Umwelt

14.10.2016

Umzug aus der Kiste

Feste Klappbox statt Umzugskarton: Warum die Plastikvariante handlicher und umweltverträglicher ist

Alles begann mit einem Eintrag in ein Notizbuch. Darin vermerkte Oliver Mund 2009 die Geschäftsidee, statt Pappkartons stabile Kunststoffboxen für Umzüge zu verwenden. Darauf gekommen war er, weil er sich selbst für einen Umzug genau solche Boxen von einem Freund ausgeliehen hatte, der diese ursprünglich zum trockenen Einlagern verwendet hatte. Die Umzugshelfer von Mund waren begeistert und trugen die Plastikboxen deutlich lieber, als jene aus Karton.

Bis aus der eigenen Erfahrung jedoch ein eigenes Unternehmen wurde, vergingen noch einige Jahre. 2012 gab Mund seinen Job bei einer Immobilienfirma auf und erinnerte sich an seine Notiz. Zusammen mit einem Freund gründete er 2013 in München die Turtlebox GmbH und gewann mit seiner Idee sofort den Umweltpreis der Landeshauptstadt. Seither ist das Unternehmen auf Expansionskurs und bietet seine Boxen in immer mehr deutschen Städten an – auch in Augsburg, das schon kurz nach Gründung als erste Partnerstadt überhaupt aufgenommen worden war.

Die Vorteile der Kisten liegen laut Unternehmensgründer Mund auf der Hand. „Unsere Boxen reißen nicht, und weichen bei Regen nicht auf. Sie sind stabil und wiederverwertbar.“ Vor allem der Aspekt der Nachhaltigkeit sei ein wesentlicher Vorteil gegenüber den herkömmlichen Umzugskartons und Teil der Philosophie. „Kunststoff im Einwegsystem ist tatsächlich schlecht für die Umwelt. In einem Mehrwegkreislauf aber macht er Sinn. Ein Umzugskarton wird im Schnitt zwei Mal verwendet, bevor er entsorgt wird. Eine Turtlebox hingegen stemmt mindestens 200 Umzüge und kann danach recycelt werden“, erklärt Geschäftsführer Leopold Schoeller. Pro Verwendung verursache eine Turtlebox 23 Gramm CO²-Emissionen – das sei 12 Mal weniger, als bei einem Umzugskarton. Würden nur 20 Prozent der jährlich fünf Millionen Umzügler die Kartons durch Mehrwegkisten ersetzen, könnten 25000 Tonnen Papiermüll eingespart werden, rechnen die Firmenchefs vor.

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Auch andere Anbieter, wie beispielsweise mymovingpartner, liefern mittlerweile wiederverwertbare und damit umweltverträgliche Umzugskisten zu Umzugsorten in verschiedenen Städten, darunter Augsburg an. Leihbox.com plant sogar eine eigene Niederlassung in Augsburg zu eröffnen.

Wer bei seinem Umzug also auch Wert auf den Umweltschutz legt, kann bei den Anbietern telefonisch oder online die von ihm benötigte Anzahl an Kisten ordern – zur Selbstabholung oder mit Liefer- und Abholservice, teils zu günstigeren Preisen als Kartons.

Die Kisten sind nach Aussagen der Anbieter geruchsneutral und werden nach jedem Umzug gründlich gereinigt. Sie seien somit robust und würden ihren Inhalt sicher schützen – im Falle von Turtlebox so wie der Schutzpanzer die Schildkröte.

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