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Augsburg

06.06.2018

Urteil gefallen: Polizistenmörder müssen Schmerzensgeld zahlen

Der zweifache Polizistenmörder Rudolf Rebarczyk ist gemeinsam mit seinem Bruder zu einer Schmerzensgeldzahlung verurteilt worden.

Die Kollegin des getöteten Mathias Vieth bekommt 20.000 Euro zugesprochen. Ob sie jemals Geld erhalten wird, ist ungewiss. Warum ihr das aber nicht mehr wichtig ist.

Die Bilder jener Nacht holen Diana K. auch sechs Jahre später immer noch ein. Am 28. Oktober 2011 verfolgte sie nachts mit ihrem Streifenpartner Mathias Vieth im Augsburger Stadtwald zwei Männer, die vor einer Kontrolle auf dem Motorrad geflüchtet waren. Im Wald begannen die Täter mit Schnellfeuergewehren zu schießen. Mathias Vieth stirbt, Diana K. überlebt leicht verletzt.

Die beiden Polizistenmörder sollen 20.000 Euro Schmerzensgeld zahlen

Nun hat die 36-jährige Polizeibeamtin vom Landgericht Augsburg Schmerzensgeld zugesprochen bekommen. Die beiden Polizistenmörder Rudolf Rebarczyk, 63, und Raimund Mayr, 65, sollen an Diana K. 20.000 Euro zahlen. Als Ausgleich für die Schmerzen, die Angst und die traumatische Belastung, die sie erlitten hat. Zugleich sprach ihr der Vorsitzende Richter Rudolf Weigell zu, dass sie von den Brüdern künftige materielle Schäden ersetzt bekommt. Die Polizistin hat damit mit ihrer Zivilklage Erfolg, wenngleich das Schmerzensgeld nicht die von ihr gewünschte Höhe von 40.000 Euro hat. Die jeweils zu lebenslanger Haft verurteilten Mörder hatten die Forderung abgelehnt. Sie streiten bis heute das Verbrechen ab.

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Bild: Barbara Wild

Ein psychiatrischer Gutachter hatte zweifelsfrei festgestellt, dass Diana K. aufgrund des brutalen Verbrechens an einer chronischen posttraumatischen Belastungsstörung leidet. Die Kollegin des ermordeten Mathias Vieth wird also voraussichtlich ihr ganzes Leben lang mit den Folgen der Gewalttat zu kämpfen haben. Sie war in jener Nach im Kugelhagel ebenfalls getroffen worden, hatte aber riesiges Glück: Eine Patronentasche fing den Schuss ab, sie wurde nur leicht verletzt.

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Ob Diana K. jemals das Geld erhalten wird, ist unklar

Ob Diana K. allerdings jemals die Chance hat, einen nennenswerten Betrag von Rebarczyk und Mayr zu bekommen, ist äußerst ungewiss. Die Polizistenmörder gelten als mittellos. K.s Anwältin Marion Zech meint jedoch, dass sehr wohl Geld fließen könnte. Vom Verdienst eines arbeitenden Häftlings könne zum Beispiel ein Teil gepfändet werden. Und sollte einer der beiden Mörder seine Geschichte eines Tages medial vermarkten wollen, müsste er Honorare dafür an die Beamtin abtreten.

Möglicherweise kommt es Diana K. aber darauf gar nicht an. Für sie könnte das Urteil im Zivilprozess eine Art vorläufigen Schlusspunkt in der Aufarbeitung des traumatischen Ereignisses markieren. Nachdem sie zunächst dienstunfähig war, hat sich die 36-Jährige Schritt für Schritt wieder zurückgekämpft. Sie hat an der Polizeifachhochschule in Fürstenfeldbruck studiert und arbeitet heute bei der Kripo. Und auch privat gibt es Erfreuliches zu berichten: Diana K. hat geheiratet.

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