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FC Augsburg

19.08.2019

Verstanden die FCA-Spieler Koubeks Kommandos nicht?

FCA-Torwart Tomas Koubek klagte nach dem Spiel gegen Dortmund über Verständigungsprobleme.
Bild: Timgroothuis, Witters

FCA-Torwart Tomas Koubek patzt bei seinem Bundesliga-Debüt zweimal. Nach der Pleite gegen Dortmund erklärt der Tscheche seine Fehlgriffe mit Sprachproblemen.

Kürzlich erklärte Daniel Baier gegenüber unserer Redaktion, er hätte in der vergangenen Saison als Kapitän früher gegensteuern müssen. „Ich hätte schon bei Kleinigkeiten etwas sagen sollen“, betonte der 35-jährige Profi des FC Augsburg Anfang August in einem Gespräch. Vordergründig beschäftigte sich Baier in dieser Aussage mit Disziplinlosigkeiten, mit kleineren und größeren, in dieser Saison will er von Beginn an gezielter eingreifen.

Daniel Baier spricht nach der Niederlage des FCA Klartext

Bei Augsburgs Kapitän hat ein grundsätzliches Umdenken stattgefunden. Als dienstältester Profi in den Reihen des FCA, mit seinen 35 Jahren, sieht er sich mehr denn je als Führungsspieler in der Pflicht. Eine Randerscheinung des gewaltigen personellen Umbruchs sind Veränderungen im Binnenklima der Mannschaft. Neue Strukturen und Hierarchien bilden sich, Baier muss in der jetzigen Situation verstärkt führen.

Gegen Borussia Dortmund (Endstand 1:5) standen mit André Hahn und Rani Khedira zwei weitere nominelle Anführer auf dem Rasen. Baier hat erkannt, dass er sein Kapitänsamt öffentlich offensiver ausüben muss – auch wenn das mitunter seinem Naturell widerspricht. Ein Lautsprecher war er nie, weder auf dem Platz noch in der Kabine.

Früher relativierte er Niederlagen, jetzt nähert er sich Klartext an. Man hätte „richtig auf die Fresse bekommen“, spitzte er verbal zu. Wie seine Mitspieler verwies der 35-Jährige auf die Qualität des Gegners, auf dessen Meisterschaftsambitionen und druckvolles Spiel, das dem Gegner kaum Luft gelassen hatte. Sich allein auf den scheinbar übermächtigen BVB zu berufen, darauf ließ sich Baier aber nicht ein. „Wir haben bei den Toren Begleitschutz gegeben. Das darf uns nicht passieren. Zum Schluss haben sie uns dann vorgeführt und ihre Spielchen gemacht.“

Fußball kann brutal sein. Daniel Baier kann ein Lied davon singen. Der Kapitän und seine Mannschaft gingen bei Borussia Dortmund mit 1:5 unter.
Bild: Guido Kirchner, dpa

In der ersten Hälfte, in der Florian Niederlechner für das schnellste Tor der Augsburger Bundesligageschichte gesorgt hatte, bemühten sich die Gäste um geschlossene Reihen. Drang dennoch ein Dortmunder hindurch, rettete der tschechische Neuzugang Tomas Koubek mit ausgezeichneten Reaktionen. Baier fasste zusammen: „Wir haben gesehen: Wenn wir gemeinsam verteidigen und angreifen, dass wir sie ärgern können.“ Was dem defensiven Mittelfeldspieler, der viel lief, aber das Tempo der BVB-Spieler nicht mitgehen konnte, weniger gefiel, war das Auftreten in der zweiten Hälfte. Zunächst verloren die Augsburger die Ordnung, anschließend das Spiel.

Koubek-Kommandos: Mal tschechisch, mal französisch

Nicht ganz unbeteiligt dabei: Torwart Koubek. Nach einer Hereingabe des Dortmunders Witsel verfehlte der 26-Jährige den Ball und Sancho traf zum 1:2; beim 1:3 legte Koubek den Ball nach Abstimmungsproblemen mit Khedira BVB-Angreifer Alcacer auf, der Reus den Treffer ermöglichte. Als sich Koubek nach der Partie reichlich Zeit nahm, um sich mit einem Reporter aus seiner Heimat auszutauschen, räumte er Fehler ein. Unter anderem erklärte er seine Fehlgriffe mit sprachlichen Problemen. Teils gab er tschechische Kommandos, teils französische. Laut Reporter beschrieb Koubek dies als „Mischmasch im Kopf“. Womöglich resultierte das Missverständnis mit Khedira auf diesen Verständigungsproblemen. Koubek fügte an, er werde daraus lernen. Deutsche Ansagen, die alle verstehen, dürften die Lösung sein.

Michael Gregoritsch, der mit Borussia Mönchengladbach in Verbindung gebracht wird und am Samstag einen unglücklichen Nachmittag auf dem Rasen verbrachte, wollte sich gar nicht erst auf eine Torhüterdiskussion einlassen. So etwas passiere, meinte der Österreicher.

Kapitän Baier räumte ein, dass es Kraft raube, den Dortmunder Spielern fortwährend hinterherzulaufen. Das hätte sich im Verlauf des Spiels bemerkbar gemacht. „Wenn du in Dortmund erfolgreich sein willst, musst du in jeder Aktion auf der Höhe sein“, so Baier. „Wir haben kaum noch für Entlastung gesorgt. Defensiv war das einfach zu wenig.“ Dass die Voraussetzungen nach dem Pokal-Aus in Verl und der hohen Auftaktniederlage in Dortmund vor der Begegnung mit Union Berlin schwierig sind, dessen ist sich Baier bewusst.

Vor dem ersten Heimspiel nimmt er seine Mitspieler in die Pflicht. „Wir wissen, dass wir punkten müssen und unter Druck stehen. Das müssen wir am Samstag im Heimspiel zeigen.“ Baier dürfte wenig daran liegen, erneut Klartext sprechen zu müssen.

Lesen Sie auch: Medienbericht: FCA steht wohl vor Verpflichtung von Stephan Lichtsteiner

Lust auf noch mehr Fußball? Dann hören Sie sich hier unseren Podcast mit FCA-Kapitän Daniel Baier an:

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22.08.2019

Gegen Verl machte Koubek einen guten Eindruck, die Leistung in Dortmund war so übel, dass sogar Giefer Probleme hätte, das zu toppen. Und da sind wir wieder mal beim Chef. Wenn man 7-8 Millionen ( für das gleiche Geld hat sich Frankfurt einen absoluten Topp-Mann zurück geholt) ausgibt, muss das Chefsache sein: Aber anscheinend hat er sich genauso wenig kundig gemacht wie damals bei der Einstellung Schusters. Bleibt zu hoffen, dass Koubek nur einen schlechten Tag hatte und ich mich für den evtl voreiligen Vorwurf entschuldigen muss. Vermutlich wird man am Samstag ja weiter sehen. Ich leide wie jede Woche trotz R. mit.

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19.08.2019

Die verstanden den Trainer nicht !
Der macht sich zu wichtig. Erzählt immer was jeder weiß und kann es nicht umsetzen.
Wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen sind die in Dortmund durchs Feld gelaufen.

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19.08.2019

Dieser Bericht macht mich echt fassungslos....besser, man kehrt diesen unter den Tisch....so etwas passiert nicht einmal (sorry, liebe Amateur-Fußballer, die eifrig und mit viel Freude dem Ball nachjagen) in der letzten vom BFV erfassten Liga. Da gibt es doch entsprechende (u.a. Sprach- und Zeige Optionen) Möglichkeiten und natürlich unerlässlich, eine vorherige klare Ansage und Absprache, um solch ein dilettantisches Vorgehen auszuschließen. Unfassbar....ich kann nur hoffen, das langsam wenigsten die elementarsten Hausaufgaben beim FCA abgearbeitet werden.

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19.08.2019

Verständigungsschwierigkeiten? Beim Fall fangen vor dem 3-1? Wenn er rausgeht muß er ihn auch haben .... genauso
beim 2-1 da verfehlt er den Ball und beim 1-1 legt er ihn dem Dortmunder quasi vor die Füße (das alleine wäre unglücklich zu nennen)
Das waren drei dicke Patzer - danach war s eh schon egal...….Wenn das alle Torwart-Patzer dieser Saison waren, ist s okay aber ich fürchte da kommt noch mehr.

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19.08.2019

"Verstanden die FCA-Spieler Koubeks Kommandos nicht?" Wurde das nicht vor dem ersten Spieltag abgeklärt? Dann müssen die Kommandos übergangsweise halt in Englisch erfolgen. Das denke ich verstehen alle auf dem Platz.

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19.08.2019

Gegen den BVB zu verlieren werden auch andere erleben. Das Pokal-Aus gegen Verl scheint vergessen zu sein Das war die Orientierung. Und in der aktuellen Saison muss wieder gehofft werden dass 3 andere Mannschaften schlechter sind als der FCA.

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19.08.2019

Herr Reuter sollte mal seinen Geiz überwinden, denn ein guter IV kostet halt nun mal Geld.
Dann noch unbedingt einen Ersatz für Gregoritsch, denn dessen Lustlosigkeit ist eine Beleidigung für seine Mitspieler.

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