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Theater Augsburg

25.09.2011

Verführung in allen Sparten

Die Ballettcompagnie zeigte unter anderem die Choreografie „Ausbruch“ des Ensemblemitglieds Riccardo de Nigris.
Bild: Foto: Silvio Wyszengrad

Liebe, Sucht und Begierde sind Themen, die sich wie ein roter Faden durch den Augsburger Spielplan ziehen.

Das Theater präsentiert sich bei der Gala zur Spielzeiteröffnung verführerisch. Das hat zum einen mit der ansteckend guten Laune der Intendantin Juliane Votteler, Schauspieldirektor Markus Trabusch und Oberbürgermeister Kurt Gribl zu tun. Sie sorgen für Aufbruchstimmung. „In der vergangenen Saison gab es mehr Tiefs als Hochs, der Belegschaft wurde einiges abverlangt. Mit der Rückendeckung der Staatsregierung und der Aussicht auf den Neubau der Schauspielbox und der Generalsanierung des Großen Hauses wird alles leichter“, so OB Gribl. Zum anderen tut das Programm das Übrige: Im voll besetzten Großen Haus präsentiert die Intendantin einen Querschnitt aus dem Spielplan.

Und bereits mit dem Monolog von Kai Hensel „Welche Droge passt zu mir?“ wird klar, welche Bandbreite die Verführung so bietet. Während Judith Bole als Hanna in dem Stück, das im Hoffmann-Keller gezeigt wird, noch überlegt, was die beste Einstiegsdroge sei, liegt die Verführung in den Ausschnitten von „Carmen“, „Figaro“ und „Lulu“ auf der Hand. Zuerst will Carmen José und dann doch Escamillo, im „Figaro“ will der Graf dem Kammerdiener die Braut ausspannen und Lulu (Sophia Brommer) ist ohnehin der Inbegriff der begehrenswerten Frau ...

Aschenputtel und der Prinz

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Aber auch das Ballett geizt nicht mit verführerischen Ein- und Anblicken. In „Cinderella“ kann das Aschenputtel den Prinzen für sich gewinnen; die Ballettcompagnie zeigt aber auch mit der Choreografie „Ausbruch“ des Ensemblemitglieds Riccardo de Nigris, wie anziehend Tanz sein kann.

Das Theater blickt aber nicht nur durch die rosarote Brille in die Saison. Es werden ernste Töne angeschlagen. „Ich will nicht die Spaßbremse des Abends sein“, sagt Heike Franz, als sie die Bühne betritt, wohl wissend, dass sie in der heiteren Gala aus dem Rahmen fällt. Sie inszeniert Peter Weiss’ „Die Ermittlung“, ein Oratorium in elf Gesängen. Es basiert auf Protokollen des ersten Auschwitz-Prozesses, der von 1963 bis 1965 in Frankfurt geführt wurde. „Damals hatten die Prozesse für Aufruhr gesorgt. Die Gesellschaft hatte mit den Vergessen begonnen. Wir stellen uns den Erinnerungen“, so Franz. (ziss)

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