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Augsburg

25.07.2019

Ventilatoren, Melonen, Witze: Wie Augsburger mit der Hitze umgehen

Dilara Frech (links) und Lena Weiß haben sich für ihre Mittagspause Wassermelonen gekauft.
Bild: Ina Marks

Am Donnerstagnachmittag zeigte das Thermometer 34 Grad. Die Hitze staute sich in der Innenstadt. Die Stimmung unter vielen Augsburger war dennoch gut.

Derzeit ist jeder zu beneiden, der frei hat und sich ein schattiges Plätzchen an einem See oder im Garten suchen kann. Doch noch hat für viele die Urlaubszeit nicht begonnen. Wir schauten uns um, wie die Augsburger mit der Hitze umgehen und stellen dabei fest: Auch das Stimmungsbarometer steigt.

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Echte Pizzabäcker lassen nichts anbrennen - auch nicht bei dieser Hitze. Im Gegenteil. Bruno da Ponte bleibt in seinem kleinen Straßenverkauf am Moritzplatz unter den Arkaden ziemlich cool. „Leute, es ist halt Sommer“, ruft er fröhlich während ihm die Schweißperlen auf der Stirn stehen. Dabei könnte man ihn bedauern. Denn wenn er seine beiden Pizzaöfen öffnet, wird es in seinem kleinen Stand bis zu 60 Grad heiß, erzählt er. Gegen diese Hitzeschübe rennen die drei Ventilatoren am Boden vergeblich an. Bruno da Ponte nimmt es wie es ist. Eines aber fällt ihm auf: „Nachmittags ist bei der Hitze ab 15 Uhr tote Hose. Dann sind alle beim Baden.“

Bruno da Ponte schwitzt in seiner kleinen Pizzerbäckerei am Moritzplatz.
Bild: Ina Marks

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Die Hitze schlägt bei manchen auf die Küche. Resa Madonpour, der ein Café in der Welserpassage betreibt, bietet bei über 30 Grad keine Crepes an. „Sonst wird es bei mir über 50 Grad heiß.“ Seine Kunden aber hätten dafür größtes Verständnis. „Eis und Eiscafé wird in diesen Tagen sowieso mehr nachgefragt.“ Bei der benachbarten Bäckerei Wolf werden weniger Brezen mit Butter bestrichen als sonst. Selbige macht sich im Hochsommer nämlich gerne auf und davon. Wir können sie ein bisschen verstehen.

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„Ich habe eine Wassermelone getragen“. Kurz fühlt man sich an diesen legendären Satz aus dem Filmklassiker „Dirty Dancing“ erinnert, als zwei junge Frauen in Kleidern mit Wassermelonen in ihren Händen durch die Maximilianstraße laufen. Die 24-jährige Dilara Frech und ihre ein Jahr ältere Kollegin Lena Weiß haben sich die Früchte gerade vom Supermarkt geholt. „Die sind für uns für die Mittagspause“, erzählen die Bankmitarbeiterinnen gut gelaunt und verlassen die filmreife Szene.

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Die Hitzewelle bringt Augsburger Getränkehersteller ins Schwitzen. In der Brauerei Riegele ist vor allem der Absatz von Mineralwasser und Spezi steil nach oben geschossen. Brauereichef Sebastian Priller erwartet im Juli eine Steigerung von 20 Prozent bei der hauseigenen Marke „Mozartquelle“. Der steigende Absatz sorgt aber auch für ein Problem: Weil es einen erheblichen Engpass beim Leergut gebe, sei das Unternehmen zuletzt einige Tage bei bestimmten Getränkesorten nicht lieferfähig gewesen, sagt Priller. „Wir warten dringend darauf, dass die Leute Kästen mit Leergut schnell zurückbringen.“

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Im Sitzungssaal des Stadtrats geht es naturgemäß heiß her. Doch an Sommertagen ist der Obere Fletz des Rathauses gerne einmal ein Glutofen – auch ohne hitzige Debatten. Am Donnerstag war es wieder so weit. Stadtratssitzung. Beginn war schon um neun Uhr, was ein Vorteil war. Zuvor wurde frühmorgens kräftig durchgelüftet und dann die Vorhänge zugezogen. Und vier Ventilatoren standen bereit – falls es zu heiß wird oder die Debatte ums Theater zu hitzig.

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Nicht so ganz bierernst zeigt sich das Social Media-Team der Polizei Schwaben Nord in ihrem Facebookauftritt. „Wir raten Euch: Kinder oder Tiere im Auto lassen, ist ein No Go! Auch nicht die Oma“, schreiben sie in dem sozialen Netzwerk unter anderem bei ihren Hitzetipps. Einen zusätzlichen Witz kann sich die Polizei nicht verkneifen: „Schwiegermutter bei 40 Grad im Auto zurückgelassen - Hilde gart.“ Der Humor kommt an. „Sie gart nicht, sie dünstet“, setzt ein Facebookleser noch einen drauf. Eine weitere Nutzerin entgegnet: „Es fehlt noch der Hinweis, dass man für einen Deoroller keinen Führerschein braucht.“ Die hochsommerlichen Temperaturen sorgen offensichtlich für übermütige Laune.

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Die Wetterstation am Flughafen in Lechhausen misst am Nachmittag um die 34 Grad. In der Innenstadt wird es um die Zeit immer leerer. Wer kann, flieht ins Freibad, an den See oder an einen der Kanäle. (ina/eva/mb)

Lesen Sie dazu auch: Hitzerekord in Deutschland: So hoch waren die Temperaturen in der Region

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