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Premiere

06.05.2016

Viermal Cayetano Soto – und immer wieder anders

In goldenem Glanz kündigt sich Cayetano Sotos Tanzabend im Theater Augsburg an, präsentiert von Mikiko Arai und Ballettdirektor Robert Conn.
Bild: Ulrich Wagner

Grotesker Humor und große Dramatik: Vielseitigkeit zeichnet den katalanischen Choreografen aus

Nicht mit jedem Choreografen kann man das machen: einen Ballettabend nur mit seinen Stücken zu gestalten. Mit Cayetano Soto wird sich das Publikum aber nicht langweilen, ist sich Augsburgs Ballettdirektor Robert Conn ganz sicher. „Cayetano Soto hat nicht nur einen Stil. Er hat sich in den vergangenen zehn Jahren weiterentwickelt.“ Zeitgenössischen Tanz mit groteskem Humor ebenso wie mit emotionaler Tiefe wird das Publikum also erleben beim Ballettabend „Soto Danza“ auf der Brechtbühne, der vier Arbeiten des Spaniers zeigt und am morgigen Samstag Premiere hat.

Bereits bekannt in Augsburg ist „Plenilunio“, das 2009 in dem Ballettabend „Choreografische Spuren“ gezeigt wurde – damals im Großen Haus. Jetzt im intimen Rahmen der Brechtbühne, mit anderem Licht und anderen Tänzern, wird dieses Stück, das die Musik von Alberto Iglesias in eine von edler Schönheit geprägte Körpersprache übersetzt, eine neue Wirkung entfalten. Organische, fließende Formen sucht man dagegen in „Fugaz“ vergeblich. Soto kreierte dieses Stück nach dem Krebstod seines Vaters und gibt darin der Unausweichlichkeit des Todes Ausdruck. Auch „Uneven“ ist gekennzeichnet durch Dramatik. Nach einer schweren Verletzung hatte Cayetano Soto beruflich und privat eine schwierige Zeit hinter sich, die ihn aus dem Gleichgewicht gebracht hatte. Das Stück „Malasombra“ schließlich ist inspiriert von den Liedern der kubanischen Sängerin La Lupe, einer ebenso exzentrischen wie tyrannischen Frau, die sich in übertriebenem Auftreten gefiel.

Als Cayetano Soto 2009 erstmals für das Ballett Augsburg arbeitete, stand der ehemalige Tänzer des Gärtnerplatztheaters (unter Augsburgs ehemaligem Ballettchef Philip Taylor) am Beginn seiner Choreografenkarriere. Jetzt wird er beim Stuttgarter Ballett ebenso gefeiert wie beim Nederlands Dans Theater. Im vergangenen Jahr ernannte ihn das Ballet British Columbia Vancouver zum Hauschoreografen.

In Augsburg konnte sich Soto nur in der Anfangsphase um die Einstudierung seiner Stücke kümmern, da er während der Proben erkrankte. Seine Assistentin Mikiko Arai, auch sie ehemalige Tänzerin am Gärtnerplatztheater, arbeitete seitdem mit den Augsburger Tänzern, damit die Premiere wie geplant stattfinden kann. „Es geht ihm nicht um die Schritte, sondern das Gefühl dahinter“, beschreibt sie den Stil des Katalanen, der oft ein Gesamtkonzept aus Choreografie, Bühne, Kostümen und Licht entwirft. Extreme Figuren mit hohem technischen Anspruch führten die Tänzer in den Proben zu diesem emotionalen Ausdruck, der die Besonderheit dieser Choreografien sei. Und damit, so ergänzt Robert Conn, leiste Cayetano Soto einen bedeutenden Beitrag zur Weiterentwicklung des Repertoires.

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