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FC Augsburg

09.11.2018

Unfall von Peter Bircks: Die Familie hat Zweifel

Auf der Bahnhofstraße in Gersthofen geschah der Unfall.
Bild: Marcus Merk

Die Familie des FCA-Aufsichtsratschefs bezweifelt, dass Peter Bircks beim Queren der Straße nicht aufgepasst haben soll. Und sie stellt Forderungen.

Wie starb Peter Bircks? Seine Familie äußert deutliche Zweifel an der Interpretation, wonach der 66-Jährige Opfer einer eigenen Unachtsamkeit geworden sein könnte (wir berichteten Anfang der Woche). Der Bruder des Verstorbenen, Thomas Bircks, sagte gegenüber unserer Redaktion: „Als wahrscheinlicher sehe ich es persönlich an, dass die Unfallursache einem kleinen Moment der Unachtsamkeit des Fahrers zuzuschreiben ist, da Peter Bircks die Straße schon zum größten Teil überquert hatte. Weder die eine, noch die andere These ist aber bis dato durch das unfallanalytische Gutachten belegt.“

Wie mehrfach berichtet, war der FCA-Aufsichtsratsvorsitzende am Mittwoch, 24. Oktober, kurz nach 21 Uhr von einem Auto erfasst worden, als er in Gersthofen an einer ausgeschalteten Ampel die Bahnhofstraße überquerte. Nach Angaben der Polizei war das Unfallauto, das ein 50-Jähriger steuerte, nach bisherigem Kenntnisstand nicht zu schnell unterwegs. Den genauen Hergang soll ein Gutachten erklären, das die Staatsanwaltschaft veranlasst hat. Schließlich geht es um den Vorwurf der fahrlässigen Tötung.

Warum lässt sich die Ampel nicht einschalten?

Dass die Ampel am Unfallort - wie stets um dieses Uhrzeit - ausgeschaltet war, kritisiert Thomas Bircks scharf. Bei Veranstaltungen in der nahen Stadthalle mit Hunderten von Besuchern und einer vollen Tiefgarage handele es sich „temporär um einen neuralgischen Punkt“. Dass keine Signalsteuerung erfolgt, ist in seinen Augen nicht nachvollziehbar. „Die Sinnhaftigkeit hier nicht eine aktivierbare Fußgängerampel zu betreiben, erschließt sich mit gesunden Menschenverstand nicht. So könnten zumindest in Zukunft Unfälle solcher Art vermieden werden“, sagt Bircks. (cf)

Lesen Sie hier den Bericht: Peter Bircks stirbt nach Verkehrsunfall

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10.11.2018

Da gebe ich Maja S. recht, diese Ampelanlage gehört für den Fußgänger manuell schaltbar gemacht von rot auf grün, weil dieser Übergang zu lang ist und den Fußgänger nicht absichert, und das auch am Sonntag.

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10.11.2018

Ohne dem Unfallgutachten eines Sachverständigen vorgreifen zu wollen, erscheint es mir auch ausgeschlossen, dass Peter Bircks dem Kfz unvermittelt vors Auto gelaufen sein könnte. Dagegen spricht die geschilderte Situation der Überquerung der Bahnhofstraße von der Stadthalle kommend, während der Autofahrer in Richtung B2 also Westen fuhr. Da befand sich der Fußgänger ja schon einige Zeit auf der Fahrbahn bevor er überhaupt die betreffende Spur erreichen konnte. Warum wurde er auf der gut beleuchteten Straße übersehen? Das wird der Kfz-Lenker zu erläutern haben.

Es ist auch nicht ausgemacht, dass Peter Bircks die Straße betreten hat, obwohl schon ein Auto nahte. Die Tiefgaragenausfahrt dürfte von der Ecke Brahmstraße nicht einsehbar sein, es sind aber nur ca. 60 m bis zur Kreuzung.

Wenn man als Fußgänger einmal eine Straße betreten hat, die man vermeintlich sicher überqueren kann, weil kein Fahrzeug zu sehen ist, ist man dem Verkehrsgeschehen ausgeliefert, wenn sich die Verkehrssituation dann doch ändert.

Ich konnte mich vor wenigen Wochen nur mittels eines Sprungs nach vorne retten, sonst wäre ich von einem Autofahrer, der die Situation offenbar überhaupt nicht mitbekommen hat über den Haufen gefahren worden. Ich querte im Dunkeln die gut beleuchtete Einmündung Im Gries/Postillionstraße. Es war kein Fahrzeug zu sehen. Nachdem ich zwei ,drei Schritte über die insgesamt ca. 12 m breite Fahrbahn gegangen war, kam aus der Josef-Schorer-Straße ein Fahrzeug, das mit flottem Tempo rechts abbog und dann links in die Straße Im Gries hineinschnitt. Da wo ich mich gerade mitten bei der Querung befand. Ich hatte Glück.

Die Forderung/Anregungen der Familie Bircks, die Ampelanlage zumindest auf Signalanforderung zu schalten halte ich für vernünftig und berechtigt.

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