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Augsburg

13.04.2015

Unbekannte ergaunern mit Schockanrufen viel Geld

Die Polizei sucht Betrüger, die mit Schockanrufen viel Geld von Rentnern erbeuteten.
Bild: Armin Weigel/dpa (Symbolfoto)

In Augsburg und im Allgäu ist eine betrügerische Masche im Umlauf. Vor allem gutgläubige russisch-stämmige Rentner fallen darauf herein.

In Augsburg und Schwaben macht offenbar eine betrügerische Masche die Runde. Laut Polizei rufen dabei Unbekannte bei älteren Menschen und erzählen, dass ein Verwandter krank oder in einem Unfall verwickelt worden sei oder von der Polizei festgehalten werde. Der Verwandte brauche jetzt dringend Geld, um sein Problem zu lösen und ein Kurier würde bald das Geld abholen. Die Polizei nennt solche Anrufe Schockanrufe.

Die Geschichte ist natürlich erfunden, der Kurier arbeitet für die Betrüger. Wie jetzt bekannt wurde, wurden in den vergangenen Tagen mehrere Augsburger und Allgäuer Opfer der Masche.

Die Schockanruf-Masche funktioniert in der russischen Gemeinde immer wieder

Wie ein Polizeisprecher der Augsburger Polizei mitteilt, taucht diese Masche immer wieder in russischsprachigen Milieus auf. Den Opfern erscheinen wohl solche informelle Zahlungen plausibel, weil sie der russischen Polizei und der dortigen Verwaltung anscheinend nicht vertrauen. Vermutlich nutzen die Betrüger genau dieses Misstrauen aus.

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In einem Fall vergangene Woche überzeugte ein russisch-sprechender Anrufer eine russisch-stämmige Geschädigte im Augsburger Stadtteil Herrenbach davon, dass Geld für eine Operation nötig wäre. Leichtsinnig gab die Geschädigte mehrere Tausend Euro an den Kurier, der kurz nach dem Anruf eintraf. Der männliche Geldbote wird wie folgt beschrieben: circa 25 Jahre alt, circa 1,85 Meter groß, schlanke Figur, normale Straßenbekleidung.

Bei einem weiteren Vorfall vergangene Woche meldete sich ein unbekannter Anrufer in russischer Sprache und verlangte von einer hochbetagten Frau im Augsburger Antonsviertel die Zahlung von 1000 Euro. Dieses Geld sollte der Behandlung eines Unfallopfers dienen. Den Unfall hätte angeblich der Sohn der ebenfalls russisch-stämmigen Geschädigten verursacht. Das Geld wurde ebenfalls von einem Geldboten abgeholt. Der unbekannte Mann war etwa 25 Jahre alt, circa 1,80 Meter groß, schlank, dunkle Haare, russisch sprechend.

Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Augsburg unter Telefonnummer 0821/323-3810 entgegen.

Auch die Polizei Lindau vermeldete ähnliche Schockanrufe aus der vergangenen Woche in Lindenberg und Weiler-Simmerberg bei osteuropäischen Migranten.

Die Polizei hat Tipps gegen die Betrüger

Die Polizei empfiehlt folgende Verhaltentipps, um nicht Opfer eines Schockanrufes zu werden und die Betrüger zu entlarven:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht kennen.
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis. Fragen Sie bei einem solchen Telefonat nach persönlichen Daten/ Erlebnissen, die nur Ihr Verwandter beantworten kann.
  • Rufen Sie die Ihnen bekannte Nummer Ihres Verwandten an.
  • Ziehen Sie im Zweifelsfall Familienmitglieder hinzu oder verständigen Sie unverzüglich die Polizei (Notruf 110), wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an Ihnen unbekannte Personen.
  • Lassen Sie keine fremden Personen in die Wohnung.
  • Wenn Sie Opfer geworden sind, wenden Sie sich an Ihre örtliche Polizeidienststelle und erstatten Sie Anzeige.
  • Informieren Sie auch Bekannte und Senioren in Ihrem Umfeld, die der deutschen Sprache nicht ausreichend mächtig sind.
  • Diese und weitere Informationen finden Sie auch im Internet unter: www.polizei-beratung.de
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