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Augsburg

29.08.2015

Verdacht: Dunkle Geschäfte auf dem Friedhof

Auf dem Nordfriedhof sollen Mitarbeiter auf eigene Kasse abgerechnet haben.
Bild: Foto: Ruth Plössel

Die Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe, wonach Mitarbeiter auf eigene Kasse abgerechnet hätten.

Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft wegen der möglichen Betrügereien am Nordfriedhof laufen nach wie vor. Ein Ergebnis gebe es noch nicht, so die Staatsanwaltschaft auf Anfrage.

Unterdessen sind neue Details bekannt geworden, wie die Angelegenheit aufgedeckt wurde. Umweltreferent Reiner Erben (Grüne) hatte Anzeige gegen Unbekannt erstattet, nachdem er von dritter Seite von den angeblichen Umtrieben erfahren hatte. Aufgedeckt hatte die Angelegenheit aber eine Adelsrieder Wirtschaftsdetektei, die von einem Unternehmen aus der Branche eingeschaltet worden war, das Unregelmäßigkeiten auf dem Nordfriedhof vermutete. Die Detektei ermittelte mehrere Wochen lang, erstattete dann Anzeige und informierte die Stadt. Die Polizei rückte daraufhin mit mehreren Ermittlern an, um Friedhofsverwaltung und Wohnungen zu durchsuchen. Momentan werden drei städtische Arbeiter verdächtigt, das Geld für Arbeiten an Gräbern in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben.

Jemand würde es "hobbymäßig" machen

Er habe im Zuge seiner Ermittlungen unter anderem einen Friedhofsarbeiter ganz neutral gefragt, was bei einer Grabauflösung zu veranlassen sei, so Detektiv Hans Schiesser. Daraufhin sei er durch einen Hintereingang ins Friedhofsgebäude gebeten worden. Seitens eines Bediensteten soll ihm angedeutet worden sein, dass man jemanden kenne, der so etwas „hobbymäßig“ macht. Offenbar wurde Schiesser ein Angebot gemacht, das weit unter dem liegt, was eine Steinmetzfirma verlangt hätte. Schiesser hat seine Akten den Behörden übergeben. Demnach sollen solche Nebenher-Arbeiten auch während der Arbeitszeit erfolgt sein.

Offen ist, seit wann die angeblichen Schwarz-Geschäfte auf dem Friedhof liefen und welches Ausmaß sie hatten. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob beauftragende Angehörige wussten, dass sie quasi Schwarzarbeit in Auftrag gaben oder ob sie davon ausgehen konnten, dass alles ordnungsgemäß läuft. Die Ermittlungen laufen wegen Vorteilsnahme gegen die Arbeiter, also dem Annehmen von Vorteilen für die Arbeit. Im Umkehrschluss könnten Auftraggeber theoretisch wegen Vorteilsgewährung belangt werden. Die Stadt hat eigene Ermittlungen eingeleitet und einen Teil der Arbeiter vorläufig auf andere Friedhöfe versetzt.

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