Es braucht eine sensible Abwägung im Einzelfall. Dazu gibt es ein klar definiertes Verfahren. Es gilt, die neuen Gutachten abzuwarten und danach die Argumente zu gewichten. Bei Wasserkraft bleibt in Bayern ein Grundsatz: Die Optimierung bestehender Wasserkraftwerke hat eindeutig Vorrang vor dem Bau neuer Anlagen.

Das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth wird im Auftrag des Freistaates eine Studie über den Umbau des Lechs erstellen. Kritiker des neuen Kraftwerkes befürchten, dass die Anlage von vorneherein mit eingeplant wird ...

Söder: Das Hauptziel der Studie ist es zu klären, wie der ökologische Zustand dieses Flussabschnitts verbessert werden kann. Geprüft werden Fragen wie Renaturierung, Trinkwasserschutz, Hochwassserschutz, aber auch Wasserkraft. Es gibt keine Vorfestlegung. Die Studie ist absolut ergebnisoffen.

Beim Donau-Ausbau haben Sie Ihr Veto eingelegt. Auch die Lechallianz von Augsburger Bürgern und Vereinen hat Sie um Hilfe gebeten, um das neue Kraftwerk im Stadtwald zu verhindern. Was werden Sie tun?

Söder: Es wäre unseriös, dem Gutachten vorzugreifen. Nach Abschluss der Studie sollen die Ergebnisse diskutiert werden.

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