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Prozess in Augsburg

12.06.2019

Verfolgungsjagd: Auto landet im Sandloch eines Golfplatzes

Sandbunker auf dem Platz der Golf-Range Augsburg. In einem der Sandlöcher landete ein Autofahrer auf seiner Flucht vor der Polizei.
Bild: Silvio Wyszengrad

Ein Autofahrer flüchtet nachts vor der Polizei. Seine Fahrt endet im Sandbunker eines Augsburger Golfplatzes - und im Gefängnis.

Er wusste, dass er sich nicht von der Polizei erwischen lassen darf. Ein 30-jähriger Mann aus Bobingen hatte sich im April vorigen Jahres zum wiederholten Mal ohne Führerschein ans Steuer eines Autos gesetzt - und wie schon öfter hatte er dabei auch noch Alkohol und Drogen im Blut. Deshalb ergriff er die Flucht, als ihn nachts gegen 1.30 Uhr auf der Straße zwischen den Augsburger Stadtteilen Göggingen und Inningen eine Polizeistreife kontrollieren wollte. Seine Fahrkünste allerdings hielten sich in Grenzen: Die Verfolgungsjagd endete auf dem Golfplatz der Golf-Range Augsburg, in einem sogenannten Sandbunker.

Wegen der wilden Fahrt querfeldein stand der Mann nun vor dem Augsburger Amtsgericht. Die Anklage warf ihm fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs, vorsätzliches Fahren ohne Fahrerlaubnis und fahrlässige Körperverletzung vor. Körperverletzung deshalb, weil seine damalige Freundin, 22 Jahre alt, bei der Flucht mit dem Auto auf dem Beifahrersitz saß.

Die Freundin hatte laut Anklageschrift eine Prellung im Bereich der Brust, eine Schürfwunde an einem Finger und einen Schock erlitten. Der Angeklagte und seine Freundin hatten in dieser Nacht in der Augsburger Innenstadt gefeiert und waren auf dem Nachhauseweg, als sie der Polizei begegneten.

Er raste über ein Maisfeld und dann über den Augsburger Golfplatz

Die Polizisten signalisierten dem Autofahrer im Bereich des Ortseingangs von Inningen, dass er anhalten soll. Daran dachte der 30-Jährige aber nicht. Er bog schnell auf einen Supermarkt-Parkplatz ab und erreichte über eine Tankstelle und weitere Straßen einen Feldweg. Er raste mit dem Wagen rund 500 Meter quer über ein Maisfeld und dann noch etwa 100 Meter über den Platz der Golf-Range.

Dort landete er mit dem Auto in einem Sandbunker. Nicht nur Golfer sind unglücklich, wenn sie den Ball versehentlich dort hinein schlagen. Auch für das Auto war das Sandloch nicht ideal. Es bohrte sich in den Sand, stellte sich dabei fast senkrecht auf und kippte dann wieder zurück auf die Räder. Danach kam der 30-Jährige mit dem Wagen noch rund 50 Meter weit, ehe die Technik endgültig kapitulierte und das Auto kaputt stehen blieb.

Er hatte eine aufputschende Droge genommen

Zwischenzeitlich waren mehrere Streifenwagen zu dem Golfplatz geeilt, die Beamten stellten den Fahrer. Eine Blutuntersuchung ergab, dass er Alkohol getrunken hatte. Außerdem fand sich Amphetamin in seinem Blut. In der Szene wird die aufputschende Droge auch "Speed" genannt - das englische Wort für Geschwindigkeit. Das passt zu dem Fall. Die Polizei sprach hinterher davon, dass er während seiner Flucht mit deutlich überhöhtem Tempo unterwegs gewesen sei.

Der Schaden, der auf dem Golfplatz entstand, beträgt rund 1400 Euro. Weil Öl aus dem Auto ausgetreten ist, musste auch Erde abgetragen und der Rasen in diesem Bereich neu eingesät werden.

Der Autofahrer räumte vor Gericht alle Vorwürfe ein. Für eine Bewährungsstrafe, wie von seinem Verteidiger Ralf Schönauer beantragt, reichte es allerdings nicht. Richterin Melanie Koch hielt eine Strafe von zehn Monaten für angemessen. Ohne Bewährung, weil der inzwischen 31-Jährige wiederholt durch Fahren ohne Führerschein sowie mit Drogen und Alkohol am Steuer aufgefallen ist. In dem Prozess ging es auch noch um eine Alkoholfahrt, bei der er bereits Ende 2017 gestoppt worden ist. Diese Fahrt wiederum hatte er nur einen Tag nach einer anderen Verurteilung wegen Alkohols am Steuer unternommen.

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