Newsticker

Fast ganz Österreich und große Teile Italiens sind nun Corona-Risikogebiete
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Vermisste Luxusuhr findet ihren Weg zum Besitzer zurück

Augsburg

19.03.2015

Vermisste Luxusuhr findet ihren Weg zum Besitzer zurück

Das Gericht klärte die mysteriösen Umstände des Verlustes einer sehr wertvollen Uhr auf und verurteilte einen Taxifahrer.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Eine goldene Taucheruhr im Wert von 25.000 Euro verschwindet während einer Taxifahrt und taucht nach fünf Monaten wieder auf. Ein Taxifahrer ist nun wegen Diebstahls angeklagt.

Eine massiv-goldene Luxusuhr im Wert von rund 25000 Euro verschwindet bei einer Taxifahrt – und findet ihren Weg fünf Monate später unter seltsamen Umständen wieder zum Eigentümer. Gestohlen oder verloren? Das war die Frage, die jetzt ein Gericht zu klären hatte.

Es geht um einen selten produzierten Zeitmesser der Schweizer Edelmanufaktur Audemars Piquet, um einen „Royal Offshore Chronograph rose gold“, den sicherlich nur wenige Menschen in der Region ihr eigen nennen. Die Taucheruhr ist ein Erbstück des verstorbenen Vaters, die der Eigentümer, 31, über alles schätzt.

Besitzer verliert goldene Uhr bei feuchtfröhlichem Disco-Besuch

Ende September 2013 trägt er das Luxusstück ums Handgelenk, als er spätnachts „sehr betrunken“ aus einem Club in der Maxstraße wankt und sich in das nächstbeste Taxi setzt, um sich nach Hause chauffieren zu lassen. Er schläft während der Fahrt mal ein, muss sich einmal auch übergeben. Als er am Morgen mit einem Kater aufwacht, ist sein erster Gedanke: „Wo ist meine Uhr?“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Freund des Besitzers wird die Uhr von einem Taxifahrer zum Kauf angeboten

Er vermutet, sie sei ihm im Taxi abhandengekommen. Alle Versuche, über die Taxizentrale den Fahrer zu ermitteln, scheitern. Auch der Polizei gelingt dies nicht. Fünf Monate später kommt es zu einem geradezu absurden Zufall. Einem Freund des Eigentümers wird die Taucheruhr bei einem belanglosen Tischgespräch für 7000 Euro zum Kauf angeboten – von einem Taxifahrer und dessen Freundin.

Der Freund, dem die Geschichte um das verschwundene edle Stück (Neupreis angeblich 50000 Euro) bekannt ist, fotografiert die Uhr mit dem Handy und schickt das Bild dem Eigentümer, der gerade Urlaub auf Mallorca macht. Weil die Seriennummer übereinstimmt und zwei kleine Kratzer am Gehäuse eine Verwechslung ausschließen, besteht kein Zweifel: Es ist die gesuchte „Audemars Piquet“. „Es war ein Traum, meine Uhr wieder zu bekommen“, erinnert sich der Eigentümer im Prozess, in dem nun der Taxler und seine Bekannte angeklagt sind – er des Diebstahls, sie der Hehlerei.

Taxifahrer bestreitet Diebstahl und wird auf Bewährung verurteilt

Der Taxifahrer (Verteidiger: David Herrmann) bestreitet, die goldene Taucheruhr gestohlen zu haben. „Ich habe sie zwei Stunden später zwischen den Sitzen auf dem Boden im Taxi gefunden“, beteuert er. Er habe sie der Mitangeklagten zum Aufbewahren übergeben. „Und dann ist alles in Vergessenheit geraten.“ Irgendwann will der Taxler dann doch über fünf Ecken erfahren haben, wem die Uhr gehört und habe sie zurückgeben wollen. Die Mitangeklagte (Verteidiger: Hans Heinlein) bestätigte diese Version.

Bei Richterin Martina Triebel findet diese etwas verworrene Geschichte keinen Glauben. Sie ist sich sicher, dass beide Angeklagten die Uhr verkaufen wollten. Dass der Taxler dem schlafenden Fahrgast den Zeitmesser vom Handgelenk stahl, ist freilich nicht nachzuweisen So wird der Angeklagte „nur“ wegen Unterschlagung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und einer Geldauflage von 2000 Euro verurteilt. Gegen seine Freundin verhängt das Gericht wegen Hehlerei neun Monate auf Bewährung.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren