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Filmtage

10.05.2014

Vom Traum, seinen Film auf der Leinwand zu sehen

Regisseure aus der Region zeigen heute ihre Filme. Manche wohnen schon lange woanders. Warum sie gerne zurückkommen

Jakob Zapf hat etwas geschafft, wovon viele Regisseure träumen: Sein Kurzfilm „Sein Kampf“ lief auf zwei A-Festivals. Das sind Filmfestivals, die für die Branche besonders wichtig sind. „Er wurde unter anderem in Durban, Südafrika, und im kanadischen Montreal gezeigt. Darüber habe ich mich sehr gefreut“, sagt der 30-Jährige. Heute ist er in Augsburg zu sehen – bei den Filmtagen. Darüber freut sich Jakob Zapf genauso sehr, denn der Friedberger ist hier aufgewachsen, seine Eltern werden heute Nachmittag, 15 Uhr, im Thalia in der Vorstellung der „Local Heroes“ sitzen. „Das ist meine Heimat. Wenn ich nicht gerade drehen würde, wäre ich auch nach Augsburg gekommen“, meint er. Derzeit dreht er in Frankreich einen Imagefilm für eine Frankfurter Stiftung. Nach Frankfurt ist er nach seinem Abitur gegangen, hat dort Filmwissenschaft studiert. Heute dreht er neben Kurzfilmen vor allem Werbe- und Imagefilme, um sein Leben zu finanzieren. Der Erfolg von „Sein Kampf“ kam nicht von ungefähr. Jakob Zapf: „Das war viel Arbeit. Wir haben ihn überall eingereicht.“ In dem Film geht es um einen Brüderstreit. Der eine ist Neonazi, der andere gerade im Begriff, in die Szene abzurutschen. Doch dann trifft er David, einen 83-jährigen Mann, der Auschwitz überlebt hat. In 17 Minuten erzählt Jakob Zapf die Geschichte.

Carolin Färber benötigt für ihren Beitrag „Leben“ zwei Minuten länger. Darin beschreibt sie einen Tag im Leben von Ben, der unter einem Waschzwang leidet. Schon lange hat er seine Wohnung nicht mehr verlassen. Dann erhält er ein verlockendes Jobangebot und muss für das Vorstellungsgespräch seine sichere Umgebung verlassen. Der Kurzfilm ist schon bei zehn Festivals gelaufen. „In Chile und Kolumbien konnte ich nicht dabei sein, aber in Augsburg ist es für mich eine Selbstverständlichkeit zu kommen“, so die 33-Jährige, die heute von ihren Eltern und von Freunden begleitet wird. Die Wertingerin verließ ebenfalls für das Studium ihre Heimat. Sie studierte in Wien Theaterregie und arbeitete dort an verschiedenen Projekten mit. „Ich wollte aber einen Kurzfilm drehen. Es war allerdings sehr schwer, in Wien in diese Szene hineinzukommen. Deshalb bin ich vor zwei Jahren nach Berlin gezogen.“

Daniel Filardi hat Augsburg nie verlassen. Seit Jahren dreht er Filme. „Ich wollte mich selber mal im Film sehen. Da war ich 19 und habe mir einfach eine Kamera gekauft“, erzählt der 29-Jährige. Anfangs drehte er Video-Clips von Fußball-Tricks. Dann wurden seine Beiträge länger. 28 Minuten dauert sein Kurzfilm „Bavarians“. Darin passieren mysteriöse Dinge. Die Brüder Bartholomäus und Sepp ziehen los, um den Ereignissen auf den Grund zu gehen. Für ihn war es nicht einfach, den Film neben seinem Vollzeit-Job und dem Fußball zu drehen. „Ich spiele in Stadtbergen im Verein. Da geht dann für ein Spiel oft der Sonntag drauf. Oft fehlt es mir einfach leider an der Zeit, drehen zu können.“ Aus seiner Uraufführung macht er heute seine persönliche Party. 50 bis 70 Familienmitglieder und Freunde werden kommen.

für die „Local Heroes“ gibt es im Kinodreieck.

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