1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Verdacht auf Betrug: Durchsuchung in Augsburger Privatschule

Augsburg

14.11.2019

Verdacht auf Betrug: Durchsuchung in Augsburger Privatschule

Ermittler transportieren Unterlagen ab: Wegen Betrugsverdacht sind an diesem Donnerstag Büroräume der Hermann-Schmid-Akadamie in Augsburg durchsucht worden.
Bild: Annette Zoepf

Plus Die Staatsanwaltschaft lässt Räume der Hermann-Schmid-Akademie in Augsburg durchsuchen. Die Ermittler haben den Verdacht, dass der Staat betrogen wurde.

Räume der Hermann-Schmid-Akademie im Augsburger Stadtteil Kriegshaber sind am Donnerstag durchsucht worden. Nach Informationen unserer Redaktion gehen die Ermittler unter anderem dem Verdacht nach, dass Verantwortliche der Privatschul-Akademie falsche Daten an die staatlichen Stellen gemeldet und dadurch zu Unrecht Zuschüsse bekommen haben.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Wie die Staatsanwaltschaft Augsburg auf Anfrage bestätigt, geht es in dem Ermittlungsverfahren um den Vorwurf des Subventionsbetruges. Angaben zur möglichen Schadenssumme machen die Ermittler bislang nicht. Es könnte sich aber durchaus um höhere Beträge handeln – dem Vernehmen nach hat die Akademie zumindest über die Jahre insgesamt staatliche Zuwendungen in Millionenhöhe erhalten, etwa von der Regierung von Schwaben. Privatschulen erhalten Zuschüsse unter anderem für Schul-Materialien und Ausstattung, aber auch für die Arbeit der angestellten Lehrer.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigt, dass die Behörden drei Objekte durchsuchten - es handelte sich um Büro- und Privaträume. Es sei umfangreiches Material sichergestellt worden, darunter auch elektronische Datenträger.  Das Ermittlungsverfahren richte sich derzeit gegen zwei Beschuldigte, den Geschäftsführer und eine Prokuristin.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Offenbar geht es auch um den Verdacht, dass den staatlichen Stellen bewusst falsche Wochenstunden von Lehrern gemeldet worden sein sollen – mit dem Ziel, mehr Zuschüsse zu erhalten, als der Akademie eigentlich zustünden. Auch sollen mehrfach Klassen mitten im Schuljahr zusammengelegt worden sein, die jedoch als getrennte Klassen für das ganze Schuljahr gemeldet und bezuschusst worden sein sollen. Möglicherweise, so der Verdacht förderte der Staat damit finanziell Schulstunden, die gar nicht stattfanden.

Zu der Akademie in Augsburg gehören mehrere Privatschulen

Zur Akademie, die ihren Sitz in der Nähe der Ackermann-Straße im Augsburger Stadtteil Kriegshaber hat, gehören fünf Schulen, darunter die Rudolf-Diesel-Realschule. In der Einrichtung und speziell an der Realschule gärt es schon seit Monaten. Zwischenzeitlich eskalierten mehrere Konflikte. Elternbeiräte rebellierten im vergangenen Schuljahr, weil sie wissen wollten, wofür die monatlichen Fördergelder der Eltern an den „Förderverein der H-S-A-Schulen“ konkret verwendet werden. An diesen Förderverein, im Jahr 2008 gegründet, können Eltern monatlich zusätzlich zu Schulgeld und einer Pauschale für Kopien und Materialien etwas zahlen – freiwillig.

Durchsuchung an Privatschule: Kartons mit Unterlagen werden in einen Transporter der Polizei geladen.
Bild: Annette Zoepf

Die meisten Eltern der Realschule zahlen offenbar, manche mehr als 20 Euro, manche weniger, manche nichts. Einigen Eltern stieß unter anderem auf, dass dieser Verein, über den etwa der millionenschwere Neubau des Schulgebäudes ab 2013 lief, offenbar nur drei Mitglieder hat – das gesetzliche Minimum. Die Eltern beschwerten sich auch, dass ihnen keine Einsicht in die Finanzen gewehrt wurde. Von der HSA hieß es im Sommer auf Anfrage unserer Zeitung, dass man einzelnen Spendern keine detaillierten Einblicke in die Finanzen geben müsse, zumal diese Eltern die Leitung der Akademie grundlos attackiert hätten.

Schule in Augsburg: Es gab zuletzt schon einie Konflikte mit Eltern und Lehrern

Nachdem sich der Konflikt verschärfte, kündigte die Trägerin der Akademie, die „Hermann-Schmid-Akademie gGmbH“, zwei Eltern als Folge des Konfliktes den Schulvertrag – was faktisch bedeutete, dass drei Schüler, die Kinder dieser Eltern, die Schule verlassen mussten. Darauf beschränkte sich der Konflikt allerdings nicht, auch Lehrer waren involviert. Der Schulleiterin der Realschule wurde gekündigt, ebenso ihrer Stellvertreterin. Klagen um die Thematik beschäftigen das Augsburger Arbeitsgericht seit Monaten, erst Anfang November gab es wieder einen Prozesstermin.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

14.11.2019

Herr Peter P. Sie haben leider nichts verstanden. Schade!

Permalink
14.11.2019

Ihrem Hassposting konnte ich leider keine Argumente entnehmen ;-)

Permalink
14.11.2019

Tja, das kommt davon, wenn man alle zum "Narren" hält, sehr geehrte Frau Nicole Schmid. Möge die Gerechtigkeit siegen! Wir sind Gott sei Dank raus aus dieser Schule. Vielleicht wachen jetzt auch noch andere Eltern auf und hinterfragen dieses ganze System dieser Privatschule!

Permalink
14.11.2019

Das klingt eher nach Rachefeldzug als nach Gerechtigkeit.

Mir ist als Vater eines Schülers dort auch nicht klar, was Sie mit dem "ganze System" meinen.

Übrigens - Zweck einer Spende ist nicht in erster Linie der Profit des eigenen Clans des Spenders.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren