Newsticker

Zahl der Corona-Infizierten in München sinkt unter kritischen Wert
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Vom Kampf, der Kunst und goldenen Münzen

08.07.2010

Vom Kampf, der Kunst und goldenen Münzen

Hochfeld Auf dem Innenhof des Gymnasiums St. Anna hat die Legio XXI Rapax aus Augsburg ihr Lager aufgeschlagen. Im Schulgebäude prägen einige der 220 Schüler der 5. und 6. Klassen Münzen, andere schreiben auf Wachstafeln oder basteln Schmuck.

Beim Projekttag, den 15 Jugendlichen organisiert haben, dreht sich alles um die Römer. Die Elftklässler beschäftigen sich im Projektseminar zur Studien- und Berufsorientierung mit den Römern. Das Fach wurde vergangenes Jahr an den Gymnasien eingeführt. Ein dreiviertel Jahr haben sie auf den Tag hingearbeitet. Kontakte zu Referenten hergestellt und sich selber weitergebildet. So auch Julia Kessler. Sie flechtet den Schülern die Haare so, wie es zur römischen Zeit üblich war. "Daheim mussten meine Schwestern zum Üben herhalten", sagt sie. Etwa 15 Minuten braucht sie pro Frisur. Sie fasziniert vor allem das damalige Leben.

Feuer und Flamme für die Sprache ist hingegen Wilfried Stroh. Er ist emeritierter Professor für lateinische Sprache und hält beim Projekttag eine Unterrichtsstunde in Latein ab. Mit den Schülern spricht er unter anderem über die Kleidung. Er selbst trägt ein antikes Gewand und auf dem Kopf einen Kranz.

Derweil versucht sich Clara Clemens am Schreiben auf der Bienenwachstafel. Vorsichtig zieht sie zunächst am Rand einen Strich mit dem Griffel. Dieser hat eine Spitze Seite zum Einritzen und eine flache zum Glätten der Fläche. "Macht Spaß", sagt sie und ist gleich wieder in ihre Tafel vertieft. Unterstützt werden die Kinder von Mitarbeitern des Museums-pädagogisches Zentrums in München (MPZ). "Hier können die Kinder praktisch umsetzen, was sie im Unterricht gehört haben und merken, dass Latein nicht tot ist", erklärt Erwin Reiter vom MPZ. Begeistert sind auch Benedikt Seiler und seine Freunde. "Das Münzenprägen macht Spaß. Man kann viele lustige Sachen darauf schreiben", sagt er. Sein Freund Lucas Meitinger findet es "cool", dass die Römer Köpfe auf ihren Geldstücken hatten.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Vergesst Hollywood!

In ihren Bann ziehen vor allem die römischen Soldaten den Nachwuchs. Unterhaltsam bringen sie die Geschichte näher. "In dieser kleinen Tasche bewahrt der Legionär sein Handy auf", erfahren die Schüler und Lachen. Erstaunte Gesichter sieht man, als sie hören, dass die Soldaten bis zu 30 Kilometer am Tag liefen mit ihrem schweren Gepäck und anschließend noch das Lager aufbauten und Essen kochten. Sie erfahren zudem, wie die Römer kämpften. "Vergesst Hollywood. Wer seinen Helm im Kampf wegwirft, hat an der Stelle nichts darunter, was es sich zu schützen lohnt", sagt Legionär Marcus Grießl. Die Kinder lachen und sind begeistert. (chmü)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren