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Mietek-Pemper-Preis 2016

21.10.2016

Unter Polizeischutz: Priester Don Luigi Ciotti ausgezeichnet

Zur Preisverleihung kam auch die Nichte von Mietek Pemper, Regina Pemper (links), hier mit Laudatorin Petra Reski und Preisträger Don Luigi Ciotti.
Bild: Anne Wall

Priester Don Luigi Ciotti wurde im Goldenen Saal mit dem Mietek-Pemper-Preis ausgezeichnet. Warum er unter Polizeischutz steht.

Don Luigi Ciotti kämpft gegen die Mafia und braucht ständig Polizeischutz. Ungewöhnlich groß war daher am Donnerstagabend das Aufgebot an Sicherheitskräften im Rathaus. Im Goldenen Saal wurde der italienische Priester mit dem Mietek-Pemper-Preis der Universität für Versöhnung und Völkerverständigung ausgezeichnet.

Ciotti hat als Begründer der Anti-Mafia-Vereinigung „Libera“ sowie der Monatszeitschrift „Narcomafie“ den Kampf gegen die organisierte Kriminalität in Italien zu seinem Lebensinhalt gemacht (wir berichteten). Die „Libera“ ist heute mit mehr als 1300 Vereinen und Bürgerinitiativen das größte Anti-Mafia-Netzwerk Italiens. Sie sorgt dafür, dass rund 450 vom Staat beschlagnahmte Mafia-Güter als landwirtschaftliche Betriebe von ehemaligen Kriminellen, Drogenabhängigen, Arbeitslosen und Mafia-Aussteigern bewirtschaftet werden können und ihre Bio-Produkte unter dem Label „Geschmack der Freiheit“ verkauft werden. Ciotti sei es gelungen, aus Widerstand gegen Gewalt, Repression und Korruption ein Werkzeug für Versöhnung zu machen und damit den Anliegen des Mietek-Pemper-Preises in herausragender Weise gerecht zu werden, sagte Georg Haindl im Namen der Jury.

Staatssekretär Bernd Sibler hob hervor, Don Luigi Ciotti habe sich für einen schwierigen, mühsamen und gefährlichen Weg entschieden, um sein Land und die Welt zum Besseren zu verändern. Sein jahrzehntelanger Einsatz gegen die organisierte Kriminalität verdiene Respekt und Anerkennung. Laut Unipräsidentin Sabine Doering-Manteuffel soll mit der Preisverleihung ein Zeichen gesetzt werden, dass Ciottis Bemühungen nicht unbemerkt bleiben. Schriftstellerin und Journalistin Petra Reski wies als Laudatorin darauf hin, dass auch Deutschland ein „Eldorado“ für die Mafia sei. Sie könne hier relativ ungestört Geldwäsche betreiben. Ciotti appellierte an alle Bürger, Verantwortung zu übernehmen und das Gesetz zu verteidigen.

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