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Nachtleben

29.05.2015

Und plötzlich der eigene Chef

Georg Krauß, 28, führt jetzt das Schaf in der Ludwigstraße.

Georg Krauß geht mit dem Schaf in der Ludwigstraße neue Wege

Zehnjähriges hat das Schaf Anfang des Jahres gefeiert. Vor zehn Jahren hat Georg Krauß noch Hardcore-Punk gehört und ist – wenn überhaupt – ins Kerosin gegangen. „Ab und zu auch ins Schaf, aber das war damals eher noch so ein Underground-Schuppen“, sagt der 28-Jährige und lacht. Heute besucht er den Klub in der Ludwigstraße sehr oft: Er hat ihn von Richard Goerlich übernommen.

Die Übernahme kam nicht von ungefähr. Nachdem er weder am Anna-Gymnasium noch an der Fachoberschule das Abitur bestand, schnupperte er in den Beruf des Krankenpflegers hinein. Nach einigen Wochen stellte er fest, dass das doch nicht das Wahre für ihn war. Er wurde dennoch fündig: Das Wahre für sich fand er im Nachtleben. „Anfangs organisierte ich Partys und Konzerte im Provino. Als es damals schloss, habe ich bereits ausgemachte Veranstaltungen ins Junge Theater und schließlich auch ins Schaf verlegt“, erzählt er. Das war 2006.

„Das Konzert von Egotronic war ein riesiger Erfolg im Schaf“, sagt er und für ihn ein guter Start in dem Klub. Zuerst arbeitete er an der Bar und organisierte weiter Veranstaltungen. Schließlich absolvierte er dort eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann. Er blieb dabei und arbeitete nach seinem Abschluss weiter in dem Klub.

Als Richard Goerlich überlegte, das Schaf abzugeben, fackelte Georg Krauß nicht lange und griff zu. Er investierte unter anderem in eine neue Anlage, einen neuen Boden und schließlich auch in eine neue Bar und entwickelte das Schaf so Stück für Stück weiter. „Die Klub-Kultur ist in Augsburg so vielfältig wie nie. Das macht es einem als Klubbetreiber nicht einfach, aber erhöht auch den Anspruch an sich selber“, sagt er.

Sein Anspruch ist es, bei den Besuchern mit Qualität zu punkten. Ansprechendes Layout bei den Flyern, gute DJ, guter Sound und gehobene Spirituosen sind sein Konzept. „Kein Eintritt und Schnaps für einen Euro – das will ich nicht“, betont er.

Dafür gibt es etablierte Partys, wie Forza Electronica mit dem international bekannten DJ Daniel Bortz, Auto.Matic.Music mit den DJ Tobias Schmid und Stefan Sieber und die Monstaub-Partys.

Georg Krauß und sein Team planen neben den normalen Öffnungstagen am Freitag und Samstag, künftig auch den Donnerstag zu etablieren. „Das soll ein alternativer Tag werden, an dem Augsburger DJ experimentieren können und beispielsweise auch so harten Techno auflegen, der an einem Samstagabend nicht gespielt wird.“

Ab Herbst dieses Jahres sollen dann am Mittwoch wechselnde lokale DJ Hip-Hop auflegen. Obwohl Georg Krauß schon lange im Geschäft ist, hat er in den vergangenen Monaten noch einiges gelernt. „Es ist ein ganz schöner Verwaltungsaufwand. Ich glaube, ich bin schon viel sorgfältiger geworden“, sagt er.

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