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Augsburg

07.05.2019

War das Mathe-Abitur wirklich so schwer? Das sagen Augsburger

Rund 60.000 Unterschriften hat die Online-Petition „Bewertung des Mathe Abiturs 2019 in Bayern anpassen“ mittlerweile. Viele Schüler hielten die Prüfung für zu schwer und fühlen sich daher benachteiligt.
Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Viele Schüler beschweren sich über das gestiegene Leistungsniveau. Mit einer Online-Petition versuchen Schüler jetzt die Bewertungsmaßstäbe zu senken.

Bei dieser Angelegenheit geht es den Schülern nicht um die Zukunft des Planeten Erde, sondern um ihren eigenen Abiturschnitt. „Bewertung des Mathe Abiturs 2019 in Bayern anpassen“ heißt die gestartete Online-Petition, welche mittlerweile rund 60.000 Unterschriften sammeln konnte. Am Freitag, 3. Mai, waren viele Schüler mit einem unguten Gefühl aus der Mathematik-Abiturprüfung gegangen. Nun wollen sich die Schüler gegen die vermeintlich gestiegenen Ansprüche wehren. Doch war die Mathe-Prüfung wirklich so schwierig wie verkündet ?

Schüler: In den vergangenen Jahren war es einfacher

Für die Augsburger Schülerin Johanna war besonders der Geometrie-Teil ein Dorn im Auge. „In der ersten Aufgabe, die eigentlich leicht sein sollte, ging es um Koordinaten, die wir in der Form noch nie behandelt haben.“ Generell findet die 17-Jährige, dass sie zu wenig rechnen, dafür zu viel überlegen musste. Die Geometrie-Aufgaben aus dem Jahr 2016 seien dagegen extrem leicht gewesen. „Dort hätte ich fast die volle Punktzahl gehabt“, berichtet Johanna. Während der Prüfung habe sie sich keine Gedanken darüber gemacht, dazu sei keine Zeit gewesen. Erst später im Gespräch mit ihren Mitschülern sei ihr aufgefallen, wie ungewohnt schwer die ein oder andere Aufgabe war. Auch um nicht möglicherweise gegenüber ihren Vorgängern benachteiligt zu werden, habe sie bei der Online-Petition unterschrieben.

Der 18-jährige Schüler Oliver sagt: „Wenn man die Prüfungen der letzten Jahre durchrechnet, merkt man, dass der Schwierigkeitsgrad dieses Jahr höher ist.“ Vor allem die Punktegewichtung sei für ihn unerwartet gewesen. Wenn er mit dem gleichen Lernaufwand letztes Jahr eine bessere Note bekommen hätte, fände er es unfair. Der Prüfling meint: „Wir können uns auch täuschen, vielleicht reagieren wir grundlos panisch.“ Er glaube jedoch, dass am Verdacht über das gestiegene Niveau etwas dran ist, schließlich seien die Meinungen seiner Mitschüler übereinstimmend. Auch einige Lehrer seinen ja derselben Auffassung, sagt Oliver.

Das Ministerium will prüfen

Das Kultusministerium hat bereits angekündigt, die Bewertungsmaßstäbe zu prüfen. Für Stefan Düll, den Vorstandsvorsitzenden des Bayerischen Philologenverbands im Bezirk Schwaben und Schulleiter des Justus-von-Liebig-Gymnasiums in Neusäß, ist das ein schwieriges Unterfangen: „Man kann nur Punkte vergeben, wenn etwas auf dem Papier steht.“ Wenn Schüler die Aufgabe nicht verstanden haben, helfe auch der Ermessensspielraum der Lehrer bei der Bewertung nichts mehr. Um Chancengleichheit zu gewährleisten, müsste man die Mathe-Prüfung wiederholen. „Es gab in der Vergangenheit immer wieder Behauptungen, dass das Abitur in verschiedenen Fächern besonders schwer gewesen sei.“ Tatsächlich seien die Notendurchschnitte zuletzt im Großen und Ganzen konstant geblieben. Düll verlasse sich auf seine Kollegen, diese seien bisher nicht an ihn herangetreten. Auch die Schüler hätten sich noch nicht bei ihm gemeldet. Er rät deshalb zur Gelassenheit, man müsse abwarten, ob die Noten dieses Jahr wirklich schlechter ausfallen.

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08.05.2019

Hier stellt sich nur noch die Frage, wer versagt hat, die Schüler oder die Lehrer, was zu beweisen und zu bestrafen ist.

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