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Augsburg

12.06.2019

"Unzumutbar": Der Augsburger Busbahnhof steht in der Kritik

Ein paar Schilder, ein Drahtzaun und ein Container mit Kiosk: das ist der Augsburger Fernbus-Bahnhof. Die Bürger, die ihn nutzen, ärgern sich über fehlende Sitzgelegenheiten und Wartehäuschen.
Bild: Annette Zoepf

Die Bedingungen an der Haltestelle für Fernbusse in Oberhausen haben sich kaum verbessert. Laut Autobahnpolizei kommt es dort immer wieder zu Chaos.

„Unzumutbar“, „blamabel“, „ein schlechter Witz“: Die Bewertungen über den Augsburger Busbahnhof im Industriegebiet von Oberhausen-Nord fallen in Internetforen denkbar schlecht aus. Zu Stoßzeiten platzt die kleine Haltestelle für Fernbusse am Rande der Stadt aus allen Nähten. Laut Autobahnpolizei können dort zu Hochzeiten bis zu 300 Busse am Tag ankommen. Zuletzt hatte die Stadt in ein kleines überdachtes Wartehäuschen investiert. Doch das eigentliche Problem ist damit nicht behoben.

Es ist ein Nachmittag am Pfingstwochenende und der 29-jährige Kai Zorn und sein Kumpel sind mit dem Flixbus aus Stuttgart angekommen. Bevor es nach München weiter geht, steigen sie für eine Zigarettenpause aus. Zorn sieht sich um: „Das hier soll der Busbahnhof von Augsburg sein?“, fragt er. „Das sieht in Stuttgart aber anders aus.“ Tatsächlich ist der Augsburger Busbahnhof nur eine Parkbucht mit ein paar Bänken und einem überdachten Wartehäuschen, das vergangenes Jahr angebracht wurde. Dahinter steht ein Container mit einem Kiosk. Die Toilettenanlage ist nur zu dessen Öffnungszeiten zugänglich. Besonders angenehm sind die Aufenthaltsbedingungen für Reisende, die auf Busse warten, nicht.

An manchen Tagen bricht am Augsburger Busbahnhof das Chaos aus

Es gibt zu wenig Sitzgelegenheiten, überdacht sind lediglich zehn Plätze. Nur wenige Fahrgäste entkommen hier Regen oder praller Sonne. Anzeigentafeln für eintreffende Busse, die von Augsburg aus weiter durch ganz Europa reisen, sucht man vergeblich. Das Hauptproblem ist aber der Platzmangel für Busse und Autos, erklärt Polizeihauptkommissar Franz Schmid. Für ihn und seinen Kollegen von der Autobahnpolizei ist der Busbahnhof ein täglicher Kontrollpunkt. Sie achten darauf, dass die Parkbucht nur von Bussen angefahren wird. Autos sind verboten. Darauf weisen zwei Schilder hin. Einmal Durchfahren kostet 20 Euro Bußgeld, Anhalten weitere 30 Euro. Doch viele Autofahrer halten sich nicht daran.

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Das Schild zeigt deutlich: Autos und Motorräder dürfen nicht in die Haltestelle fahren. Es sind nur Busse und Taxis erlaubt. Die Polizei kontrolliert hier mehrmals am Tag.
Bild: Annette Zoepf

„An Tagen wie vor den Ferien bricht hier das Chaos aus“, schildert Schmid. Zeitweise kämen sieben bis acht Busse gleichzeitig an, sie würden von haltenden Autos in der Parkbucht an der Einfahrt behindert. Die Beamten von der Autobahnpolizei, die teilweise bis zu acht Mal am Tag die Haltestelle kontrollieren, versuchen das Chaos dann in den Griff zu bekommen. „Es entstehen immer wieder gefährliche Situationen. Man muss froh sein, dass bislang nichts passiert ist“, meint der Polizist, der genaue Vorstellungen hat, was geändert werden sollte.

Seiner Meinung nach muss das Gelände erweitert werden. „Eine Kurzzeithaltezone ist dringend nötig, damit Reisende mit ihrem Gepäck schnell abgesetzt werden können, sagt Franz Schmid. „Von Augsburg aus starten auch Busse zu Kreuzfahrttouren ab Genua oder Venedig. Die Leute haben natürlich schwere Koffer dabei.“ Zwar gibt es nebenan einen kleinen Parkplatz, der von privat vermietet wird, aber der ist gebührenpflichtig. Der Park-And-Ride-Parkplatz an der Endhaltestelle der Tramlinie 4 ist einige Schritte entfernt. Also halten Autofahrer in der Parkbucht. Das sorgt für Ärger. Wie am Samstagnachmittag, an dem sich ein Flixbusfahrer aus Wien mit einem Augsburger Autofahrer in die Haare bekommt.

Flixbusfahrer: "Manchmal komme ich an Autos kaum vorbei"

Er dürfe hier nicht stehen, macht der Busfahrer den Pkw-Halter aufmerksam. Dieser reagiert aggressiv. Es kommt zum Streit. „Ich halte fast jeden Tag in Augsburg“, sagt der Fernbusfahrer. „Die Haltestelle ist wie ein Parkplatz“, moniert er. „Manchmal komme ich an den Autos kaum vorbei.“

Florian Kuhn wundert sich schon lange, dass an den Zuständen nichts geändert wird. Der Augsburger fährt öfters mit dem Fernbus. „Es bräuchte einen zusätzlichen Bahnsteig, der Platz gehört größer. Dafür könnte der Grünstreifenbereich verschwinden“, schlägt er vor. Die Stadt mache auf ihn den Eindruck, als ob sie nicht kapiert habe, dass Fernbusse auch zum öffentlichen Nahverkehr zählen. Städte wie Stuttgart oder Ulm hätten dies erkannt und ihre Busbahnhöfe ausgebaut, betont Kuhn. „Augsburg sollte sich Anregungen von anderen Städten holen.“

Bis zu hundert Busse verschiedener Linien kommen am Tag am Augsburger Busbahnhof an. An Tagen vor den Ferien können es laut Polizei auch mal bis zu 300 sein. Dann breche Chaos aus.
Bild: Annette Zoepf

Auch in Ulm hatten sich Bürger über die Zustände des Busbahnhofes am Rande der Stadt beschwert. In einer Flixbus-Umfrage schnitt er einst sogar als der schlechteste Busbahnhof Deutschlands ab. Im Sommer 2018 investierte die Stadt 350000 Euro. Seitdem ist unter anderem die Haltestelle bei Dunkelheit beleuchtet, es gibt Fahrgastunterstände, Mülleimer, Fahrradständer, eine WC-Anlage ist in Planung.

In Augsburg weiß man schon lange, dass die Situation verbesserungswürdig ist. Zuletzt hieß es von Seiten der Stadt, dass es an finanziellen Mitteln fehle und keine Grundstücke verfügbar seien. Denn das Areal an der Haltestelle sei kein städtischer Grund. Von einstigen Überlegungen, dieses zu kaufen, ist offenbar aber keine Rede mehr. Auch nicht von Plänen, die es mal gab, mehrere Bahnsteige zu errichten und die Infrastruktur auszubauen. Nada Spoljaric-Plesa, die seit sechs Jahren den Kiosk am Busbahnhof betreibt, glaubt, dass die Stadt kein Interesse mehr an dem Busbahnhof hat. „Früher gab es hier noch Begehungen. Aber es war schon länger niemand mehr hier, der sich die Lage vor Ort angesehen hat.“

Kai Zorn und sein Freund haben fertig geraucht. Gut so, denn ihr Busfahrer drängt zur Weiterfahrt. Wenn die Freunde in der Landeshauptstadt am Zentralen Omnibusbahnhof ankommen, werden sie sich freuen. Der ZOB München gilt als einer der modernsten Haltestellen Deutschlands.

Lesen Sie dazu den Kommentar: Augsburger Busbahnhof: Wann passiert endlich etwas?

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13.06.2019

Leider werden in der Diskussion zwei Aspekte vollkommen übersehen:

1.) Der Fernbus kann Relationen in der Fläche bedienen, für die es kein vernünftiges Angebot auf der Schiene bzw. im Regionalbusverkehr gibt bzw. (aus Kostengründen) auch nicht geben sollte. Als Teil zukunftsfähiger Mobilität trägt der Fernbus dazu bei, ein engmaschiges Netz im öffentlichen Personenverkehr zu knüpfen, wenn er sinnvoll mit Bahnknotenpunkten, Flughäfen und dem Regionalbusverkehr verknüpft wird (z.B. wären Verbindungen von Augsburg über Dachau und Freising zum Münchner Flughaben möglich, die schneller als mit der Bahn wären, neue Erschließungsmöglichkeiten bieten und zusätzlich den ohnehin schon überlasteten Knoten München-City umfahren würden). Eine Konkurrenz zur Bahn kann ich folglich nicht erkennen (und mal ganz ehrlich: so sehr es für Studenten vielleicht attraktiv ist, in über 10 Stunden und dafür günstig nach Berlin zu fahren, so sehr werden andere Zielgruppen die deutlich kürzere und dafür teurere Fahrt mit der Bahn vorziehen!)

2.) Es ist immer nur von Flixbus die Rede: tatsächlich wird der Fernbusbahnhof (die Frage ist, wie lange noch angesichts der Zustände dort?!) aber auch von weiteren Unternehmen angefahren. Augsburg ist eine Stadt mit hohem Migrationsanteil. Es ist bekannt, dass für viele Migrantinnen und Migranten der Fernbus die mit Abstand günstigste und vor allem auch direkte / bequemste Reisemöglichkeit darstellt (mit zahlreichen Direktverbindungen in ganz Europa). In diesem Sinne hat der Fernbusbahnhof auch eine großen Einzugsbereich in die Region, wie man leicht an den unterschiedlichen Kfz-Kennzeichen erkennen kann, die Fahrgäste zum Busbahnhof bringen (Augsburg ist ja seit kurzem "Metropole", was diese Art oberzentraler Funktion ja beinhalten sollte). Außerdem wird Augsburg als Zielort auf diese Weise international beworben und bekannt gemacht. Leider fehlt die Perspektive dieses Teils der Stadtgesellschaft sowohl in Ihrer Berichterstattung als auch in sämtlichen Kommentaren und heutigen Leserbriefen, was zeigt, dass dieser Teil der Stadtgesellschaft weder an diesem Diskurs beteiligt ist noch dessen Interessen gewürdigt werden. Angesichts der vielfach höheren Investionen und Projekte an anderen Orten in der Stadt (wieso gibt die Stadt so viel Geld für einen Bahnhofsvorplatz aus, der dem Privatunternehmen der Deutschen Bahn gehört, und dazu dient, letztlich der Bahn Kunden zuzuführen?) und Subventionierungen (warum werden Autobahnen mit öffentlichen Geldern ausgebaut, nur damit die dritte Spur für den Lkw-Verkehr als "Ersatzteillager der deutschen Industrie" dient?) ist es geradezu bezeichnend, dass ausgerecht bei einem Fernbusbahnhof "gespart" bzw. "unnütze" Investionen vermutet werden, die international Reisenden (und oftmals eben mit "kleinem" Budget) zugute kommen würden!

Grundsätzlich empfiehlt sich auch der Blick in andere Länder, die einen ganz anders organisierten Fernbusverkehr haben, der dort zum Alltag gehört und sich gut in das Netz überörtlicher Erschließung einbindet. Ich vermute, dass die von einigen geäußerte Ablehnung und Skepsis schlicht auch daher rührt, dass man selbst noch über keinerlei Erfahrung über Reisen im Fernbus besitzt (was ja auch nicht verwundert, weil es das bis vor kurzem in Deutschland nicht gab). Im Sinne einer nachhaltigen Mobilität und des Klimaschutzes sollte der Fernbus aber in Augsburg (im Gegensatz zu fast allen anderen Großstädten in Deutschland!) nicht derart stiefmütterlich behandelt werden, sondern dessen mögliche Potentiale und Chancen in den Vordergrund gestellt werden!

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13.06.2019

Ich kenne Fernbusfahrten durchaus aus eigener Anschauung, sowohl aus anderen Ländern (in Argentinien habe ich mal eine 20-Stunden-Fahrt über 1.400 km mitgemacht) als auch aus Deutschland.

Einige Anmerkungen hierzu:

1) Bahnhofsgebäude gehören in der Regel der DB Station und Service, die sich zu 100 % in Bundesbesitz befindet. In den Bahnhofsvorplatz investiert die Stadt, damit sich der öffentliche Nahverkehr und die Aufenthaltsqualität verbessern. Beides sind städtische Aufgaben.
2) Die Busverbindungen Augsburg – München Flughafen wurden vor einiger Zeit alle wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt. Auch sonst sehe ich keine Mittel- und Langstrecken, die von Augsburg aus per Bus sinnvoller bedient werden können als per Schiene.
3) In den Ländern, in denen der Bus, und nicht die Bahn, den öffentlichen Fernreiseverkehr dominieren, gab es entweder nie eine funktionierende Schieneninfrastruktur oder diese wurde aus politischen Gründen kaputt gemacht. U.a. weil Eisenbahnen als kommunistisch galten oder weil private Busunternehmen willfähriger sind als (gewerkschaftlich organisierte) Eisenbahnmitarbeiter*innen. So geschehen in der Türkei oder Lateinamerika.

Gegen das Verkehrsmittel Fernbus ist an sich nichts einzuwenden. Ich frage mich nur, warum die Öffentlichkeit hier Geld in die Hand nehmen soll, und nicht die profitablen Busnternehmen. Für die Benutzung von Flughäfen fallen ja auch Gebühren an, selbst für Passagiere für Billigfluglinien. Wenn wirklich etwa 200 Busse am Tag Augsburg anfahren, wären die Investitionskosten von 350.000 Euro in weniger als 3 Jahren erwirtschaftet, wenn pro Stopp 2 Euro Gebühr entrichtet würde.

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14.06.2019

>> Der Fernbus kann Relationen in der Fläche bedienen, für die es kein vernünftiges Angebot auf der Schiene bzw. im Regionalbusverkehr gibt <<

Was ist denn das für ein Geschwätz?

Fernbus in der Fläche und Regionalbusverkehr ???

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13.06.2019

Wem gehört denn nun das Gelände?

So einen Artkel aufmachen und dann nicht die entscheidende Basisinformation zu bringen ist nicht ausreichend.

Und ja, Flixbus hat ein kritikwürdiges Geschäftsmodell mit nur einem eigenen Bus und damit praktisch 99,999% Sub-Quote.

Und deren Kunden brauchen auch keinen Orden für besonders verantwortliches Handeln zu erwarten; die machen auf billig und bekommen billig.

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12.06.2019

Der Flughafen sollten wieder für Linienflüge öffnen. Fliegen ist sowieso billiger und komfortabler als Bus und Bahn.

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12.06.2019

Wenn ich lese, dass die Stadt Ulm 350.000 Euro für ihren Busbahnhof ausgegeben hat, dann frage ich mich, ob Augsburg wirklich so viel Geld in die Hand nehmen sollte. Bekanntermaßen fehlt bei uns Geld für Schulen, Kitas und attraktiven öffentlichen Nahverkehr.

Wenn ich das richtig sehe, entrichten die Fernbusgesellschaften in der Regel keine Nutzungsgebühren für das Anfahren der Busbahnhöfe, anders als Flug- und Eisenbahnunternehmen. Somit müsste der*die Steuerzahler*in für ein Billig-Angebot aufkommen, das nur wenige nutzen, und das wir angesichts unseres dichten Schienennetzes eigentlich nicht brauchen.

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12.06.2019

Dichtes Schienennetz ja, aber praktikabel? Wir gehen z.B. 2 - 3 mal pro Jahr auf Kreuzfahrt. Die Zubringerbusse nach Savona oder Genua fahren auf der Autobahn an Augsburg vorbei und halten in München-Fröttmaning. Von Augsburg gehen Schienen bis zum Busbahnhof Fröttmaning. Aber die Reisezeit, wenn der Bus um 0:45 in München abfährt, das Umsteigen mit Koffer etc. ist für Einfüßer, wie mich, sehr anstrengend. Sie denken nur an Reisen in Deutschland. Für Auslandsreisen sind Fernbusse schon immer eine Alternative, da man meist ohne Umsteigen ans Ziel kommt. Auf den Schienen müssten auch die Züge dorthinfahren, wohin man will, damit man nicht umsteigen muss. D.h. auch hier müsste ein Umdenken stattfinden, statt nur auf Hochgeschwindigkeit zu setzen. Es müssten Züge entwickelt werden, in denen Kabinen programmiert werden, die sich dann immer wieder neu automatisch zu Zuggarnituren zusammensetzen, so dass der Fahrgast nicht umsteigen muss. Dann wäre die Bahn eine echte Alternative, Schienen allein genügen nicht.

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12.06.2019

Genau so sehe ich das auch, warum soll die Stadt für private Unternehmen investieren. Sollen doch die Busunternehmen investieren, meine Steuern sollen bitte dafür nicht verwendet werden. Billige Busfahrten sollten somit auch richtig bepreist werden.

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12.06.2019

Die Stadt bezuschusst auch den ÖPNV massiv.
Bet gesamte Regionalverkehr und teils auch der innerstädtische Verkehr wird von privaten Unternehmen ausgetragen. Die Stadt sorgt hier nicht nur für die Infrastruktur sondern auch für einen Zuschuss zum Fahrpreis.

Die Fernbusse sind ohne Zuschuss zum Fahrpreis lukrativ, hier wären vergleichsweise sehr kleine Investitionen in die Infrastruktur notwendig.

Die Städte und Länder sollten heil froh darüber sein, dass private Unternehmen hier subventionsfrei dem an die wand gefahrenen Fernverkehr unter die Arme greift und auch Finanzschwachen Personen Mobilität ermöglicht. Das ist beispielsweise besonders für Studenten, die außerhalb studieren äußerst wichtig.

Abgesehen von dieser Überlegung hat auch der Gesetzgeber Vorgaben.
In der StVO ist geregelt, dass jeder REGELMÄßIG verkehrende Personentransport als öffentlicher Personenverkehr gilt.

Wieso sollte die Förderung dann beim innerstädtischen ÖPNV und der Bahn aufhören?

Und noch ein kleiner Denkanstoß: Busse entrichten recht hohe Kfz steuern und aus der gewerblichen Tätigkeit fallen steuern an.
Und diese stuerzahlungen sind keine Schenkung an den Staat, sondern eben an Infrastruktur Bereitstellung geknüpft.

Bei der Nutzung ihres pkw entrichten sie auch keine Wegenutzung oder für das kurze Anhalten zum Be- und entladen. Dies wird mit der KfZ Steuer kompensiert. Nicht anders sollte es auch bei Bussen laufen.

Wir können nur froh sein, dass immer Menschen den Fernbus nutzen und so die Straßen frei halten und statt 6-8l/100km nur wenige hundert Milliliter beim Bus fahren verbrauchen.
Wieso also die Fahrgäste und Betreiber bestrafen und dem PKW Nutzer nachstellen?

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12.06.2019

@ Michael G.: Wenn der Bund aus dem Kfz-Steuer-Aufkommen Zuschüsse an die betroffenen Kommunen zahlen würde, hätten wir eine andere Situation. Die Gewerbesteuer fällt leider nur dort an, wo die Busunternehmen ihren Sitz haben. Augsburg hat nichts davon.

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12.06.2019

@Michael G., wie hoch ist denn die Kfz Steuer für Reisebusse? Übrigens sind viele Busse, z.B. von Flixbus nicht mehr in Deutschland zugelassen. Flixbus als Beispiel hat auch noch nie einen Cent verdient, wo kommt also die Steuer her?

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12.06.2019

@Deniz Anan

Ja, Sie haben im Prinzip recht. Allerdings unterstützt der Bund die Kommunen ja bei bauprojekten, insbesondere wenn es um Verkehrsinfrastriktur geht übernimmt der Bund nicht selten den Großteil.

@Rolf K.
Je nach Motorisierung, Schadstoffklasse liegen die Kfz steuern für Reisebusse im
oberen dreistelligen bis vierstelligen Betrag.

Flixbus hat definitiv keine Busse im Ausland zugelassen. Flixbus besitzt einen einzigen Bus, um als Busunternehmen zu gelten, welcher nicht in Nutzung ist. Der Rest wird ausschließlich (im Auftrag) von drittfirmen durchgeführt.
Mir liegen zwar keine Zahlen vor, jedoch habe ich noch nie einen im
Ausland zugelassenen Flixbus gesehen, dafür aber sehr häufig mit deutschem Kennzeichen. Möglicherweise sind ein paar Busse, die Auslandsruten bedienen dort auch zugelassen.

Zum Punkt flixbus habe nie etwas verdient:
Zum einen zahlt man auch ohne Gewinne steuern, nämlich Umsatzsteuer und diverse Steuern, die für den Betrieb anfallen (z.B. Mineralölsteuer) zum anderen ist ihre Behauptung aber auch nicht wahr. Seit 2017 schreibt das Unternehmen Schwarze Zahlen. Es läuft so gut, dass Flixbus in Europa stark expandiert und in den USA bereist erste Linien eröffnet hat.

Erschreckender Weise haben aber viele Menschen in Deutschland eine verzerrende Sozialistenbrille bei der Betrachtung von unternehmen auf: der Mehrwert für die Gesellschaft, die ein Unternehmen stiftet, besteht in erster Linie in der Dienstleistung bzw. im Produkt und nicht in der Steuerzahlung!
BMW ist ja beliebt, weil sie gute Autos bauen, nicht weil sie xxx€ steuern zahlen.
Sie gehen ins Kino, weil sie den Film toll finden, nicht weil das Kino steuern abführt.

Die korrekte Besteuerung regeln unsere Gesetze und die Behörden.
Wenn sich ein unternehmen um
die Steuern drückt (beispielsweise ihre Theorie mit im Ausland zugelassenen Bussen), dann ist das kein Fauxpas des Unternehmens sondern ein Versagen der Politik.

Ein unternehmen muss sich im vorherrschenden Rechtssystem zurechtfinden und die optimale Lösung umsetzen, sonst wird es in Windeseile von der Konkurrenz zerschlagen. Das sind nun einmal die Grundlagen der Marktwirtschaft.

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12.06.2019

Am Hauptbahnhof laufen die Planungen für einen Regionalbusbahnhof, es könnte in den Planungen einfließen, dass dort in Zukunft
auch Fernbusse halten. Warum verschläft die Stadt diese Chance? Es ist alles da, Toiletten etc.

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12.06.2019

Ganz einfach: die (meisten) Städte wollen nicht, dass die Fernbusse in die Innenstädte fahren.

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12.06.2019

@Hans:

Genau dann müsste man in Oberhausen investieren.

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