Mozart@Augsburg

06.09.2016

Von Kultur zu Kultur

Daniel Hope (Violine) und Gaurav Mazumdar (Sitar) bei ihrem Auftritt im Parktheater.
Bild: Wolfgang Diekamp

Das zweite Konzert ist Yehudi Menuhin gewidmet

Dem großen Geiger Yehudi Menuhin, der vor 100 Jahren geboren wurde, widmete das Festival Mozart@Augsburg sein zweites Konzert. In den Siebzigern erregte Menuhin Aufsehen, als er mit dem legendären indischen Sitar-Spieler Ravi Shankar Konzerte veranstaltete und Schallplatten herausbrachte. Dort setzte das Konzert „East meets West“ im Gögginger Kurhaus an. Der Violinist Daniel Hope, einst von Menuhin gefördert, erinnerte daran, dass schon immer die Künstler und Komponisten Inspiration durch die Musik anderer Kulturkreise suchten. Dass das auf unterschiedliche Weise geschehen war, demonstrierte Hope an verschiedenen Beispielen im Konzert.

Spektakulärster Teil war der Auftritt von Spitzengeiger Hope mit dem Sitar-Spieler Gaurav Mazumdar und Shahbaz Hussain Khan an den charakteristischen Tablas. Shankar-Schüler Mazumdar zauberte auf dem charismatischen, singenden, surrenden Zupfinstrument. Silbrige Töne glitten in Wogen ineinander, die Klangwolken glitzerten in dem geordneten System der Ragas, in dem bestimmten Stimmungen eigene Melodieformeln zugeordnet sind. Wenn die stürmischen Tabla-Trommeln einsetzten, geriet das flackernde Klanggebilde in Bewegung, raste auf ein orgiastisch gesteigertes Finale zu. Daniel Hope steuerte feine Echo-Antworten auf die Ragas bei, brachte die eigenen Qualitäten der Geige zur Geltung, trug zur tollen Beschleunigung bei, akzentuierte die subtilen Rhythmus-Raster der Ragas. Begeisterter Beifall.

Neben dem indischen Teil ließen Hope und Pianist Sebastian Knauer Beispiele europäisch-exotischer Schöpfungen erklingen. Maurice Ravel faszinierten stets die fremden Kulturen. Er schuf dabei seine eigene artifizielle Welt. Den Virtuosen-Hit „Tzigane“ begleitete Knauer mit dem Luthéal, einem Aufsatz auf den Flügel mit Zimbal-Registern. So wurde „Tzigane“ zum deftigen Folklorestück. Die Totenklage „Kaddish“ lebt von den Harmonien der verzweigten jüdischen Musik. Aus Ravels „Miroirs“ zelebrierte Knauer zwei Stücke. Manuel de Fallas „Suite populaire español“ nähert sich dem Kolorit der arabisch-iberischen Aura an; auch hier bediente Knauer das Luthéal. Béla Bartók studierte die südosteuropäischen Einflüsse – Hope/Knauer brachten die Miniaturen der „Rumänischen Tänze“ zum Leuchten. „Distance de Fée“ des Japaners Toru Takemitsu erstaunt durch seinen spätromantischen Gestus. Großer Beifall dafür.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Feature Augsburger Christkindlesmarkt
Christkindlesmarkt 2018

Augsburger Christkindlesmarkt 2018: Alle Infos im Überblick

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen