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Verkehr
29.10.2015

Augsburger pendelt täglich nach München – mit dem Rad

Herbert Schwarzer fährt nicht nur mit dem Liegerad nach München. Auch in den Bergen ist er damit unterwegs.
Foto: Herbert Schwarzer

Herbert Schwarzer hat sich eines Tages entschieden, mit Muskelkraft zur Arbeit zu fahren - von Augsburg nach München. Das zahlt sich auch bei größeren Abenteuern aus.

Herbert Schwarzer pendelt täglich etwa 80 bis 100 km nach München. 2015. Das tun viele, doch die meisten würden bei dieser Strecke wohl kaum auf das Fahrrad zurückgreifen. Schwarzer schon.

Jeden Morgen steigt er in sein Liegerad und fährt etwa zweieinhalb Stunden in die Landeshauptstadt. Abends geht es dieselbe Strecke wieder zurück. Etwa 25000 Kilometer kommen laut Herbert Schwarzer so im Jahr zusammen. Kein Wunder, dass mit diesen Zahlen beim diesjährigen Augsburger „Stadtradeln“ niemand mithalten konnte.

2773 Kilometer in drei Wochen

Zum zweiten Mal war der 56-Jährige mit dabei. Beim ersten Mal reichte es noch nicht zum Sieg. „Da habe ich aber erst in der zweiten Woche angefangen, die Strecken einzutragen“, sagt er. Diesmal konnte er sich an die Spitze fahren. 2773 km schaffte er in den drei Juli-Wochen der Aktion. Das sind im Schnitt täglich über 130 km. So weit fährt er entweder von Augsburg oder von seiner Freundin aus dem Landkreis Eichstätt aus zur Arbeit nach München.

Fahrradfahren habe ihm schon immer Spaß gemacht: „Ich bin früher schon viel geradelt. Beim Pendeln hat mich dann irgendwann der ständige Stau auf der A8 genervt. Dann hab ich 2003 angefangen, die Strecke mit dem Fahrrad zu fahren“. Seitdem ist Schwarzer mit seinem Liegerad auf den Landstraßen unterwegs. Für Spätaufsteher ist dieses Transportmittel jedoch weniger zu empfehlen.

Um 3.30 Uhr klingelt bei Schwarzer der Wecker. „Da ist wenig Verkehr und die Ampeln sind noch aus. Wichtig ist, dass man flüssig durchfährt“, erklärt er. Trotzdem kommt man ins Schwitzen. Duschen in der Arbeit beim TÜV Süd ist deshalb oberste Pflicht für Schwarzer. „Ich habe zum Glück auch einen doppelten Spint. So kann ich dort saubere Arbeitsklamotten lagern“, sagt er.

Die hohen Geschwindigkeiten sind durch die spezielle Verkleidung des Rads möglich. Unsportlich ist Schwarzer allerdings auch nicht. Früher habe er sogar an Weltmeisterschaften im Liegerad auf Autorennstrecken teilgenommen. Auch in den Bergen ist er unterwegs, unter anderem auf der Großglockner Hochalpenstraße.

Viele denken, er hat einen Motor

Autofahrer sehen die Radler auf der Straße dagegen oft als lästiges Übel. Schwarzer hat dennoch vor allem positive Rückmeldungen bekommen: „Ich fahre im Schnitt 40 Kilometer pro Stunde. Die meisten denken dann, da wäre irgendwo ein Motor verbaut. Dann ist man schon im selben Club wie der Autofahrer und wird auf der Straße gleich viel mehr respektiert.“

Trotzdem findet Herbert Schwarzer, dass mehr gegenseitiges Verständnis nötig wäre: „Alle finden es immer ganz toll, wenn man mit dem Rad fährt, wegen der Umwelt und der Fitness. Aber sobald sie im Auto sitzen, sehen sie die Fahrradfahrer als Behinderung an. Ich kenne das, ich fahre ja auch Auto. Ich bin aber für mehr gegenseitigen Respekt“.

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29.10.2015

Endlich mal eine richtig verdiente Platzierung bei hoher Kilometerleistung. Wenn man bedenkt, dass der Ansatz des Stadtradelns ja der ist, dass dadurch die Leute im Alltag mehr Rad fahren, ist das deutlich eher verdient, als wenn die Leute während der drei Wochen auf irgendwelchen Spaß-Touren Kilometer prügeln, wie sie es sonst das ganze Jahr nicht tun. Auch wenn täglich München und zurück schon... deftig ist. Ich würde mal wissen wollen, was der Arzt da zum Thema Fitness und Gesundheit zu sagen hat.

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