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29.07.2010

Undichte Toiletten: Fußballern stinkt's

Göggingen Die Fliesen an der Wand der Karl-Mögele-Sportanlage kennt Karl-Heinz Fischaleck noch aus der Zeit, als er anfing, beim TSV Göggingen Fußball zu spielen. Das war vor 30 Jahren. Heute ist er dort Abteilungsleiter.

Seit mehreren Jahren klagen die Sportler über die schlechten Bedingungen in den Räumlichkeiten der Anlage. Von fehlender Wärmedämmung über Schimmelbildung bis zu Toiletten und Duschen, die häufiger defekt sind, reicht die Liste. Vor einem dreiviertel Jahr schickten TSV und DJK Göggingen deswegen ein gemeinsames Schreiben an das Sportamt der Stadt und den zuständigen Referenten Peter Grab. Passiert ist seither wenig.

Räume unter Wasser

Das Fass zum Überlaufen brachte für die Verantwortlichen ein Problem mit den Toiletten, Anfang dieses Jahres. Weil ein Druckspüler versagte, lief das Wasser aus dem Becken. "Es stand alles unter Wasser. Unsere Trikots, die wir hier lagern, waren auch schon nass. Zum Glück haben wir es relativ früh gemerkt, sonst hätten wir sie wegschmeißen müssen", erinnert sich Dieter Gerkhard, einer der drei Abteilungsleiter des TSV. Die vorgenommene Reparatur hielt zwei Tage, dann lief die Wasserspülung erneut rund um die Uhr. "Wir hatten an dem Tag ein Turnier mit 20 Nachwuchsmannschaften. Ich habe den Hahn dann abgedreht", erklärt Fischaleck. Der Aushilfsplatzwart versprach, einen Experten zu beauftragen. Der Platzwart war zu diesem Zeitpunkt zur U-20-Juniorinnen-WM abgestellt. Als die Fußballer dessen Maßnahme sahen, staunten sie allerdings nicht schlecht: Die Tür der Toilette war abgeschlossen. "Wir fühlen uns abgehängt. Die Augsburger Panther bekommen ein neues Stadion und der Breitensport fällt hinten runter", ärgert sich Fischaleck. Bei der Stadt kennt man die Probleme. Wilhelm Pitsch, Abteilungsleiter für die Sportanlagen, verweist auf das Alter der Anlage. "Duschen und Toiletten sind aber voll funktionsfähig", sagte er. Dem Schimmel soll mit entsprechender Farbe zu Leibe gerückt werden. Pitsch vermutet, dass nicht richtig gelüftet wurde.

Beim Sport- und Bäderamt hatten die Verantwortlichen im Zusammenhang mit der Frauenfußball-WM 2011 darauf spekuliert, Mittel von der Stadt zu bekommen. Eine erste Analyse ergab laut Pitsch Sanierungskosten von 650 000 Euro. Die Hoffnung zerschlug sich jedoch schnell. Als die Vertreter der FIFA die Trainingsstätten besichtigen wollten, kam ihr Bus gar nicht bis ans Stadion. Die einzige Zufahrt führt unter der B 17 hindurch und ist 3,40 Meter hoch. Das reicht nicht für die großen Reisebusse der Teams. Das Aus für die Sportanlage. Geht es nach Fischaleck, sind solche Ausgaben nicht nötig. "Bei der Stadt strebt man die größte Lösung an. Uns würde es reichen, wenn wir vernünftige hygienische Verhältnisse hätten." Zumindest die Toilette funktioniert inzwischen wieder.

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