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28.05.2010

Verbrauchermarkterhöht im Viertel Lebensqualität

Oberhausen Am Eschenhof in Oberhausen-Nord ist es gelungen, die Zeit zurückzudrehen: Gestern ist ein ehemaliger Supermarkt in der Bleicherbreite, gegenüber St. Martin, der mangels Nachfrage aufgegeben worden war, als Nahversorgungsmarkt Gubi wiedereröffnet worden. Einzelhändler Gerald Grieb will vor allem für die meist älteren Bewohner der 2300 umliegenden WBG-Wohnungen da sein, die sonst nicht mehr fußläufig einkaufen könnten. "Jetzt kommt wieder Leben ins Viertel", freute sich SPD-Stadtrat Dieter Benkard, der Griebs erster Ansprechpartner war.

Der 48-Jährige war durch einen Artikel in AZ vor Ort auf den Leerstand aufmerksam geworden. Zuvor hatte er viele Jahre lang in Lechhausen einen Getränkemarkt geführt. Bürgermeister Hermann Weber (CSU), der Grieb gut kennt und an seinem Wechsel nach Oberhausen tatkräftig mitgewirkt hat, beschrieb ihn als einen Macher, der gute Beziehungen zu den Lechhauser Vereinen gepflegt und vor seinem Geschäft sogar einen Weihnachtsmarkt aufgezogen habe. "Wenn es jemand schafft, dann einer wie er", sagte Weber bei der Eröffnung.

Jetzt gibt es wieder eine kleine Ladenzeile bei St. Martin, zu der auch die Apotheke St. Martin und das Schreibwaren-, Geschenkartikel- und Blumengeschäft "Check" gehören. "Gubi" ist übrigens der Name einer regionalen Supermarktkette. So hieß der Laden vor vielen Jahren, und bei alten Oberhausern heißt er bis heute so. Grieb hat in sechsmonatiger Arbeit das Geschäft nach eigenen Worten außen gründlich renoviert und innen völlig neu gestaltet - was er investiert hat, behält er jedoch für sich. Gleich ins Auge fällt ein neues Backstuben-Café, das es bisher nicht gab. Eine Neuerung ist der große Frischebereich, den er pflegen will: "Bei uns werden die Tomaten nicht einfach in den Korb geschüttet." Ansonsten ist der Laden durch die neue Einrichtung heller und freundlicher geworden. Man findet praktisch alle Waren des täglichen Bedarfs.

Grieb hat ein Dreivierteljahr lang die Arbeit in großen Verbrauchermärkten beobachtet - "das kann's nicht sein". Er will seinen Kunden viel Service bieten, etwa Einkäufe auch mal nach Hause liefern und sein Sortiment den Kundenwünschen anpassen. Der Kontakt zu ihnen soll eine große Rolle spielen, "und schließlich bin ich auch selbst Verbraucher".

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Gesenkter Bordstein vor dem Geschäft

Benkard sagte: "Die Leute hier haben sehnsüchtig auf die Eröffnung von Gubi gewartet. Wir haben extra den Bordstein vor dem Geschäft für Rollstuhlfahrer abgesenkt. Die Älteren haben ja sonst keine Möglichkeit einzukaufen." Von einem Mehrwert sprach Stadtpfarrer Armin Zürn bei der Segnung der Räume: der Laden hebe die Lebensqualität im Viertel und diene als sozialer Treffpunkt. Das sei mit Geld nicht zu kaufen. Um Geld wird es allerdings bei "Gubi" auch gehen. "Wir können nicht davon leben, dass man hier noch den Zucker holt", mahnte Grieb, "dann wären wir weg vom Fenster." Er ist aber zuversichtlich: "Ich freue mich auf diese Aufgabe, und ich will noch 20 Jahre arbeiten."

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