20.12.2013

Virtueller Rundgang

Fugger und Welser im Erlebnismuseum

Ein Museum, das ohne Exponate erinnern soll, muss innovativ sein. Ab Sommer 2014 wird das „Fugger und Welser Erlebnismuseum“ im Äußeren Pfaffengässchen 23 die Geschichte von Jakob Fugger und Bartholomäus Welser erzählen. Das Gebäude gab wenig Raum und den Mut zur Lücke vor. Im Fokus des Museums wird daher laut Kuratorin Stefanie von Welser die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts und damit die Blütezeit der beiden Handelshäuser stehen. Die Expertin für Kunstgeschichte, die selbst 15 Generationen nach dieser Zeit in die Familie Welser einheiratete, stellte auf Einladung des „Forum Musealisierung“ der Uni Augsburg zusammen mit Ilja Sallacz, Designer und Geschäftsführer der Augsburger Agentur Liquid, das Konzept vor.

Das Wieselhaus unter der Führung der Regio Augsburg wird kein Kunstmuseum, das sich dem Sammeln von Objekten widmet, es wird eine Dauerausstellung ohne Objekte. Digital und virtuell. „Wir folgen einem erweiterten Museumsbegriff. Aber trotz des Schwerpunktes auf Multimedia bleibt es nicht beim visuellen Erleben. Es gibt Stationen zum Riechen, Tasten, Hören und Anfassen. Das Haus wird trotz der innovativen Umsetzung ein klassischer Lernort“, erklärte Sallacz.

Passend zum Gewürzhandelsboom der Neuzeit erhalten die Besucher am Eingang Pfeffersäckchen. In ihnen kommuniziert ein Funkchip den Installationen, ob der Besucher englisch- oder deutschsprachig, Kind oder Erwachsener ist. Einem Buch mit integrierten Studioaufnahmen haucht der Chip entsprechendes Leben ein. Der Festsaal im zweiten Stock zeigt Augsburger Patrizierfamilien, denen Sallacz auf die Sprünge geholfen hat. Der Chip setzt einen Teil der Ölbildfiguren in Bewegung, und der Betrachter verfolgt den Geschlechtertanz und lauscht dem Small Talk der Tänzer über Hochzeiten, Tagespolitik und Wirtschaft.

Bei aller Innovation bleibt der Ort selbst hinlänglich museal. Wer es gebaut hat und wann, ist nicht endgültig erforscht. Erstmals wurde das Wieselhaus 1563 erwähnt. 1637 kaufte es der Optiker Wiesel. Nebenan wohnte im 16. Jahrhundert der Humanist Marcus Welser d. J., dessen Grundstück, der heutige Garten von St. Stephan, vom neuen Museum zu sehen sein wird.

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