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Universität Augsburg

01.09.2015

Unterwegs mit Einkaufs-Brille

Mit dieser Daten-Brille weiß man im Supermarkt immer, wo es langgeht. Der Minimonitor vor dem rechten Auge hält Alexandar Presic im Laden immer auf dem Laufenden, wo er welche Produkte findet. Der Masterstudent an der Hochschule entwickelte das Angebot zusammen mit einem Team von Kommilitonen.
Bild: Peter Fastl

Masterstudenten entwickeln eine neue App, mit der man sich im Supermarkt viel besser zurechtfinden soll. Ein Test vor Ort

Von Eva Maria Knab

Darüber hat sich wohl jeder schon mal geärgert: Man kommt in einen fremden Supermarkt und kann die Spaghetti nicht finden. Oder man steht vor einem Kühlregal mit gefühlt einer Million Milchprodukten und sucht ewig nach dem Lieblingsjoghurt. Künftig könnte Einkaufen einfacher werden. Spezialisten an Hochschule Augsburg haben eine neue App entwickelt. „frag.emma“ heißt sie.

Ein Minicomputer vor dem Auge

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„Wir haben uns Gedanken gemacht, wie man Einkaufen leichter und angenehmer machen kann“, sagt Kristina Rieger, Masterstudentin für Interaktive Medien. Zwar gibt es schon zahlreiche Anwendungen für Smartphones, in denen man seine persönliche Einkaufsliste zusammenstellen kann. Das Suchen im Supermarkt können sie einem aber nicht abnehmen. Ein Team von Hochschulstudenten hat nun eine App für sogenannte Smart-Glasses entwickelt. Sie funktioniert mit einem Minicomputer, der wie eine Brille am Kopf getragen wird.

frag.emma nutzt die bereits vorhandenen Einkaufslisten fürs Handy, geht aber einen Schritt weiter. Über eine Schnittstelle werden die Daten vom Smartphone an die Datenbrille übertragen. Einen Mini-Monitor hat man dann im Supermarkt immer vor Augen.

Die Überblickskarte hilft

Der Test vor Ort zeigt: Eine Überblickskarte des Supermarktes zeigt mir an, wo die nächsten Regale stehen, die ich suche. Die Karte dreht sich in Blickrichtung. So weiß ich immer, wo es langgeht, etwa zu den Putzmitteln.

Wenn ich einen bestimmten Artikel im Regal nicht finde, sorgt die Datenbrille per „Augmented Reality“ für den nötigen Überblick. Das heißt, sie markiert mir die gewünschte Ware optisch. Wenn ich den Puderzucker im Backwarenregal nicht sehe, zeigt sie mit einem farbigen Punkt die richtige Stelle. frag.emma informiert mich beim Einkaufen auch darüber, welche Produkte ich schon im Korb habe und welche noch nicht. So kann ich nichts vergessen.

Auch Spontanbefehle sind möglich

frag.emma kann noch mehr, etwa auf spontane Wünsche beim Einkauf reagieren. Selbst wenn ein Produkt nicht auf der Liste steht, kann ich per Sprachbefehl danach fragen. Wo ist der Prosecco zum Feiern? Die Datenbrille führt mich hin.

Bislang gibt es frag.emma nur als Forschungsprojekt. Für jedermann ist die App noch nicht zu haben. Ein Test unter realen Bedingungen im Augsburger Rewe-Markt an der Jakoberwallstraße brachte jedoch positive Ergebnisse.

Der Handel kann sie weiterentwickeln

Rewe-Kaufmann Stephan Gesell unterstützte die Studenten gerne bei ihrem Vorhaben, wie er sagt. „Mein Sohn war von der Brille hellauf begeistert, für die junge Generation ist sie toll“, sagt der selbstständige Marktleiter. Gesell ist auch der Meinung, dass sich der Einzelhandel weiterentwickeln muss.

Was denkt man bei der Rewe-Zentrale in Köln über die neue App aus Augsburg? „Natürlich beobachten wir die Entwicklungen nützlicher digitaler Einkaufshelfer stetig“, teilt Thomas Bonrath von der Unternehmenskommunikation mit. Rewe launche beziehungsweise integriere eigene Lösungen, die das Leben einfacher und besser machen. Als Beispiel nennt er die bereits bestehende App mit der Einkaufsliste fürs Smartpone. Ähnliche Angebote gibt es auch bei anderen Handelsketten. Für frag.emma waren diese Anwendungen der Ausgangspunkt. Gesell ist gespannt, wie es weitergeht: „Mal sehen, ob so etwas Zukunft hat.“

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