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12.02.2015

Wann hat die Brechtbühne ausgedient?

Ein Bild aus der Bauphase der Brechtbühne. 2012 wurde die zweite Spielstätte des Theaters eröffnet. Im Zuge des Umbaus wird sie verschwinden.
Bild: Schöllhorn

Wenn saniert wird, muss das Provisorium weichen - vielleicht sogar schon früher als gedacht. Das könnte der Stadt teuer zu stehen kommen.

Sie war als Provisorium gedacht, entsprechend „schlank“ wurde die Brechtbühne gebaut: Es gibt keinen Unterboden und keine üppige technische Ausstattung. Das Schauspiel-Ensemble, das die zweite Spielstätte des Theaters hauptsächlich nutzt, war trotzdem froh um das Domizil direkt neben dem Großen Haus.

14 Jahre lang – also bis 2026 – sollte das Haus als Bühne dienen, danach elf Jahre als Lagerstätte. Diese Fristen stehen im Fördervertrag, den die Stadt mit dem Freistaat abgeschlossen hat; rund 1,7 Millionen gab das Land zur Bausumme von 5,3 Millionen Euro dazu. Nun könnte schon früher Schluss sein auf der Brechtbühne: Sollte die Sanierung des Großen Hauses wie geplant im Sommer 2016 starten, wären die Tage der kleinen Spielstätte gezählt. Denn dort, wo der „Container“ liegt, soll ein Neubau entstehen, in dem eine zweite Spielstätte, Werkstätten, Probenbühnen und Verwaltung untergebracht sind.

Dieser Neubau wird nicht zeitgleich zur Sanierung des Großen Hauses hochgezogen. Zu weit hinauszögern kann man ihn aber nicht: „Wenn das Große Haus wieder eröffnet, müssen nebenan auch Werkstätten und Probenbühnen funktionsfähig sein“, sagt Baureferent Gerd Merkle. Spätestens 2018 sollte deshalb mit dem Aushub der 18 Meter tiefen Baugrube begonnen werden. Damit wäre der Spielbetrieb in der Brechtbühne beendet.

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Gut möglich, dass Augsburg dann Fördergelder an das Land zurückzahlen müsste. Pro vereinbartem Nutzungsjahr, in dem die Brechtbühne nicht bespielt wird, wäre es laut Kulturreferent Thomas Weitzel 1/25 der Fördersumme, also 68000 Euro. Die Stadt will die Brechtbühne deshalb so lange wie möglich halten – eventuell auch als Baulager.

Derzeit hat die zweite Spielstätte knapp 250 Plätze. 1600 Quadratmeter stehen zur Verfügung, dazu zählen Künstlergarderoben sowie eine Probebühne im ersten Stock. Das neue Haus hätte eine Fläche von rund 700 Quadratmetern für Bühne und Zuschauerraum. Es gibt ein Foyer, Seitenfoyers, eine Seiten- und Hinterbühne. Knapp 370 Plätze stünden für Theateraufführungen zur Verfügung, 60 für Kabarett.

Wie berichtet, soll das kleinere Haus nicht nur fürs Theater, sondern auch für andere Veranstalter da sein. Räume mit bis zu 400 Plätzen seien in Augsburg knapp, sagt Weitzel. Viele Veranstalter nutzen bislang den Barbarasaal des Stetteninstituts (450 bis 600 Plätze) oder den Augustanasaal im Annahof (rund 250 Plätze). Für Kabarett stehen in der Mühle 130 Zuschauerplätze zur Verfügung. Das neue Theaterhaus dient als Multifunktionssaal.

Der Eingang wird nicht mehr an der Kasern-, sondern an der Theaterstraße liegen. Die Kasernstraße wird es nach der Sanierung gar nicht mehr geben: Sie wird aufgelöst, um eine Verbindung zwischen Großem Haus und Neubau zu schaffen.

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