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Augsburg

07.10.2018

Von der Mitarbeiterin zur Abgeordneten der Grünen

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Stephanie Schuhknecht ist Direktkandidatin bei den Grünen.
Bild: Annette Zoepf

Direktkandidatin Stephanie Schuhknecht hat beste Chancen, die Nachfolge von Christine Kamm anzutreten. Für Cemal Bozoglu ist die Ausgangslage schwieriger.

Sie ist das Gesicht der Augsburger Grünen im Bayerischen Landtag: Seit 2003 gehört Christine Kamm dem Parlament an. In wenigen Wochen ist Schluss. Die 65-Jährige hat auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Sie will Platz für Jüngere machen. Es spricht alles dafür, dass der Nachwuchs aus dem eigenen Büro der Abgeordneten kommt. Stephanie Schuhknecht, 35, ist Direktkandidatin im Stimmkreis Augsburg-Ost. Seit 2013 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Landtagsbüro von Kamm. Nun könnte Stephanie Schuhknecht bald „Chefin“ im Büro sein. Die Augsburgerin, die verheiratet ist und einen Sohn hat, ist Spitzenkandidatin auf der schwäbischen Liste. Dies erhöht zwangsläufig die sehr gute Ausgangsposition für die Direktkandidatin, die zudem die Grünen in Schwaben an vorderster Front vertritt. Die Grünen haben in Augsburg ein hohes Wählerpotenzial. Schuhknecht mag es zwar im Wahlkampf in dieser Form nicht hören, doch für politische Beobachter ist ihre Kandidatur unter den genannten Voraussetzungen fast schon ein Selbstläufer.

Erster Nachrücker

Deutlich schwieriger ist die Ausgangslage für Cemal Bozoglu, der im Stimmkreis Augsburg-West antritt. Der 57-Jährige tat dies bereits bei der Landtagswahl 2013. Am Einzug scheiterte er mit seinem persönlichen Stimmenergebnis knapp. Drei Abgeordnete aus Schwaben zogen in den Landtag an. Bozoglu stand auf Platz vier und war erster Nachrücker. Die drei Abgeordneten sind geblieben. Bei der Wahl 2018 geht Bozoglu auf Listenplatz 10 ins Rennen. Er müsste einige Plätze gut machen. Gelingen könnte dies dann, wenn Bozoglu in Augsburg ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Den Rest an Stimmen müsste er sich außerhalb holen, wobei der türkische Namen ein kleines Plus sein kann.

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Verkehr, Ökologie und Flüchtlinge

Die Chancen der Grünen, bei der jetzigen Wahl mehr als drei schwäbische Abgeordnete in den Landtag zu schicken, sind auf alle Fälle gegeben. Aktuelle Umfragen sehen die Grünen um die 15 Prozent, teils sogar drüber. „Diese positive Stimmung uns gegenüber erleben wir im Wahlkampf“, sagt Schuhknecht, die als stellvertretende Fraktionsvorsitzende seit dem Jahr 2014 dem Augsburger Stadtrat angehört. Mitstreiter Bozoglu ist ebenfalls Fraktionsvize der Stadtratsfraktion. Bei der Landtagskandidatur setzt er auf Verkehr, Ökologie und Flüchtlingspolitik. „Wir brauchen nachhaltige und bezahlbare Mobilität für alle.“ Umweltfreundliche Verkehrsmittel, wie der Öffentliche Nah- und Fernverkehr, der Radverkehr sowie Fußgänger, müssten eindeutig Vorrang genießen und die Elektromobilität sollte deutlich besser gefördert werden, sagt er. Zum Thema Flüchtlinge ergänzt der Vater von zwei Söhnen: „Ich stelle mir ein Bayern vor, in dem anstelle von Abschiebungen und Ausgrenzungen, Geflüchtete willkommen geheißen und ihnen eine Bleibe und Sicherheit gegeben werden und in dem wir als eine Gemeinschaft zusammenwachsen.“ Bozoglu arbeitet als Geschäftsführer einer eigenen EDV-Firma.

Lebenswerte Welt auch für Kinder und Enkel

Diplom-Kulturwirtin Stephanie Schuhknecht sagt als Mutter: „Auf die Frage, in was für einer Welt wir leben wollen, haben wir Grüne eine klare Antwort: Eine Welt, die auch noch für unsere Kinder und Enkelkinder lebenswert ist.“ Für dieses Kernziel der Grünen möchte sie im Landtag mit vollem Einsatz kämpfen. Sie sagt: „Ich möchte die Energiewende mit 100 Prozent erneuerbaren Energien und in Bürgerhand ohne die unsinnige 10-H-Regelung wieder auf die richtige Spur bringen.“ Als 10-H-Regelung wird eine Bestimmung bezeichnet, wonach Windkraftanlagen einen Mindestabstand vom 10-fachen ihrer Höhe zu Wohngebäuden in Gebieten mit Bebauungsplänen einhalten müssen.

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