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Augsburg

26.04.2011

Verwirrung: Wo geht's denn zu Hochschule?

Campus - FH - Straßenname - Schild - An der Hochschule - Tatjana Dörfler
Bild: Alexander Kaya

Fachhochschule oder Hochschule? Die Beschilderung auf den Fachhochschule-Campus verwirrt. Selbst ein Minister-Fahrer verirrte sich bereits. Damit soll nun Schluss sein.

Wer mit der Straßenbahn oder mit dem Auto kommt, fährt in Augsburg zur „Fachhochschule“. So steht es auf Straßenschildern und an der Tramhaltestelle. Wer dann aber auf dem Campus steht, liest am Eingang eine große Tafel mit dem Namen „Hochschule“. Wo ist man nun gelandet? An der Fachhochschule oder an der Hochschule? Oder ist das dasselbe? Besucher von auswärts, aber auch Augsburger, sind immer wieder völlig verwirrt. Ein Stück mehr Klarheit soll ein neues Straßenschild schaffen. Statt „An der Fachhochschule“ heißt es seit Ostern „An der Hochschule“. Das Verwirrspiel um den richtigen Namen ist damit aber noch nicht zu Ende.

Hochschulkanzlerin Tatjana Dörfler erklärt eines vorne weg: Der korrekte und nunmehr einzige Name für die frühere Augsburger Fachhochschule lautet seit März dieses Jahres „Hochschule Augsburg für angewandte Wissenschaften“. Sie beruft sich auf die Novelle des Hochschulgesetzes. „Jeder Standort kann jetzt selbst entscheiden. Wir lassen den Namen Fachhochschule ganz wegfallen.“

Wie aber kam es zu der fast babylonischen Verwirrung um den richtigen Namen, die seit Jahren andauert? Dörfler erklärt es so: Seit 2008 führt die Augsburger Fachhochschule den Namenszusatz „Hochschule für angewandte Wissenschaften“. Das erlaubte schon damals das Bayerische Hochschulgesetz. „Wir haben seither den Namen ,Hochschule Augsburg‘ als neue Marke etabliert“, sagt sie. In Briefen, Einladungen und anderen offiziellen Mitteilungen ist seitdem nur noch vom neuen Namen die Rede.

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Beschluss im Stadtrat

Das Dumme an der Sache war nur: Parallel hatte man sich bei der Stadt lange um einen eigenen Straßennamen bemüht. Das neue Straßenschild wurde auch genehmigt – für einen Weg mitten durch den Campus am Brunnenlech. Das Schild „An der Fachhochschule“ kam aber erst 2009, als diese Bezeichnung eigentlich schon nicht mehr aktuell war. In der Folge bat die Hochschule um eine Umbenennung. Dafür war wieder ein eigener Stadtratsbeschluss nötig. Kurz vor Ostern konnte das neue Schild „An der Hochschule“ vor Ort montiert werden. Damit stimmt die offizielle Adresse endlich mit dem neuen Namen der Hochschule überein. „Auch die unsere Drucksachen werden zeitnah umgestellt“, kündigt Dörfler an.

Das Rätselraten um den richtigen Namen geht unterdessen an anderer Stelle weiter. Denn auch die neue Straßenbahnlinie 6, die erst seit wenigen Monaten fährt, hat an einer Haltestelle noch – die inzwischen falsche – Bezeichnung „Fachhochschule“ stehen. Ziel sei auch dort eine Umbenennung, sagt die Hochschulkanzlerin. „Wir sind mit den Stadtwerken im Gespräch.“ Wann die Haltestelle umgestellt wird, ist laut Dörfler aber noch offen. An der Hochschule hofft man, dass es noch heuer der Fall sein wird.

Goppel verschollen

Aber nicht nur der Name sorgt bei Besuchern für Verwirrung. Auch der Campus ist für Gäste von auswärts oft schwer zu finden. Die eingeführte Adresse für das Stamm- gelände lautete über Jahrzehnte hinweg: Baumgartnerstraße 16. Die verkehrsberuhigte Straße endet jedoch in einer Sackgasse. Die direk-te Zufahrt führt stattdessen über das Brunnenlechgässchen. Das angrenzende Hochschulgelände heißt „Campus am Brunnenlech“. Am Brunnenlech heißt wiederum eine andere Straße in der Stadtmitte ...

Im Navigationssystem von Autos kann das zu folgenreichen Verwechslungen führen. Legendär ist die Anekdote, als der frühere bayerische Wissenschaftsminister Thomas Goppel nicht zu einem angesagten Besuch an der Hochschule erschien. Lange blieb er verschwunden. Wie sich dann herausstellte, hatte sich sein Fahrer wegen Problemen mit der Anschrift heillos in Augsburg verfahren.

Das ist vier Jahre her. „Wir haben gemerkt, es muss eine prägnante Adresse her“, sagt Dörfler. Mit dem neuen Straßenschild hofft sie auf mehr Klarheit im Verwirrspiel um Namen und Anschriften. Wichtig sei aber auch, dass die Stadtwerke bald mit der Tramhaltestelle nachziehen. Die richtige Kombination sei ganz entscheidend, sagt Dörfler: „Es muss eine klare gedankliche Linie für die Leute geben.“

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