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Kreis Augsburg

23.04.2015

Verunsicherung bei den Mitarbeitern: Kommt es zur Osram-Aufspaltung?

Wie geht es weiter mit Osram in Augsburg? Neue Konzernpläne sehen auch eine Aufspaltung vor.
Bild: Foto: Armin Weigel / dpa

Die Belegschaft des Lampenherstellers Osram ist verunsichert über die Pläne des Konzerns: Was bedeuten sie für die Standorte in Augsburg und Schwabmünchen?

Schlechte Nachrichten sind Osram-Mitarbeiter inzwischen gewöhnt. Dass der Konzern nun aber Überlegungen anstellt, ganze Geschäftsbereiche – darunter etwa Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren – auszugliedern, erfuhren viele gestern aus der Zeitung.

Miese Stimmung: Keine Vorwarnung für Osram-Mitarbeiter

Dabei wären die Osram-Mitarbeiter in Augsburg und Schwabmünchen unmittelbar betroffen. Bei Schichtwechsel herrschte gestern deshalb auch vorm Augsburger Werkstor an der Berliner Allee sehr schlechte Stimmung. Einige Mitarbeiter sprachen von einer „miesen Strategie“, dass der Konzern sie nicht etwa vorgewarnt habe. Sie würden sich hintergangen fühlen.

Ein Mitarbeiter fasste die Stimmungslage der Belegschaft so zusammen: „Es herrscht Verwirrung, Wut und Ratlosigkeit.“ Wie es mit Osram weitergehe, wisse niemand. Auch nicht IG-Metall-Mann Roberto Armellini. Er war gestern vollkommen überrascht von den Aufspaltungs-Plänen. „Ich habe davon im Radio erfahren“, sagt er. Er war vor allem auch deshalb überrascht, weil der Vorstandsvorsitzende Olaf Berlien erst bei der letzten Hauptversammlung gefragt wurde, ob eine Aufspaltung zur Debatte stünde. Das wirkte damals nicht.

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Zukunft des Augsburger Osram-Werks ist ungewiss

Nun ist es kommende Woche in der Aufsichtsratssitzung Thema. „Vorher werden wir dazu auch nichts Genaueres erfahren“, ist sich Roberto Armellini sicher. Für ihn würden sich, genauso wie für die Mitarbeiter, nun viele Fragen stellen. Eine davon: Wie macht der Konzern nach einer Aufspaltung weiter? „Wird der Teil an die Börse gehen oder wird er verkauft?“, wären Möglichkeiten, die reine Spekulation sind.

Klar ist jedoch: Anders als das Technologiegeschäft handle es sich bei dem in Augsburg ansässigen klassischen Licht-Geschäft um eine „rückläufige“ Sparte des Konzerns. Seit Jahren wird jedoch versucht, den Standort zu halten. Armellini erinnerte gestern an das erst ausgearbeitete Zukunftspapier, wo es auch um die Produktion von auslaufenden aber auch neuen Lampen für das Augsburger Werk gehe.

Erst Ende Februar war bekannt gegeben worden, wie viele Stellen der Lampenhersteller künftig in der Region streichen will: Insgesamt sind es 439 in Augsburg, 90 am Standort in Schwabmünchen. In Augsburg arbeiten bislang noch 1200 Frauen und Männer – 2017 werden es nach diesen Planungen nur noch knapp 800 Mitarbeiter sein.

Stadt Augsburg will Veränderungen bei Osram begleiten

Wie es nun weitergehe, werde sich in den kommenden Wochen nach der Aufsichtsratssitzung zeigen. Der IG-Metall-Mann hofft, dass es schnelle Informationen über die weitere Strategie des Konzerns gibt. „Die Verunsicherung in der Belegschaft ist groß.“

Wirtschaftsreferentin Eva Weber kann die neuesten Entwicklungen genauso wenig einschätzen, wie Mitarbeiter und Gewerkschafter selbst. „Vonseiten der Stadt stehen wir seit über sechs Jahren im engen Kontakt mit Osram. Dazu gibt es runde Tische und Gespräche. Die Herausforderung ist gewaltig“, sagt sie.

Am Ende sei es aber eine reine Unternehmensentscheidung. Die Stadt sehe sich aber in der Verantwortung, diesen Prozess zu begleiten. „Da darf man den Kopf nicht in den Sand stecken“, sagte Eva Weber.

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