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Augsburger Zoo

27.11.2019

Umzug nach Augsburg: Ist das Tauziehen um die neuen Elefanten entschieden?

Pfleger Gary hat zu Burma (links) und Targa einen speziellen Draht. Bekommt der Zoo in Augsburg nun weitere Elefanten?
Bild: Ulrich Wagner (Archiv)

Plus Frosja und Louise aus Berlin kommen wohl doch nach Augsburg. Ganz perfekt scheint der Deal allerdings noch nicht zu sein. Warum der Zoo Augsburg keine Elefantenbullen will.

Nach einem Monate langen Tauziehen steht für Augsburgs Zoochefin Barbara Jantschke fest: Der Tierpark Berlin wird zwei Elefantenkühe an den Augsburger Zoo abgeben– Frosja und Louise. Das hatte sich Zoodirektorin Barbara Jantschke gewünscht. Ganz perfekt scheint der „Deal“ aber noch nicht zu sein. In Berlin hieß es auf Anfrage unserer Zeitung am Mittwoch: „Einen Elefanten-Umzug nach Augsburg können wir noch nicht final bestätigen.“

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Wie Großtiere in europäischen Zoos verteilt werden, gilt immer als eine besonders spannende Sache. Das zuständige europäische Auswahlgremium für die asiatischen Elefanten hatte im September getagt. Schon kurz danach machten Spekulationen die Runde, wonach die beiden Elefantinnen Frosja und Louise aus Berlin nach Augsburg kommen könnten. Berlin müsse wegen eines Neubaus der Elefantenanlage alle seine Dickhäuter an andere Tiergärten abgeben, hieß es.

Zoo Augsburg gibt Entscheidung bekannt: Elefanten kommen aus Berlin

Dennoch dauerte es bis Ende November, bis Jantschke diese Woche eine Entscheidung öffentlich bekannt gab. „Soeben habe ich die Info bekommen, dass nun definitiv Frosja (38) und Louise (45) aus dem Tierpark Berlin nach Augsburg kommen werden“, teilte sie am Montagabend mit. Doch der Pressesprecher in Berlin wollte diese Nachricht am Dienstag und erneut am Mittwoch nicht bestätigen.

Umzug nach Augsburg: Ist das Tauziehen um die neuen Elefanten entschieden?

Nach Informationen unserer Redaktion gibt es auch noch eine andere Interessenlage. Danach hätte die zuständige Koordinationsstelle der europäischen Zoos gerne drei männliche asiatische Elefanten in Augsburg untergebracht. Hintergrund ist, dass asiatische Elefanten erfolgreich gezüchtet werden und es nicht so einfach ist, genügend Plätze für junge Bullen zu finden.

Männliche Elefanten wollte aber Zoodirektorin Barbara Jantschke mit Rücksicht auf die beiden alten Augsburger Elefantinnen Burma und Targa nicht haben. „Wir hätten die beiden Gruppen trennen müssen“, sagt sie. Sonst wären Konflikte zwischen den Tieren absehbar gewesen.

Das neue Damen-Quartett mit Burma, Targa, Frosja und Louise hat aus ihrer Sicht hingegen mehrere Vorteile. Die beiden Berlinerinnen kennen sich schon lange und sind miteinander befreundet. Bei Elefanten spielen soziale Bindungen eine wichtige Rolle.

Augsburger Elefantenhaus wird gerade fertig gebaut

Das könnte ihnen den Umzug nach Augsburg und die Eingewöhnung erleichtern. Außerdem müssen dann nur zwei eingespielte Teams von Elefantinnen miteinander zurechtkommen – und nicht mehrere fremde Tiere aus unterschiedlichen Zoos. Jantschkes Ziel ist, dass alle vier Dickhäuter gemeinsam die gesamte Augsburger Anlage nutzen können.

Bis es soweit ist, kann es allerdings noch dauern. Denn das neue Elefantenhaus wird gerade fertig gebaut. Eröffnungstermin ist am 3. Februar, dann aber noch ohne die künftigen Bewohner. Wenn die anlage in Betrieb geht, sollen Targa und Burma erst einmal den Vortritt haben und sich in Ruhe eingewöhnen können. Wegen ihres fortgeschrittenen Alters ist noch nicht absehbar, ob es Wochen oder Monate dauern wird, bis sie sich dort heimisch fühlen. Targa ist mit 64 Jahren der älteste deutsche Zooelefant und einer der ältesten in menschlicher Obhut weltweit

Im zweiten Schritt will Jantschke dann die neuen Elefanten aus Berlin nach Augsburg holen. Nach ihrer Einschätzung kann es bis zum Frühjahr dauern, einen Umzugstermin für die Tiere zu vereinbaren. Wann die Berliner spätestens kommen sollen, dazu will sie sich derzeit noch nicht festlegen.

Sollten tatsächlich Frosja und Louise kommen, ist eine Neuerung im Augsburger Zoo besonders wichtig. Denn Frosja soll laut Medienberichten in Berlin schon mal aggressiv geworden sein und einen Pfleger leicht verletzt haben. Im neuen Augsburger Gehege werden die Elefanten künftig nicht mehr so eng mit ihren Pflegern zusammen kommen. Sie werden im sogenannten „geschützten Kontakt“ gehalten, so wie es in modernen Zooanlagen inzwischen üblich ist. Weil die Elefanten nur durch Gitterbarrieren hindurch betreut werden, bietet das mehr Sicherheit für die Pfleger, die Tiere sollen damit auch ein besseres Gruppenverhalten entwickeln.

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