1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Vom Bäcker zum Bauchredner

Porträt

21.08.2013

Vom Bäcker zum Bauchredner

Hier ist er in seinem Element: Sebastian Reich alias Pierre Ruby ist Bauchredner – gelernt hat er aber auch das Bäcker- und Konditorenhandwerk. Unser Foto zeigt ihn mit Nilpferd Amanda bei einem Auftritt am vergangenen Wochenende in Königsbrunn.
Bild: Hermann Schmid

Sebastian Reich alias Pierre Ruby kommt mit seinem Nilpferd Amanda wieder nach Augsburg. Schon früh hat er Bühnenluft geschnuppert und zuerst ein anderes Handwerk erlernt

Sebastian Reich hat früh angefangen. Er gab Zirkusvorstellungen, machte Tricks aus seinem Zauberkasten, zeigte die „indische Wasserkanne“, die niemals leer wird. Sein Publikum waren seine Eltern und sein Onkel, der Bauchredner Peter Volpert.

Er war es, der ihn auf die Bühne der Landesgartenschau in Würzburg holte. Da war Sebastian Reich sechs Jahre alt und trug einen viel zu großen Zylinder, der ihm immer wieder ins Gesicht rutschte. Er unterhielt sich mit seinem Onkel und war einfach glücklich, auf der Bühne stehen zu dürfen. Sebastian Reich hatte Feuer gefangen, übte weiter, arbeitete an seinem eigenen Programm.

Als Jugendlicher hatte er eine 30-minütige Show einstudiert und zeigte sie, zu Hause in Würzburg, bei Seniorennachmittagen, Geburtstagen, Hochzeitsfeiern oder bei Veranstaltungen in Autohäusern. „Ich habe nie Werbung für mich gemacht. Es hat sich rumgesprochen und die Leute sind auf mich zugekommen“, erzählt er. Sebastian Reich macht die Mittlere Reife und wollte eigentlich eine Ausbildung zum Koch absolvieren. „Das ist aber an den Arbeitszeiten gescheitert. Als Koch hätte ich vor allem abends arbeiten müssen, aber ich wollte weiterhin als Zauberer auftreten“, sagt Sebastian Reich.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Deshalb lernt er den Beruf des Bäckers und hängt noch eine Ausbildung als Konditor daran. „Da konnte ich morgens in der Backstube stehen und abends auf der Bühne.“ 2002 tritt er in die Fußstapfen seines Onkels, beginnt mit dem Bauchreden. „Das hat mich gereizt. Ich wollte mein Publikum mehr unterhalten, wollte versuchen, mithilfe einer Figur etwas rüberzubringen.“

Auch das hat sich der 30-Jährige erarbeitet. Er hat alte Unterlagen seines Onkels studiert, hat die spezielle Atemtechnik der Bauchredner gelernt, bei der man „die Luft von unten nach oben presst“. Dafür spielt er verschiedene Charaktere, arbeitet an einem Programm. „Falls mir meine Geschäftspartner eine Rolle vorgeben, dann habe ich auch das schon gemacht. Ich habe schon einen sprechenden Zahn bei einem Zahnrärzte-Kongress gesprochen, oder ,Resi Riesling’ bei einer närrischen Weinprobe.“ Seit einigen Jahren arbeitet er aber am liebsten mit einem bestimmten Charakter auf der Bühne: mit der Nilpferd-Dame Amanda.

Sie war im Juli die Hauptperson bei seinem Auftritt im Parktheater und am vergangenen Wochenende ein Anziehungspunkt im Rahmenprogramm der Bayern-1-Sommerreise in Königsbrunn. Im kommenden März kommt Sebastian Reich, der unter seinem Künstlernamen Pierre Ruby auftritt, mit Amanda in den Barbarasaal. Dort wird er nochmals sein Programm „Bauchlandung“ zeigen.

Die Idee zu Amanda, der Stewardess, kam ihm, als er 2010 in den Urlaub flog. Sie ist ein kokettes Wesen, das sich selber gerne auf den Arm nimmt, sich mit den Ministern Markus Söder und Joachim Herrmann ohne Umschweife bei der Fränkischen Fastnacht unterhält oder auch mit Ministerpräsident Horst Seehofer beim Besuch in der Staatskanzlei flirtet. „Der hat super mitgespielt“, erzählt Sebastian Reich, der seit Monaten an drei bis vier Abenden pro Woche vor allem im süddeutschen Raum auftritt.

Wenn er sich erholen will, bäckt er auch mal Plätzchen

„Ich bin ein Mensch, der sich alles Schritt für Schritt erarbeiten will. Ich bin momentan sehr glücklich und zufrieden zu sehen, dass die Säle und Räume, in denen ich auftrete, größer werden. Das bedeutet viel Arbeit. Bauchreden ist mehr als bloßes Tingel Tangel“, sagt er.

Wenn er sich von all dem Tourstress erholen will, dann übt er schon noch ab und zu sein früheres Handwerk aus. „Mit meiner Mutter bestreite ich die Weihnachtsbäckerei für die Familie. Und natürlich teste ich auch automatisch, was die anderen so drauf haben und streiche schon mal bei einer Torte mit der Gabel durch die Sahne, um zu sehen, wie die Konsistenz ist“, sagt er.

Karten für die Vorstellung im Barbarasaal, am 23. März 2014, gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen wie dem AZ-Kartenservice rt.1.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20_WYS3333(2).tif
Augsburg

Werk schließt, doch die Fujitsu-Mitarbeiter haben noch viele Fragen

ad__web-mobil-starterpaket-099@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket